IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg
26.06.2017

Mit Kunstwerken aus Silikon und Acryl wird in Hennef eine Galerie eröffnet

IndustrieGeschichte trifft Kunst

Die Kunstszene an Rhein und Sieg ist um einen Anziehungspunkt reicher, die Geschichte der Industrie in Hennef bekommt einen spannenden neuen Akzent. In den repräsentativen Räumen der ehemaligen Chronos-Villa im Herzen der Stadt Hennef eröffnet Susanne Neuerburg ihre neue Galerie für zeitgenössische Kunst. Die denkmalgeschützte Villa ist das ehemalige, um 1900 entstandene Verwaltungsgebäude der Chronos-Werke und damit eines der wenigen Überbleibsel der großen Hennefer Industriekultur. In den Chronos-Werken wurden schon vor mehr als 150 Jahren Waagen gebaut, die Firma gilt als Wiege der industriellen Waagen-Produktion. ?

Susanne Neuerburg will mit ihren Ausstellungen dazu beitragen, den Bezug von Industrie und Kunst aufzuzeigen und kreative Verbindungen darzustellen.? Das macht die Premiere in aller Klarheit deutlich: sie ist dem Kunststoff gewidmet, oder, um genau zu sein, Silikon und Acryl. Die Kunst stammt aus dem Atelier des in Düsseldorf lebenden ukrainischen Künstlers Aljoscha. Der 1974 geborene Künstler ist durch seine biofuturistischen Werke auch international bekannt geworden. Mit seinen Werkstoffen Acryl und Silikon schafft er Objekte, die an in der Natur vorkommende Organismen, Lebewesen und Pflanzen erinnern. Sie sind jedoch keine Nachahmungen von natürlichen Objekten, sondern Aljoscha sieht sich als Schöpfer neuer möglicher Lebensformen. ?

"Ich bin sehr auf die Reaktionen des Publikums auf diese Premiere gespannt", freut sich Susanne Neuerburg auf die Vernissage. Die in Hennef groß gewordene Galeristin stammt aus einer bekannten Kölner Sammlerfamilie, ebenfalls mit industrieller Vergangenheit. Nach einem Studium der Kunstgeschichte in Bonn war sie einige Jahre an einem Ausstellungsraum in Köln beteiligt und ist in der Kunstvermittlung des Museum Ludwig in Köln tätig. Auch ihre Familie ist seit Jahrzehnten in der Kunst aktiv. Eröffnet wird die Ausstellung mit einer Vernissage am Freitag, 1. September, ab 18 Uhr , am 2. September soll von 14 bis 18 Uhr gefeiert werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.?

Aljoschas Kunstobjekte sind nicht nur ein hoher ästhetischer Genuss, sondern sie regen auch zum Nachdenken über die Zukunft an. Die Erschaffung von neuartigen Molekülen oder sogar neuer Lebewesen ist das Ziel der synthetischen Biologie, um den wachsenden Probleme der Menschheit zu begegnen. Aljoscha nennt seine Kunstpraxis auch Bioismus: "Die zunehmende Verringerung der Flora- und Faunaarten und das immense Bevölkerungswachstum werden nach meiner Meinung früher oder später die Zivilisation zur Rekonstruktion der verlorenen Arten, ja sogar zur Entwicklung neuer synthetischer Arten bewegen, die mit den bereits bestehenden dann hoffentlich kompatibel sind. Eben deshalb interessiert mich die theoretische Möglichkeit des "Bioismus", neue "Biofakten" zu schaffen, nicht für die Wirtschaft der Zukunft, sondern für die philosophischen und ethischen Systeme des Animismus, für eine neue Definition von Leben, für die Biogenese, warum auch nicht auf anderen Planeten." Die synthetische Biologie sieht Aljoscha durchaus als Hoffnungsträger. So wird der Titel seiner Ausstellung in der Galerie Susanne Neuerburg "The Hedonotropic Force" sein. Es geht um den ewigen Wunsch nicht nur des Menschen, sondern allen Lebens nach Leidlosigkeit und Glückseligkeit.?


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