IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg


Wichtige Steueränderungen 2019

Service Recht und Steuern

ParagrafWie in jedem Jahr treten auch zum kommenden Jahreswechsel wieder zahlreiche steuerrechtliche Änderungen in Kraft. Hier finden Sie eine Auswahl der wichtigen Steueränderungen, die 2019 zu beachten sind – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

§ Grundfreibetrag, Kindergeld und Kinderfreibetrag

In den Jahren 2019 und 2020 werden der Grundfreibetrag, das Kindergeld und der Kinderfreibetrag angehoben. So wird der steuerliche Grundfreibetrag für alle Steuerpflichtigen im Jahr 2019 auf 9.168 Euro und im Jahr 2020 auf 9.408 Euro steigen. Im selben Umfang erhöhen sich auch die Beträge, bis zu denen Unterhalt für nahe Angehörige als außergewöhnliche Belastung abziehbar ist. Der Kinderfreibetrag wird 2019 auf 2.490 Euro und 2020 auf 2.586 Euro für jedes Elternteil angehoben. Außerdem steigt das Kindergeld ab dem 1. Juli 2019 auf 204 Euro für das erste und zweite Kind, auf 210 Euro für das dritte und auf 235 für jedes weitere Kind.

§ Steuervorteile für Elektroautos als Dienstwagen

Handelt es sich bei privat genutzten Dienstwagen um ein Elektro- Fahrzeug, ändert sich die Bemessungsgrundlage für die Ein-Prozent-Regelung. Berechnet wird der geldwerte Vorteil für alle ab Januar 2019 angeschafften Elektrofahrzeuge vom halben auf volle hundert Euro abgerundeten Brutto-Listenneupreis. Auch Arbeitnehmer, die sich für die Fahrtenbuchmethode entschieden haben, profitieren von einer halbierten Lohnsteuer auf das Fahrzeug. In diesem Fall geht die Besteuerung von den halbierten Anschaffungskosten aus. Bei einem geleasten oder gemieteten Elektro-Firmenwagen fließen die Leasing- oder Mietkosten nur zur Hälfte ein.

§ Verschärfte Aufzeichnungspflichten und Haftung für Betreiber von Online-Marktplätzen

Der Gesetzgeber verpflichtet Betreiber von Online-Marktplätzen, Angaben zu Umsätzen ihrer Nutzer zu dokumentieren. So sollen die Finanzbehörden leichter überprüfen können, ob in Deutschland steuerpflichtige Umsätze korrekt gemeldet wurden. Wurden Steuern daraus nicht gezahlt, haftet künftig der Betreiber des Online- Marktplatzes. Vermeiden kann er diese Haftung nur, wenn er eine Bescheinigung über die steuerliche Erfassung des Händlers vorlegen kann. Für Unternehmer aus Drittländern tritt diese Regelung am 1. März 2019 in Kraft. Für alle anderen gilt sie ab dem 1. Oktober 2019.

§ Unterscheidung zwischen Waren- und Wertgutscheinen wird aufgegeben

Für alle nach dem 1. Januar 2019 ausgestellten Gutscheine entfällt die Unterscheidung nach Waren- und Wertgutscheinen. Unterschieden wird stattdessen nach Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheinen. Wird ein Einzweck-Gutschein ausgestellt, steht schon zu diesem Zeitpunkt der Liefer- oder Leistungsort fest. Auch die für die Ware oder Dienstleistung geschuldete Umsatzsteuer ist bekannt und wird sofort besteuert. Die Einlösung des Einzweck-Gutscheins hat daher keine steuerlichen Folgen mehr. Anders ist dies nur beim Mehrzweck-Gutschein. Hier wird die Umsatzsteuer erst fällig, wenn der Gutschein eingelöst wird.

§ Neue Sachbezugswerte für 2019

Im Oktober hat der Bundesrat die neuen Sachbezugswerte beschlossen. Der Monatswert für Verpflegung beträgt dann 251 Euro. Für verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeiten sind für ein Frühstück 1,77 Euro, für ein Mittag- oder Abendessen 3,30 Euro anzusetzen. Der Monatswert für Unterkunft und Miete wird auf 231 Euro festgelegt.

§ Ergänzung zum Betriebsrentenstärkungsgesetz

Nach dem Betriebsrentenstärkungsgesetz sind Übertragungen von Anwartschaften aus einer betrieblichen Altersversorgung, die über einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Lebensversicherung in Form einer Direktversicherung an einen anderen Träger dieser Form durchgeführt werden, steuerfrei.

Voraussetzung ist, dass dabei keine Auszahlung direkt an den Arbeitnehmer stattfindet. Ergänzend hat der Gesetzgeber festgelegt, dass diese Übertragungen keine schädliche Verwendung des Vermögens darstellen. Notwendig war die Ergänzung, damit eine Übertragung von Anwartschaften nicht zu Rückforderungen der erhaltenen Förderung führt. Wirksam wurde die Regelung rückwirkend zum 1. Januar 2018.

Martina Schäfer,
FINIS Kommunikation

Detlev Langer,
IHK Bonn/Rhein-Sieg

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