IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg
02.03.2017

Schulnote 2,2 für die Bonner Innenstadt

Bundesweite Befragung "Vitale Innenstädte" mit EHV und IHK

Mit der Note 2,2 wird die Bonner Innenstadt von den Besuchern weitaus positiver bewertet als im Jahr 2014, wo sie eine 2,5 erreichte. Ein Drittel der Besucher der Bonner Innenstadt kommen von außerhalb und diese vor allem mit dem ÖPNV. Das sind zentrale Ergebnisse der bundesweiten Befragung des Instituts für Handelsforschung IFH in Köln zu "Vitalen Innenstädten 2016", die in Bonn vom Einzelhandelsverband Bonn Rhein-Sieg Euskirchen (EHV) und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg als Partner unterstützt wurde.

Bonner Innenstadt besser als der Durchschnitt

Die Befragung wurde Ende September 2016 zum zweiten Mal in Bonn durchgeführt. Gemessen an der Bewertung von Städten mit vergleichbarer Größe schneidet Bonn überdurchschnittlich ab. Das allgemeine Ambiente / Flair der Bonner Innenstadt wurde dabei mit einer Durchschnittsnote von 2,0 besonders gut bewertet. "Die Befragten stellen insbesondere die Gebäudesubstanz der Innenstadt, die Aufenthaltsqualität von Plätzen und Grünflächen sowie das Kaufangebot an Bekleidung positiv heraus", sagte EHV-Hauptgeschäftsführer Adalbert von der Osten. 

Unzureichende Parkmöglichkeiten

Schlecht schnitten bei der Befragung der Kunden in der Innenstadt allein die Parkmöglichkeiten ab. Bei einer Durchschnittsnote von 3,5 ergibt sich hier noch Nachholbedarf. Dieser Wert hat sich seit der ersten IFH-Studie 2014 um 0,3 Punkte verschlechtert. "Wir benötigen in Bonn ein intelligent reagierendes Verkehrs- und Parkleitsystem für die Innenstadt, das die Autofahrer benutzerfreundlich in die City rein und wieder aus ihr heraus führt", erläuterte IHK-Geschäftsführer Professor Dr. Stephan Wimmers: "Aus Besuchersicht bietet die Innenstadt ein ausreichendes Parkangebot, aber mit der Schließung der Uni-Garage ist es zunehmend zu Verdrängungseffekten im öffentlichen Parkraum gekommen. Die notwendige elfmonatige Schließung der Marktgarage verknappt das Angebot voraussichtlich bis November 2017 zusätzlich." Bei der Herkunftsanalyse war deutlich festzustellen, dass die Gäste von außerhalb sich vor allem an den großen Verkehrsachsen wie Autobahnen, Bahnstrecken und der Linie 66 orientieren. Dabei nutzten 43 Prozent der Besucher Bus und Bahn und nur 28 Prozent den Pkw. Auffällig ist weiterhin, dass noch Nachholbedarf im Hinblick auf Anbieter von Lebensmitteln gesehen wird. Dieses Sortiment wird, trotz des hinzugekommenen Supermarktes am Friedensplatz, weiterhin durch die Besucher als ausbaufähig empfunden. "Gerade in Zeiten des demographischen Wandels ist eine Nahversorgung im Quartier umso wichtiger geworden, um eine "Stadt der kurzen Wege" für die Versorgung mit allen Produkten des täglichen und mittelfristigen Bedarfs zu gewährleisten", so von der Osten.

Onlinehandel nimmt zu

Auch der Einfluss des Onlinehandels macht sich unter den Befragten bemerkbar: Trotz angegebener gleichbleibender Besuchshäufigkeit der Innenstadt steigt die Anzahl der Personen, die Produkte im Internet einkaufen (2014: 22 Prozent; 2016: 47 Prozent). So teilte die Hälfte der Befragten mit, dass es ihnen wichtig ist vorab, bestellte Ware im Geschäft abzuholen und sich über Innenstadtgeschäfte im Internet zu informieren. Kostenfrei verfügbares WLAN wird von knapp zwei Drittel der Besucher als wichtig angesehen und stellt sicher, dass Informationen zu den Geschäften und Produkten auch während des Besuches schnell abzurufen.

Wichtige Bauprojekte vorantreiben

Investitionen in die Innenstadt sind trotz der guten Studienergebnisse weiterhin notwendig, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Wimmers: "Die Projekte "Nordfeld" und Südüberbauung" am Bahnhof werden erfolgreich sein, wenn sie Teil einer lebendigen Innenstadt sind und den Erlebnischarakter voran bringen. Es bietet sich hier die Chance ein attraktives Eingangstor mit Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie für Bonn zu gestalten."

Die Befragung wurde an fünf Standorten in der Bonner Innenstadt unter 300 Personen am 22. und 24. September durchgeführt. Das Durchschnittsalter der Befragten lag 2016 bei 38,9 Jahren (2014: 47,1).


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