IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg


Werner's Metzgerei gewinnt den Ludwig 2018

Mittelstandspreis der Region Bonn/Rhein-Sieg verliehen

Tanja und Klaus Werner„Sie können sich die Jury-Sitzungen wie eine Papstwahl vorstellen.“ So beschreibt Michael Pieck, Pressesprecher der IHK Bonn/Rhein-Sieg, die Auswahl des Ludwig-Preisträgers. Hinter verschlossenen Türen bewerten die zwölf Jury-Mitglieder die nominierten Unternehmen. Sie schlagen Preisträger vor, verwerfen ihre Ideen, denken neu und küren schließlich den Sieger.

Dr. Christine Lötters von der regionalen Servicestelle der Oskar-Patzelt-Stiftung SC Lötters initiierte den Preis gemeinsam mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Sie dachte in diesem Jahr weniger an die katholische Kirche als an ihren Kühlschrank: „Als ich den ausgefüllten Fragebogen des späteren Preisträgers las, musste ich sofort gucken, ob noch Rosmarin-Schinken da ist.“ Auch den übrigen Jury-Mitgliedern lief angesichts dieser Bewerbung das Wasser im Munde zusammen. Preisträger des Ludwigs 2018 ist Werner’s Metzgerei GmbH und Co. KG aus Bad Honnef.

Der „Drachenfelsgriller“ überzeugt die Jury

Klassische Metzgereien sind auf dem Rückzug. Stattdessen füllen die Supermärkte ihre Kühlregale mit eingeschweißten Salamischeiben und Hähnchenschenkeln auf. „In diesem Umfeld ist es Klaus Werner gelungen, mit seinem Unternehmen um 174 Prozent zu wachsen. Der Jahresumsatz stieg 2014 über die Zehn-Millionen-Marke“, sagte Lötters bei der Preisverleihung im Juni in der Siegburger Rhein-Sieg-Halle.

Klaus Werner, der den Ludwig gemeinsam mit seiner Frau Tanja Werner entgegennahm, zeigte sich überrascht: „Dank an meine Mitarbeiter, die immer wieder mit meinen neuen Ideen klarkommen müssen.“

Pluspunkt bei der Suche nach Fachkräften

Das Interesse am regionalen Mittelstandspreis – übrigens der einzige in Deutschland – steigt. Die Bewerberzahlen wachsen seit der ersten Preisverleihung 2013 von Jahr zu Jahr. „Mit dem Ludwig möchten wir dem Mittelstand eine Bühne bieten“, sagt Stefan Hagen, Präsident der IHK Bonn/Rhein-Sieg. „Das Konzept geht auf. Da die Preisträger mit dem Ludwig für sich werben, steigt ihr Bekanntheitsgrad.“

Auch die Preisträger profitieren vom Ludwig-Logo mit buntem Beethoven-Kopf: „Der Ludwig ist ein gutes Mittel, um Fachkräfte zu gewinnen. Unternehmen können sich darüber als attraktiver Arbeitgeber positionieren, z.B. in Stellenausschreibungen, Geschäftspapieren und Broschüren.“ So IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille.

Nun haben Lötters und Pieck das Beethoven-Jahr 2020 fest im Blick. Pieck: „Wer 2020 für den Ludwig nominiert werden möchte, muss schon 2019 mitmachen. Lassen Sie sich überraschen, wir haben einiges vor!“ Augenzwinkernd fügt er hinzu: „Wie bei der Papstwahl könnten wir einen Schornstein installieren, aus dem weißer Rauch aufsteigt, wenn der Sieger gekürt ist.“

And the winner is … die übrigen Preisträger 2018

Zusätzlich zum Hauptpreis wird der Ludwig in unterschiedlichen Kategorien vergeben. Die unten genannten Zitate stammen jeweils aus der Laudatio.

Regionales Engagement: Profitlich & Co. Immobilien KG, Bonn: „Wenn man sieht, wie viel Severine Profitlich in ehrenamtliche Tätigkeit investiert, fragt man sich, wann sie zum Makeln kommt.“

Marketing: Helm-Einrichtung GmbH, Troisdorf: „Das Unternehmen setzt Trends in der Vermarktung seines Möbeldesigns, denn Social Media ist im Handwerk noch lange nicht überall angekommen.“

Besondere unternehmerische Leistung: DERPART Reisebüro Papendick GmbH & Co. KG, Siegburg: „Papendick schickt seine Kunden bereits mit einer VR-Brille auf phantastische Reisen.“

Nachhaltigkeit: Creapaper GmbH, Hennef: Die Laudatorin hält eine Papiertüte hoch, für die kein Baum gefällt wurde: „Diese Tüte ist aus Gras. Damit passieren Sie jede Polizeikontrolle.“

Innovation: KMA Umwelttechnik GmbH, Königswinter: „Das Unternehmen hat sich zum globalen Marktführer für energieeffiziente und klima-freundliche Abluftsysteme entwickelt.“

Wachstum: ZBV – Automation GmbH, Troisdorf: „Der Sondermaschinenbauer ist weltweit tätig. Trotz des Wachstums hat das Familienunternehmen uns versprochen, den Hauptsitz in Bonn/Rhein-Sieg zu belassen.“

Erstmals Preis in der Sonderkategorie Unternehmensnachfolge: dipa GmbH, Lohmar: „Inhaber Alexander Piltz möchte das Unternehmen in eine neue Zukunft steuern, neue Märkte erschließen und das Wachstum steigern.

So kann Ihr Unternehmen am Ludwig teilnehmen:

Unternehmen aus Bonn/Rhein-Sieg, die seit mindestens drei Jahren stabil am Markt sind, können von der IHK Bonn/Rhein-Sieg oder der regionalen Servicestelle der Oskar-Patzelt-Stiftung SC Lötters bis zum 31. Januar eines Jahres für den Ludwig nominiert werden. IHK und Stiftung treffen eine erste Auswahl.

Etwa 16 Unternehmen, die in die engere Wahl kommen, präsentieren sich im Februar mit einem Drei-Minuten-Beitrag bei einer Veranstaltung.

Bis zum 15. April reichen sie Fragebögen ein. Darin beantworten sie Fragen zu den Wettbewerbskriterien, z.B. Schaffung und Sicherung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, Innovation und Modernisierung sowie Engagement in der Region.

Die Jury entscheidet. Die Preisverleihung ist im Mai 2019.

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