Industrie sichert Zukunftsfähigkeit der Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg
Die Renaissance der Industrie trägt erheblich zur Zukunftssicherung der Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg bei. Zu diesem Ergebnis kommt der Industriereport 2008, der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg. Von den rund 270.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region entfallen zum Stichtag 30.06.2007 fast 39.000 auf das Verarbeitende Gewerbe.
Die Arbeitsmarkteffekte der Industrie werden auch daran deutlich, dass insbesondere in Zeiten konjunkturellen Aufschwungs Regionen mit starkem Industriebesatz Arbeitslosigkeit deutlich schneller abbauen als Regionen, die industrieschwach sind. Hinzu kommen die positiven Wechselwirkungen zwischen der Industrie und dem Dienstleistungsgewerbe, insbesondere den unternehmensnahen Dienstleistungen, durch die zahlreiche Sekundärarbeitsplätze geschaffen werden. Das Wachstum des Dienstleistungssektors in den vergangenen Jahren wäre ohne den starken Industriebesatz und den Auftraggeber Industrie erheblich schwächer verlaufen.
Die Industrie bezieht inzwischen zahlreiche Vorleistungen von Dienstleistern. Sie wirkt als wichtigster Auftraggeber und größter Vorleistungsbezieher weit in andere Branchen hinein. Die Bruttowertschöpfung des "Netzwerks Industrie Bonn/Rhein-Sieg" beträgt aktuell rund 4,2 Milliarden Euro und damit etwa 20 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung im Kammerbezirk.
Deshalb fordert die IHK eine stärkere Wertschätzung der Industrie in der Region Bonn/Rhein-Sieg: Die Industrie braucht ein ausreichendes Flächenangebot für notwendige Expansionen oder Neuansiedlungen. Nicht jede Brachfläche darf für Handel und Dienstleistung freigegeben werden. Ebenso sind gut ausgebildete Fachkräfte und Ingenieure notwendig, denn diese bilden das Rückgrat industrieller Produktion. Weiterhin muss die Verkehrsinfrastruktur weiter optimiert werden, die Nachtflugregelungen am Flughafen Köln/Bonn müssen beibehalten werden und die Ost-West-Achsen auf der Straße müssen weiter ausgebaut werden.