IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg


Tourismus in Bonn/Rhein-Sieg

Musikliebhaber, Wanderer und Tagungsgäste in der Region

Tourismus in Bonn/Rhein-Sieg Beethoven und Macke, „Rhein in Flammen“ und „Rheinbach Classics“, Museen und Kongresse:
Die Region Bonn/Rhein-Sieg hat Touristen jede Menge zu bieten. Und die kommen
– die Übernachtungszahlen steigen von Jahr zu Jahr. Die Region tritt im Wettbewerb
um Inlands- und Auslandsgäste gemeinsam an, doch die Konkurrenz ist stark, auch
wenn der Tourismus insgesamt boomt. Deshalb muss die nationale und internationale
Vermarktung noch schlagkräftiger werden.


Beginnen wir mit dem, was man nicht sieht. Das Rheinhotel Dreesen ist ein guter Ort dafür. Inhaber Fritz Georg Dreesen erzählt eine Anekdote: „Manchmal stehe ich mit Gästen, die zum ersten Mal hier sind, am Fenster. Wenn sie auf die andere Rheinseite zeigen und fragen, was das dort auf dem Berg für Gebäude seien, antworte ich manchmal: ‚Tut mir Leid, das darf ich Ihnen nicht sagen, das gehört nicht mehr zu Bonn.‘“

Fritz Georg DreesenFritz Georg Dreesen

Tatsächlich kennt nicht jeder Bonn-Besucher das Siebengebirge mit dem Petersberg, Schloss Drachenburg und dem Drachenfels. Vor allem jedoch kennt so gut wie kein Tourist, der die Region besucht, die kommunale Grenze, auf die der Bonner Hotelier anspielt. Das von seinem Urgroßvater 1894 eröffnete Hotel steht auf Bonner Boden, das Siebengebirge breitet sich im Rhein-Sieg-Kreis aus.

Blick über die Drachenburg auf die Stadt BonnBlick über die Drachenburg auf die Stadt Bonn


Man sieht diese Grenze nicht, und man nimmt sie im Alltag nicht wahr. „Das ist ein Erfolg der Tourismusakteure in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis“, betont Dreesen. „wir sind touristisch eine Einheit und treten entsprechend auf, das verleiht mehr Schlagkraft!“ (Siehe dazu auch unser Interview)

Diese Schlagkraft ist auch nötig, denn Touristen mögen zwar von sich aus nach Barcelona, Venedig oder Paris reisen, nicht aber automatisch – zumindest nicht in ausreichender Zahl – nach Bonn und in den Rhein- Sieg-Kreis. Sie müssen vielmehr umworben werden – durch ein intelligentes Standortmarketing und ein auf möglichst viele Zielgruppen individuell zugeschnittenes, attraktives Angebot.

Das versuchen die vielen anderen Destinationen im In- und Ausland natürlich auch. Dabei kommt der hiesigen Region zupass, dass der Inlandsurlaub bei den Deutschen immer beliebter wird. Zugleich habe der Tourismus aus dem Ausland nach zuletzt schwächelnder Nachfrage 2017 wieder angezogen und sogar den Inlandstourismus als Wachstumsmotor abgelöst, heißt es im „Tourismusbarometer Rheinland 2018“, erarbeitet von der dwif-Consulting GmbH im Auftrag der sieben Industrie- und Handelskammern im Rheinland.

Andererseits hielt das „Tourismusbarometer Rheinland 2017“ ein Jahr zuvor fest: „Der Reisende von heute agiert in gesättigten Märkten und sieht sich einer Vielzahl von teils austauschbaren Angeboten gegenüber.“ Hinzu kommt: Der Wettbewerb der Städte und Region nimmt zu – auch im Tourismus. Beispiel Aktivurlaub: „Rheinsteig“ und „Natursteig Rhein/Sieg“ sind unbestritten ein wichtiges Plus für die Region. Aber „gestiegen“ wird längst auch in anderen attraktiven Gegenden – vom „Eifelsteig“ über den neuen „Moselsteig“ bis zum „Rothaarsteig“, entsprechende Reisepakete für verschiedene Zielgruppen inklusive.

Radtour an der Sieg entlangRadtour an der Sieg entlang

„Weiteres Risiko: Der Trend geht zu kürzeren Tagungen und Kongressen“, sagt Prof. Dr. Stephan Wimmers, Geschäftsführer Tourismus der IHK Bonn/ Rhein-Sieg. Er engagiert sich auf Seiten der IHK für den Tourismus im IHK-Bezirk und wirkte unter anderem in einer Task-Force des FORUMs Innovation der IHK mit, die Tourismustrends in der Region Bonn/Rhein-Sieg identifizierte und Handlungsempfehlungen erarbeitete.

Die Zahl der Übernachtungen steigt Jahr für Jahr

Inmitten dieser vielschichtigen Chancen und Herausforderungen muss sich Bonn/Rhein-Sieg als Tourismusdestination positionieren – jeden Tag ebenso wie perspektivisch. Dies scheint zu gelingen, wenn man die Zahlen betrachtet: Die Region Bonn/Rhein-Sieg erzielte 2017 im achten Jahr in Folge einen Übernachtungsrekord.

In Bonn stieg die Zahl der Übernachtungen auf knapp 1,6 Millionen, im Rhein- Sieg-Kreis auf über 1,3 Millionen. Im ersten Halbjahr 2018 zählte die Tourismus & Congress GmbH Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler (T&C) knapp 1,4 Millionen Übernachtungen in Stadt und Landkreis.

In Bonn reisten 78 Prozent der Gäste aus Deutschland an, 22 Prozent aus dem Ausland. Die meisten ausländischen Gäste kamen aus den USA, Großbritannien und China. Im Rhein-Sieg-Kreis entfallen knapp 14 Prozent der Übernachtungen auf internationale Gäste, vor allem aus den Niederlanden, Belgien und Großbritannien.

Udo Schaefer, Geschaeftsfuehrer der T&CUdo Schäfer, Geschäftsführer der T&C

Im Durchschnitt blieben die Gäste 1,9 Tage in Bonn und 2,1 Tage im Rhein/Sieg-Kreis. „Der Freizeittourismus und der Geschäfts- und Tagungsbereich bewegen sich auf gutem Niveau“, sagt dazu Udo Schäfer. Die Touristen würden großen Wert auf individuelle Erlebnisse und ein angenehmes Flair mit herausragenden kulturellen Angeboten legen.

„Hier sind wir mit dem kulturellen Angebot von der Museumsmeile über Beethoven bis hin zum romantischen Rhein und den Naturrouten eine attraktive Region“, betont der T&C-Geschäftsführer. „Gerade mit der Kombinationsmöglichkeit aus Städtetourismus und Naturerlebnis wollen wir weiter punkten.“

BTHVN 2020 – Beethoven soll Menschen aus aller Welt in die Region ziehen

War es 2017 vor allem die Weltklimakonferenz COP23 im Herbst, die das Augenmerk der ganzen Welt auf Bonn richtete und in der Region die Übernachtungszahlen anschwellen ließ, soll es 2020 Beethoven sein, der – dann allerdings ein ganzes Jahr lang – die Region weltweit ins rechte Licht rückt.

2020 feiert Deutschland in Bonn und der Region den 250. Geburtstag des weltberühmten Komponisten. Eigens dafür errichteten die Bundesrepublik Deutschland, das Land NRW, der Rhein-Sieg-Kreis und Beethovens Geburtsstadt Bonn gemeinsam die gemeinnützige Beethoven Jubiläums Gesellschaft mbH, die dieses bedeutende Jubiläum koordiniert und unter der Dachmarke „BTHVN2020“ kommuniziert.

Beethoven-Denkmal in BonnBeethoven-Denkmal in Bonn

Die Voraussetzungen dafür sind ziemlich gut, denn: „Beethoven als Person und Thema müssen wir gar nicht mehr erklären, das ist ein grandioser Ausgangspunkt“, freut sich der künstlerische Geschäftsführer der Jubiläumsgesellschaft. Christian Lorenz und sein Team können sich bei der Kommunikation also ganz den Inhalten widmen. Diese orientieren sich an fünf Leitthemen: Beethoven, der

  • Bonner Bürger
  • Tonkünstler
  • Humanist
  • Visionär
  • Naturfreund

Ebenfalls praktisch: Die Jubiläumsgesellschaft und die T&C sind nicht die einzigen, die das Beethovenjahr 2020 in Bonn vermarkten. „Zu unseren wichtigen Partnern zählt auch die Deutsche Zentrale für Tourismus, die im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums das Reiseland Deutschland vertritt und Beethoven ein Themenjahr widmen wird“, berichtet Lorenz. Er ist überzeugt, dass viele Gäste aus dem In- und Ausland zum Beethovenjubiläum in die Region kommen werden.

künstlerische Geschaeftsfuehrer der JubilaeumsgesellschaftChristian Lorenz, künstlerischer Geschäftsführer der Beethoven-Jubiläumsgesellschaft

„Zugleich wird das Jubiläum dazu beitragen, Beethoven in der Stadt noch sichtbarer zu machen und die Identifikation zu erhöhen“, sagt Lorenz, „daran lässt sich touristisch auch nach 2020 anknüpfen.“

Rheinbach: Die Römer in Vergangenheit und Zukunft

Auch im Rhein-Sieg-Kreis verknüpft man erfolgreich die Vergangenheit mit der Zukunft. Beispiel Rheinbach. Dort zählt man viele Tagesgäste, die etwa ins „monte mare“ kommen oder zum Wandern. „Aber bei Übernachtungen haben wir noch Luft nach oben“, findet Dr. Raffael Knauber, Erster Beigeordneter der Stadt.

Dr. Raffael Knauber, Erster Beigeordneter der Stadt RheinbachDr. Raffael Knauber, Erster Beigeordneter der Stadt Rheinbach

Das könnte sich bald ändern, denn zum Kulturzentrum Himmeroder Hof mit seinem Glasmuseum und dem Naturpark-Zentrum gesellt sich bald eine weitere Attraktion: Im August erfolgte der Spatenstich zu einem Römerkanal-Informationszentrum. Vorgesehen ist ein transparenter Glas-Beton-Kubus, in dem die Geschichte eines ziemlich beeindruckenden Bauwerks veranschaulicht werden soll: der antiken, fast 100 Kilometer langen Wasserleitung von Nettersheim in der Eifel bis Köln.

Wasemer Turm in RheinbachWasemer Turm in Rheinbach

„Wir wollen aber nicht nur auf die Vergangenheit des Bauwerks blicken, sondern zum Beispiel auch zeigen, was im Laufe der Jahrhunderte mit den Steinen geschehen ist, aus denen es die Römer einst errichteten“, erzählt Knauber. Eng damit verknüpft ist der Römerkanal-Wanderweg, für dessen Umsetzung sämtliche Gemeinden, auf deren Gebiet Wasserleitung und Wanderweg verlaufen, kooperiert haben.

Die sechs linksrheinischen Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises wiederum bereiten derzeit die „Apfelroute“ vor. Der ausgeschilderte Fahrradweg mit Haupt- und Nebenrouten soll 2019 eröffnet werden und zusätzlich Touristen anlocken. „Gerne auch über Nacht“, wirbt Knauber.

Der Rhein: „Ein größerer Tourismusfaktor, als wir alle glauben“

Die vorliegende Titelgeschichte kann nur Beispiele nennen und muss eine Auswahl treffen. Ein touristischer Akteur darf aber keinesfalls fehlen: der Rhein. „Der Rhein ist sogar ein noch größerer Tourismusfaktor, als wir alle glauben“, sagt jemand, der es wissen muss. Dr. Achim Schloemer ist Vorstandsvorsitzender der traditionsreichen Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG mit Sitz in Köln. Deren Schiffe befahren den Rhein zwischen Düsseldorf und Mainz.

Schloemer denkt aber in noch größeren Zusammenhängen, schließlich engagiert er sich ehrenamtlich nicht nur im Tourismus Förderverein Bonn/Rhein- Sieg/Ahrweiler, sondern auch als Vorstand Touristik im ADAC Mittelrhein und ist Vorsitzender des Tourismusausschusses des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin.

Dr. Achim Schloemer, Vorstandsvorsitzender der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG und Vorsitzende des Tourismusausschusses des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in BerlinDr. Achim Schloemer, Vorstandsvorsitzender der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt AG und Vorsitzende des Tourismusausschusses des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin

„Der Rhein wird von vielen vermarktet, aber oft nur abschnittweise“, beobachtet Schloemer, „wir teilen ihn sozusagen zu sehr auf.“ Dabei sei der Rhein – das habe er mit Beethoven gemeinsam – weltweit ein Thema und könnte auf den Auslandsmärkten viel stärker als Einheit beworben werden.

Schloemer schwärmt: „Der Rhein ist der Held unserer Region – und mehr als das!“ Mit ihm ließen sich im internationalen Markt zahlreiche Themen transportieren, von Burgen, Romantik und Welterbe über Rheinland und Gastlichkeit bis Kultur und Lebensart. Ähnlich wie Beethoven sei er für die Region Bonn/Rhein-Sieg ein Leuchtturm, um den herum sich attraktive Gesamtpakete schnüren ließen.

Unterwegs auf dem RheinradwegUnterwegs auf dem Rheinradweg

„Übrigens auch für jüngere Zielgruppen“, betont Schloemer und nennt After-Job-Partys an Bord der Ausflugsschiffe als Beispiel. Sein eigenes Unternehmen, aber auch die anderen Schifffahrtsunternehmen, etwa in Bonn, würden immer wieder Neues ausprobieren. „Das“, sagt Schloemer, „ist gut so!“

TourismusCamp: Gemeinsam den Standort weiterentwickeln

Neu ist auch das TourismusCamp Bonn/Rhein-Sieg/Ahr 2017 von Marie-Soledad Sichert von bonntouren.de ins Leben gerufen, fand es vor wenigen Wochen im Hotel Collegium Leoninum zum zweiten Mal statt. Rund 50 Personen aus der regionalen Tourismusszene kamen bei dem als „Barcamp“, einem partizipativen Veranstaltungsformat, konzipierten zweitägigen Ereignis zusammen und tauschten sich in Workshop- Atmosphäre über Themen aus, die den regionalen Tourismus direkt oder indirekt betreffen.

Dabei waren zum Beispiel Angelika Schmitz von der Bonner Fährund Fahrgastschifffahrt GmbH & Co. KG und Astrid Borig von der Bonner Personen Schiffahrt eG, Cora Mühlens vom Hotel Deutsches Haus oder Marzia Templeton von der Tourismus Siebengebirge GmbH.

Aziza El-GindiAziza El-Gindi (l.) organisiert das TourismusCamp gemeinsam mit Soledad Sichert

„Inhaltlich waren in diesem Jahr vor allem Rechtsthemen sehr beliebt“, erzählt Aziza El-Gindi von Bonn. digital, die das TourismusCamp gemeinsam mit Soledad Sichert organisiert. So habe es etwa Sessions zum Reisevertragsrecht, zum Datenschutz im Gastgewerbe und zur Datenschutzgrundverordnung für Reiseleiter gegeben. „Darüber hinaus wurde sehr viel über die Zukunft Bonns gesprochen“, ergänzt El-Gindi, „beispielsweise über den Fakt, dass Bonn demnächst 1.000 neue Hotelbetten bekommt und wie die regionale Hotelbranche mit der Situation umgehen möchte.“

Die Region weiter gezielt positionieren und vermarkten

Die Gäste in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis kommen aus einer Vielzahl von Gründen in die Region, ihre Motive sind vielfältig. Aus dieser Vielzahl arbeitete die von Dr. Reiner Nikula moderierte Task-Force des FORUMs Innovation, der neun Unternehmerinnen, Unternehmer und andere Akteure der hiesigen Tourismusbranche angehörten, vor drei Jahren diejenigen Motive heraus, die aus ihrer Sicht besonders relevant sind und vor allem: die sich ihrer Überzeugung nach positiv beeinflussen lassen.
Mithilfe einer Wechselwirkungsanalyse ermittelte sie systematisch eine Rangliste:

  • Image/Zauber des Ortes/Gefühl („Genius loci“)
  • Bonn als „Komponente“, etwa einer Köln- oder
  • Mittelrhein-Reise
  • Veranstaltungen und Events

„Wenn Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis sich verstärkt dieser Faktoren annehmen, sehen wir gute Chancen, die Destination deutlich zu stärken“, ist Prof. Dr. Stephan Wimmers, IHK, überzeugt. Die Region müsse klarer als bisher als Erlebnis inszeniert werden. „Außerdem müssen interkulturelle Faktoren stärker berücksichtigt und zudem Veranstaltungen noch genauer auf einzelne Zielgruppen zugeschnitten werden“, fasst Wimmers die Empfehlungen der Task-Force zusammen.

Ein Beispiel: „Natürlich gibt es schon jetzt Ereignisse von regionaler und überregionaler Strahlkraft, die als kollektives Erlebnis wahrgenommen und auch so von den Medien aufgegriffen werden, und die zugleich für zahlreiche individuelle Erlebnisse sorgen – vom Bonn-Marathon im Frühjahr über das Beethovenfest im September bis zu den Weihnachtsmärkten“, heißt es in dem Strategiepapier der Task-Force. „Aber: Selbst in den etablierten Events steckt noch jede Menge nicht ausgeschöpftes Potenzial. Ganz zu schweigen von Pluspunkten der Region, die bisher noch gar nicht als Erlebnis inszeniert werden.“

Möglichst viele Besucher eines Ortes oder einer Veranstaltung sollten ihre Anwesenheit und Teilnahme als positives Erlebnis wahrnehmen. Das heißt: als ein Ereignis, das, mit positiven Empfindungen verknüpft, lange im Gedächtnis bleibt. Das Vehikel dazu: Die Touristiker müssten persönliche Bezüge herstellen. Je genauer die Charakteristika von Besuchern bekannt sind und je eher eine praktische Beteiligung der Besucher möglich ist, desto eher könne das gelingen.

Das World Conference Center Bonn (WCCB)Das World Conference Center Bonn (WCCB)

Wimmers und seine Mitstreiter sind überzeugt: Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis sind attraktive Reisedestinationen. Der Tourismus entfaltet dort ein großes wirtschaftliches Potenzial, von dem viele Unternehmen und die Region insgesamt profitieren.

Jedoch: „Die touristischen Akteure – und damit sind die einschlägigen großen Institutionen ebenso gemeint wie letztlich jeder Beherbergungsbetrieb, jeder Gastwirt, jeder Veranstaltungsanbieter – dürfen sich auf diesem positiven Trend nicht ausruhen“, lautet das Fazit der Task-Force. Klar sei nämlich auch: Bonn und Rhein-Sieg seien keine A-Destinationen, wie Berlin, Hamburg oder München.

„Die Region ist für viele Beiprogramm eines Kongressaufenthalts oder Etappenziel einer Rheinreise“, heißt es in dem Strategiepapier unmissverständlich. „Das kann man bedauern – oder aber ernstnehmen und die Destination entsprechend gezielt profilieren und vermarkten.“

Lothar Schmitz, freier Journalist, Bonn

Tourismus in Bonn und Rhein-Sieg – Schwerpunkte

Das touristische Gewicht Bonns und der Region liegt  im Bereich Geschäftstourismus. Bedeutende Quellen für den Geschäftsreisetourismus sind darüber hinaus die Vereinten Nationen, die zahlreichen internationalen Nichtregierungsorganisationen sowie die in Bonn ansässigen Ministerien. Eine wichtige Rolle für den geschäftstouristischen Markt spielen zudem die Dax-Konzerne.
Schwerpunkte:
• Innovative Wissensregion: ideale Plattform für wissenschaftliche Veranstaltungen unter anderem zu den Themen Kommunikation, Logistik, IT
• Konferenzstandort der Nachhaltigkeit: Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeit und Umwelt
• Politisches Bonn und Region: zweites politisches Zentrum der Bundesrepublik Deutschland
• UN-Standort: einzige UNO-Stadt in Deutschland und Heimat viele Nichtregierungsorganisationen aus dem internationalen Umfeld
• Wirtschaftsregion: Konzernzentralen, global agierende Wirtschaftsunternehmen

Weitere Schwerpunkte liegen im Kultur- und Städtetourismus. Hier stehen vor allem das Thema Beethoven und das anstehende Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 im nationalen wie internationalen Fokus. Zusätzliche Themen der touristischen Vermarktung sind:
• Aktivregion: attraktives Aktivangebot an Qualitätswander- und Radwegen in Bonn und der Region
• Kunst und Kultur: Museumsmeile und mehr als 20 weitere Museen in Bonn und der Region
• Politisches Erbe: ehemaliges Regierungsviertel und authentische Orte der Zeitgeschichte
• Romantischer Rhein: Siebengebirge, Tor zum romantischen Rhein und Rhein in Flammen
• Events: Beethovenfest, Kirschblüte, Pützchens Markt, Siegtal-Festival, Rheinbach Classics, Museumsmeilenfest, Weihnachtsmärkte

Quelle: T&C

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