IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg


Prof. Dr. Stephan Wimmers und Till Bornstedt: Lösungen für die Verkehrsinfrastruktur

Menschen bilden und beraten/Teil 12

Eingespieltes Team: Prof. Dr. Stephan Wimmers und Till Bornstedt (v.l.)Bonn/Rhein-Sieg steht im Wettbewerb mit vielen anderen Standorten - national und international. Um in diesem Wettbewerb zu bestehen, muss die Infrastruktur funktionieren, auf der Straße, der Schiene, im Wasser und in der Luft. IHK-Geschäftsführer Prof. Dr. Stephan Wimmers und Verkehrsreferent Till Bornstedt entwickeln die verkehrspolitischen IHK-Positionen und vertreten die Interessen der Wirtschaft.

Die Stadt Hennef will für den Lieferverkehr neue Ladezonen einrichten und fragt, ob die IHK Bonn/Rhein-Sieg am Konzept mitarbeitet. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club plant Radpendlerrouten aus dem Rhein-Sieg-Kreis nach Bonn und bittet um eine Stellungnahme. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW lädt zum Dialogforum "Bonn bewegt", um über die Auswirkungen geplanter Baumaßnahmen zu informieren (s. auch unsere Titelgeschichte "Wenn der Verkehr NICHT fliesst").

"Wir beteiligen uns gern, um die Verkehrsinteressen der Wirtschaft gegenüber Politik, Behörden und Verbänden zu vertreten. Das ist ein wichtiger Pfeiler der Standortpolitik der IHK Bonn/Rhein-Sieg", sagt Prof. Dr. Stephan Wimmers, Geschäftsführer Industrie, Handel, Verkehr, Tourismus und Kultur der IHK Bonn/Rhein-Sieg.

Gemeinsam mit IHK-Verkehrsreferent Till Bornstedt berät er die Kommunen im IHK-Bezirk, das Land NRW und den Bund zu verkehrspolitischen Fragen. "Wir möchten moderne Verkehrsthemen in die Region bringen. Sind unsere verkehrspolitischen Positionen erarbeitet, gehen sie in die Vollversammlung, die dazu einen Beschluss fasst."

Einzelhandel stärken

Beispiel City-Ring in Bonn: Monatelang stritten Gewerbetreibende in der Bonner Innenstadt, Parteien und Verkehrsorganisationen über die Sperrung der Maximilianstraße gegenüber dem Hauptbahnhof. Sie war wegen der Bauarbeiten für das neue Maximilian-Center eingerichtet worden. Die Verwaltung der Stadt Bonn plante, die Sperrung auch nach den Bauarbeiten fortzusetzen, um neue Verkehrswege zu testen.

Eine Umfrage der IHK Bonn/Rhein-Sieg stoppte die Pläne: "93,5 Prozent der befragten Einzelhändler beurteilen die Kappung des City-Rings als nicht sinnvoll", sagt Bornstedt. Den Gewerbetreibenden zufolge sei die Bonner Innenstadt für Pkw-Fahrer schlecht erreichbar, das führe zu weniger Besuchern, die Umsätze gingen durchschnittlich um 12,3 Prozent zurück. "Wenn wir den inhabergeführten Einzelhandel in der Innenstadt stärken wollen, brauchen wir Lösungen und keine zusätzlichen Verbote oder Verschärfungen", meint Wimmers.

Große und kleine Verkehrsprojekte

Der gebürtige Bonner kennt den Bonner Einzelhandel nicht nur als dessen Interessenvertreter. Als Student jobbte Wimmers für den Elektronikhändler Uni Radio, dessen Ladenlokal gegenüber dem Universitätshauptgebäude lag. Wimmers verkaufte Fernseher und Stereoanlagen, fuhr die Ware zum Kunden und schleppte die Geräte zahlreiche Treppen hoch.

Später arbeitete der promovierte Diplom-Volkswirt für das Institut für Mittelstandsforschung, den DIHK in Bonn, Berlin und Brüssel sowie für IHK NRW in Düsseldorf. Darauf folgten zwei Jahre als Professor an der IUBH Internationale Hochschule in Bad Honnef, wo er auch heute noch als Gastprofessor am Fachbereich Economics lehrt. Im Oktober 2014 kam er zur IHK Bonn/Rhein-Sieg.

Till Bornstedt begann seine IHK-Karriere vor drei Jahren. Zuvor studierte der Diplom-Geograf in Bonn. Heute begleitet er zahlreiche Verkehrsprojekte in der Region, vom Ennertaufstieg über die Sanierung der Nord- und Südbrücken bis zur geplanten zusätzlichen Rheinbrücke zwischen Godorf und Niederkassel.

Doch es sind nicht immer die großen Sorgen der Region, die die Verkehrsexperten beschäftigen. "Kürzlich rief der Inhaber eines Bonner Restaurants an, vor dessen Tür das Tiefbauamt der Stadt Bonn eine Baustelle eingerichtet hatte. Der Bauträger hatte das gesamte Material vor dem Restaurant abgeladen", erzählt Wimmers. In Fällen wie diesen nutzen die Verkehrsexperten den kurzen Draht zur Stadt Bonn und helfen dabei, die Lasten für alle Anlieger gleichmäßig zu verteilen.

Ursula Katthöfer, freie Journalistin, Bonn

Verkehrspolitische Forderungen

Die Forderungen der IHK Bonn/Rhein-Sieg an eine moderne Verkehrsinfrastruktur betreffen alle Verkehrswege. Hier eine Auswahl:

# Südtangente: Verbindung der A 565 mit der A 3 durch den Venusbergtunnel und den Ennertaufstieg
# Weiterhin uneingeschränkter Nachtflugverkehr in der Region
# Zügiger Bau der S-Bahnlinie S 13 zwischen Troisdorf und Oberkassel, dadurch Schienenanbindung Bonns an den Flughafen Köln/Bonn
# Rheinbrücke zwischen Godorf und Niederkassel
# Ausbau des Hafens in Niederkassel-Lülsdorf mit einem Containerterminal
# Stadtverträgliche Lkw-Navigation mit einem Positivnetz
# Bau der Hardtbergbahn zwischen der Bonner Innenstadt und dem Bonner Westen
# Bessere ÖPNV-Anbindung für Neunkirchen-Seelscheid sowie die höher gelegenen Ortsteile von Bad Honnef und Königswinter

Alle verkehrspolitischen Positionen gibt es hier als PDF (5,2 MB) zum Download 

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