Ausbildungsprämie

Was sieht das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ vor?

Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ sollen die weitreichenden Corona-Auswirkungen im Ausbildungsbereich bekämpft werden. Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen in den Gesundheits- und Sozialberufen werden mit verschieden Maßnahmen und Angeboten unterstützt und motiviert, das Ausbildungsengagement, trotz der harten wirtschaftlichen Corona-Einschnitte, aufrecht zu erhalten.

Das Fünf-Punkte-Programm sieht folgendes vor:

1. Ausbildungsprämie bei Erhalt des Ausbildungsniveaus im Vergleich zu den Vorjahren

2. Ausbildungsprämie bei Erhöhung des Ausbildungsplatzangebotes im Vergleich zu den Vorjahren

3. Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung

4. Förderung von Auftrags- und Verbundausbildung

5. Übernahmeprämie von pandemiebedingten Insolvenz-Auszubildenden


Was ist die Ausbildungsprämie?

Die Ausbildungsprämie dient dem mittelfristigen Ziel der Fachkräftesicherung durch den Erhalt oder die Erhöhung des Ausbildungsniveaus im Vergleich zu den Vorjahren. Es richtet sich an Ausbildungsbetriebe (KMU) und ausbildende Einrichtungen in den Gesundheits- und Sozialberufen, die durch die Covid-19-Krise erheblich betroffen sind.

KMU sind Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten. Als Stichtag für die Beschäftigungszahl (Anzahl der MA in Vollzeitäquivalenz) gilt der 29. Februar 2020. Gefördert werden KMU, die einen anerkannten Ausbildungsberuf anbieten.

Auch ausbildende Einrichtungen, die eine landes- bzw. bundesrechtlich geregelte praxisintegrierte Ausbildung in Gesundheits- und Sozialberufen anbieten, sind - bei Erfüllung der Voraussetzungen - antragsberechtigt.

Es wird eine Prämie pro Ausbildung gezahlt. Praktika sind von der Prämie ausgeschlossen.


An wen richtet sich die Ausbildungsprämie (Voraussetzungen)?

Antragsberechtigt sind KMU (bis zu 249 Mitarbeiter), die sich pandemiebedingt im ersten Halbjahr 2020 mindestens einen Monat in Kurzarbeit befunden haben oder im April und Mai 2020 einen Umsatzrückgang von mindestens 60 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten (April 2019 und Mai 2019) verbucht haben.

Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet wurden, sind die Monate November und Dezember 2019 als Vergleichsmonate heranzuziehen.

 

1. Was ist die Ausbildungsprämie bei „Erhalt des Ausbildungsniveaus“?

Gefördert werden KMU, die trotz der Covid-19-Krise ihr Angebot an Ausbildungsplätzen im Vergleich zu den 3 Vorjahren auf konstant gleichem Niveau beibehalten. Hierfür werden die Ausbildungsvertragsabschlüsse von 2020 mit den durchschnittlichen Abschlüssen der letzten  3 Jahre (2017-2019) verglichen.

Für jeden für das Jahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag erhält der Betrieb, bei Erfüllung der Voraussetzungen, eine Einmalzahlung in Höhe von 2.000 € für jeden abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Ausgezahlt wird dieser nach abgeschlossener Probezeit. 


2. Was bedeutet Ausbildungsprämie „bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus“?

Finanziell gefördert werden KMU, die trotz der Corona-Folgen zu ihren ursprünglich geplanten Ausbildungsplätzen für das Jahr 2020 noch zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten. Verglichen werden hierfür die Vertragsabschlüsse für 2020 im Vergleich zu den durchschnittlichen Vertragsabschlüssen der 3 vorangegangen Jahren (2017-2019).

Bei Erfüllung der Voraussetzung erhält jeder Betrieb für jeden zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag eine Einmalzahlung in Höhe von 3.000 €. Ausgezahlt wird die Förderung nach abgeschlossener Probezeit.


3. 
Welche Voraussetzungen benötige ich für den Erhalt der Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit?

KMU, die trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation Ihre Auszubildenden und ihr Ausbildungspersonal nicht in Kurzarbeit geschickt haben, um den erfolgreichen Abschluss der begonnen Ausbildung sicherzustellen, können eine Förderung beantragen. Voraussetzung ist ein coronabedingter Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Unternehmen.

Werden in diesem Fall weder das Ausbildungspersonal noch die Auszubildenden in Kurzarbeit geschickt, kann das Unternehmen eine Förderung von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat beantragen, in dem es einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Unternehmen nachweisen kann. Die Förderung ist befristet bis 31. Dezember 2020.


4. Was versteht man unter Auftrags- und Verbundausbildung?

Kann ein KMU aufgrund der Covid-19- Einschränkungen das Ausbildungsengagement temporär nicht wie gewohnt fortsetzen,  besteht die Möglichkeit der Nutzung der Auftrags- und Verbundausbildung. Das kann in Überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBS), anderen KMU oder bei anderen Ausbildungsdienstleistern erfolgen. 

Antragberechtigt sind ausbildungsgeeignete KMU, ÜBS und andere Ausbildungsdienstleister, die sich bereit erklären, die Ausbildung der Auszubildenden aus den entsendenden KMU für mindestens 6 Monate zu übernehmen.

Entsendende KMU müssen einen Umsatzeinbruch im April und Mai 2020 von durchschnittlich mindestens 60 Prozent im Vergleich zu den Vorjahresmonaten (April und Mai 2019) vorweisen, durch beispielsweise die Schließung des Betriebes oder Auflagen, die zu erheblichen Einschränkungen bei der Fortsetzung des Geschäftsbetriebes führen.


5. Wann erhalte ich eine Übernahmeprämie?

Jedes KMU, das einen pandemiebedingt von Insolvenz betroffenen Auszubildenden übernimmt, erhält eine Prämie. Hiermit soll sichergestellt werden, dass Auszubildende aus insolventen KMU die Ausbildung weiterführen und beenden können (Stichtag Eröffnung des Insolvenzverfahrens 31. Dezember 2020). Die einmalige Übernahmeprämie für jeden übernommen Auszubildenden beträgt 3.000 € für das aufnehmende KMU (vorbehaltlich der Erfüllung der Voraussetzungen). Die Förderung ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

Die Übernahme von Auszubildenden aus KMU, die sich bereits vor dem 31. Dezember 2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben, ist von der Förderung ausgeschlossen.

 
6. Wo kann ich den Antrag stellen?

Die Antragstellung soll bei der Agentur für Arbeit erfolgen. 

ACHTUNG: Die Förderrichtlinie, die konkrete Einzelheiten zur Antragstellung und  Auszahlung regelt, muss von der Bundesregierung noch erlassen werden. 

Wir bitten noch um etwas Geduld bis diese Informationen vorliegen.