Ausbildungsumfrage

Ausbildung ist die beste Fachkräftesicherung

10.05.2011

Die IHK-Onlineumfrage unter Ausbildungsbetrieben in der Region Bonn-Rhein-Sieg belegt: Die Unternehmen stehen zur Ausbildung von eigenen Fachkräften und sichern damit die Zukunft des Unternehmens. 60 Prozent der teilnehmenden Betriebe wollen bei ihrem Ausbildungsengagement bleiben, 20 Prozent möchten sogar mehr ausbilden als noch 2010. Für immerhin 43 Prozent steht dabei die Sicherung des Fachkräftenachwuchses im eigenen Unternehmen im Vordergrund.

Allerdings gab jedes fünfte Unternehmen an, nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen zu können. Auf die Frage, warum Ausbildungsplätze nicht besetzt werden konnten, gaben 59 Prozent der Unternehmen an, dass keine oder keine geeigneten Bewerbungen vorlagen. Einige Auszubildende treten ihre Ausbildungsplätze gar nicht erst an oder lösen die Ausbildungsverträge kurz nach Beginn der Ausbildung wieder auf.

Für 71 Prozent der Unternehmen stellt die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger das Ausbildungshemmnis Nummer eins dar. Ein bedeutendes Hemmnis sind auch die „unklaren“ Berufsvorstellungen der Schulabgänger (48 Prozent). Auf der anderen Seite stellen aber 53 Prozent der Betriebe, die an der Umfrage teilgenommen haben, gar keine Ausbildungshemmnisse für ihr Unternehmen fest. Auf unzureichende Qualifikationen der Auszubildenden reagieren viele Unternehmen, indem sie eigene Nachhilfe im Unternehmen anbieten (54 Prozent) oder ausbildungsbegleitende Hilfen der Agentur für Arbeit nutzen (32 Prozent).

Keine rückläufigen Bewerberzahlen in der Region

Während Unternehmen in anderen Regionen Deutschlands die demografische Entwicklung bereits deutlich spüren, stellt die Hälfte der befragten Unternehmen in der Region Bonn-Rhein-Sieg zur Zeit noch keine rückläufigen Bewerberzahlen fest. Die Betriebe stellen vermehrt Praktikumsplätze für Schüler zur Verfügung (23 Prozent), um bei besonders leistungsstarken jungen Menschen das Interesse an einer Ausbildung zu wecken. Außerdem gehen 22 Prozent der Unternehmen Kooperationen mit Schulen ein, um frühzeitig auf Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen.

Nach dem Ende der Ausbildung haben 44 Prozent der Unternehmen vor, zwischen 75 und 100 Prozent ihrer Auszubildenden zu übernehmen. An der bundesweiten Ausbildungsumfrage haben aus der Region Bonn-Rhein-Sieg 200 Ausbildungsbetriebe teilgenommen.

Traumstart ins neue Ausbildungsjahr

Zum 31. März 2011 liegt die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei den IHK-Unternehmen mit 726 um 7,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum (2010: 676). „Wir sind optimistisch, dass die anhaltend gute Stimmung in der Wirtschaft sich auch weiterhin positiv auf den Ausbildungsmarkt in Bonn-Rhein-Sieg auswirken wird“, sagt Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg liegt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen auf dem höchsten Stand der letzten sechs Jahre, die Zahl der noch unbesetzten Ausbildungsstellen übertrifft die Zahl der noch unversorgten Bewerberinnen und Bewerber. „Damit ist der Ausbildungsmarkt Bonn-Rhein-Sieg rein rechnerisch ausgeglichen, jetzt gilt es, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen“, so Hindenberg.

Gertrud Auf der Mauer