IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg


IHK kämft für die Südtangente

Verkehrspolitische Positionen der IHK und Bundesverkehrswegeplan

Verkehrspolitische Positionen der IHKIHK Vollversammlung beschließt verkehrspolitische Positionen – Wirtschaft ist unzufrieden mit dem Bundesverkehrswegeplan – IHK kämpft weiter für die Realisierung der Südtangente

Wenn Beschäftigte wegen Staus zu spät zur Arbeit, vor allem aber Waren zu spät zu den Unternehmen kommen, dann hat das betriebs- und volkswirtschaftliche Folgen. Über die sich viele Unternehmer zu Recht beklagen.

Grund: Die Verkehrsinfrastruktur im Bezirk der IHK Bonn/Rhein-Sieg ist den Anforderungen weiter wachsender Verkehrsströme nicht gewachsen, vielerorts sogar überfordert. Kapazitäten hat allenfalls noch der Rhein zu bieten. Die Autobahnen, aber auch viele Bundes- und Landesstraßen, sind hingegen – wenn man den Individualverkehr mit hinzunimmt – längst an ihre Belastungsgrenzen gestoßen.

Die Vollversammlung der IHK hat sich der Verkehrsproblematik in Stadt und Kreis angenommen. In ihrer Sitzung am 8. März haben die Mitglieder der Vollversammlung unter dem Titel „Unternehmens-standort Bonn/Rhein-Sieg – Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur“ mit großer Mehrheit verkehrspolitische Positionen verabschiedet. Zuvor waren sie im Industrie-, Verkehrs- und Immobilienausschuss sowie im Präsidium der IHK beraten worden.

IHK-Positionen und Bundesverkehrswegeplan

Am 16. März wurde der Bundesverkehrswegeplan veröffentlicht, der viele von den Unternehmen geforderte Projekte aufs Abstell- oder Wartegleis gesetzt hat. Generell ist die IHK unzufrieden mit diesem Entwurf. Die IHK Bonn/Rhein-Sieg kämpft weiter für die Realisierung der Südtangente (Venusbergtunnel und Ennertaufstieg).

Unternehmensstandort Bonn/Rhein-Sieg - Anforderungen an die VerkehrsinfrastrukturDie Broschüre "Unternehmensstandort Bonn/Rhein-Sieg - Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur" als PDF zum Herunterladen.

„Aus Sicht der regionalen Wirtschaft kann nur dieses Projekt unsere Verkehrsprobleme langfristig und nachhaltig lösen“, sagte IHK-Präsident Wolfgang Grießl beim Pressegespräch in der IHK: „Die Südtangente als vierspurige Bundesstraße hat einen hohen Nutzen-Kosten-Faktor und würde nicht – wie vielfach behauptet – zu mehr Verkehr, sondern zur Entlastung führen. Die Fakten sprechen nach wie vor für das Projekt. Wir werden uns deshalb, gestützt auf die mehrheitlich verabschiedeten verkehrspolitischen Positionen der IHK-Vollversammlung, gemeinsam mit anderen Wirtschaftsverbänden, aber auch mit Unterstützung der Politik dafür einsetzen, dass die Südtangente noch in die Kategorie ‚Vordringlicher Bedarf’ des Bundesverkehrswegeplanes gehoben wird, sonst wird die Südtangente in den nächsten 15 Jahren nicht realisiert.“

Grießl: „Die neue Rheinquerung bei Wesseling/ Niederkassel und der sechsspurige Ausbau des Tausendfüßlers sind weitere Projekte, die unsere Verkehrsinfrastruktur fit für das Jahr 2030 machen würden. Das Rheinland kommt als Wachstumsregion mit erheblichen Zuwächsen beim Durchgangs-, Quell- und Zielverkehr hier zu schlecht weg.“

Sollte es bei den entsprechenden Einstufungen bleiben, werde die Verkehrsinfrastruktur der Region Bonn/Rhein-Sieg nur unzureichend an die künftigen Herausforderungen angepasst. Aber es gibt auch Erfreuliches zu berichten.

 „Die IHK-Forderung nach dem Bau der Ortsumgehung Hennef-Uckerath hat Eingang in den „Vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplanes gefunden hat – genauso wie der Ausbau der A61 zwischen Meckenheim und Bliesheim sowie der Ortsumgehung Swisttal, die damit in den nächsten 15 Jahren umgesetzt werden sollten“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille.

 
Hier eine Auswahl aus den Anforderungen an die Verkehrspolitik.

Folgende Projekte müssen dringend umgesetzt werden:

•?Verbindung der A 565 mit der A 3 durch den Venusbergtunnel und den Ennertaufstieg (sog. Südtangente)1.

•?Sechsstreifiger Ausbau der A 565 zwischen Bonn-Hardtberg und Friedrich-Ebert-Brücke und Aufhebung der Ablastung der Brücke über die Sebastianstraße auf max. 44 Tonnen.

•?Zügige Sanierung der A 565 (sog. „Tausendfüßler“). Danach sollte auch hier die Ablastung auf max. 44 Tonnen wieder aufgehoben werden.

•?Zügige Sanierung der Friedrich-Ebert-Brücke (sog. Nordbrücke).

•?Bau einer weiteren Rheinquerung von Godorf/Wesseling nach Niederkassel.

•?Bau der Ortsumgehung Hennef-Uckerath.

•?Eine weitere Entlastung kann auch der Hafen Lülsdorf bieten, wenn dieser mit einem trimodalen Containerterminal ausgestattet wird. Dies setzt allerdings voraus, dass die Anbindung des Hafens an die Schiene durch die Rheinquerung zwischen Godorf  und Niederkassel gewährleistet wird.

•?Zügige Bauumsetzung der S 13 zwischen Troisdorf und Oberkassel für eine Schienenanbindung Bonns zum Flughafen.

•?Konzeptentwicklung einer Schnellverbindung zwischen dem ICE-Bahnhof  in Siegburg und dem Bonner Hauptbahnhof.

1 Diese Position wird von einem Teil der Unternehmen im IHK-Bezirk nicht unterstützt. Diese befürchten zusätzliches Verkehrsaufkommen, Schwerlastverkehr und dass die erwünschten Entlastungswirkungen ausbleiben.
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Die Broschüre „Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur“ kann bei Till Bornstedt angefordert bzw. unter www.ihk-bonn.de | Webcode 2860 heruntergeladen werden.

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