Aus- und Weiterbildung

Schlüssel zum Erfolg

13.04.2010

Das Positive vorweg - das Jahr 2009 stand zwar im Zeichen der Wirtschaftskrise, und trotzdem gab es auch gute Nachrichten: Den Partnern im Regionalen Ausbildungskonsens Bonn/Rhein-Sieg ist es auch 2009 gelungen, allen ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen ein Angebot auf Ausbildung zu machen. Ende September 2009 waren in der Statistik der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg noch 54 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, zum 1. März 2010 gab es keine unversorgten Jugendlichen mehr. Mit dieser guten Bilanz im Rücken richten die Konsens-Partner jetzt ihren Blick auf das Ausbildungsjahr 2010 und die Fortführung ihrer Aktivitäten für die Ausbildung. „Es ist zu erwarten, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe in der Region in Folge der Wirtschaftskrise eher zurückhaltend sein wird. Wir rechnen jedoch nicht mit einem drastischen Einbruch auf dem regionalen Arbeitsmarkt“, erklärt Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg.

IHK-Ausbildungsumfrage 2010

Eine erste Prognose zur Entwicklung des Ausbildungsjahres 2010 stellt die Onlinebefragung 2010 von der IHK unter mehr als 200 Ausbildungsbetrieben auf. Danach will nur ein Prozent der Betriebe überhaupt nicht mehr ausbilden. 29 Prozent wollen weniger ausbilden. Und immerhin 71 Prozent der Unternehmen wollen auch in einem voraussichtlich wirtschaftlich schwierigen Jahr wie 2010 sogar mehr oder gleich bleibend viele Ausbildungsplätze anbieten. Für sie ist die Ausbildung auch weiterhin der Schlüssel zum Erfolg.

Einfluss auf die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hat vor allem die Deckung des Fachkräftenachwuchses. Für rund 80 Prozent der Unternehmen ist die Sicherung des Fachkräftebedarfs maßgeblich für ihr Angebot an Ausbildungsplätzen. Dagegen haben die Geschäftsaussichten bei 39 Prozent der Unternehmen sogar kaum Einfluss auf deren Ausbildungspläne für das Jahr 2010. Die Tatsache, dass die Sicherung des eigenen Fachkräftenachwuchses wichtiger ist als die Geschäftsaussichten, kann als positives Signal für den Ausbildungsmarkt in der Region gewertet werden.

Immer mehr Unternehmen können Ausbildungsplätze nicht besetzen. 20 Prozent der Betriebe konnten im Jahr 2009 nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen. Auf die Frage, warum Ausbildungsplätze nicht besetzt werden konnten, gaben 78 Prozent der betroffenen Unternehmen an, dass keine oder keine geeigneten Bewerbungen eingereicht wurden.

Die mangelnde Ausbildungsreife stellt für viele Unternehmen ein Problem dar. 75 Prozent der Unternehmen nennen Defizite bei den Schulabgängern als Ausbildungshemmnis Nummer eins. Das zweitwichtigste Hemmnis „Auszubildende sind zu lange in der Berufsschule“ wird von 32 Prozent der Betriebe genannt. Nur 27 Prozent nennen die „unsichere wirtschaftliche Perspektive“ als Hemmnis für ihre Ausbildungsmöglichkeiten. Immerhin 60 Prozent der Betriebe stellen Mängel beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen fest, 52 Prozent kritisieren mangelnde elementare Rechenfertigkeiten.

IHK sagt hinreichendes Lehrstellenpotenzial voraus

20 Prozent der befragten Unternehmen konnten ihre im Jahr 2009 angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzen. Demgegenüber stehen 120 unbesetzte Ausbildungsplätze bei der Agentur für Arbeit, und 21 Prozent der Betriebe melden laut IHK-Umfrage ihre Ausbildungsplätze nicht bei der Agentur für Arbeit. Daraus zieht die IHK Bonn/Rhein-Sieg  den Schluss, dass das Potenzial an Ausbildungsplätzen im Jahr 2010 in der Region auch bei einem leicht rückläufigen Trend hinreichend sein wird. 

Gleichzeitig ist festzustellen, dass die Ausbildungsplätze, die 2009 nicht besetzt werden konnten, in Berufen angeboten wurden, die insbesondere für Jugendliche mit Fachoberschulreife oder Abitur geeignet waren. Daher wird es in 2010 vor allem darauf ankommen, diese Potenziale bei den Unternehmen zu halten und bei den Schulabgängern geeignete Bewerber dafür zu suchen. Hier setzt unter anderem die Initiative „FOR+ - Karriere mit Fachoberschulreife“ an. „Alle Beteiligten müssen daran arbeiten, dass dieser Spagat gelingt“, so Jürgen Hindenberg. „Zur Stabilisierung des Ausbildungsmarktes hoffen wir auf eine Aktivierung geeigneter Jugendlicher für die hohe Zahl von 20 Prozent unbesetzten Ausbildungsplätzen.“

Gertrud Auf der Mauer