Ausländische Unternehmen im Rheinland

Starke internationale Wirtschaftsregion

Auslaendische Unternehmen im RheinlandDas Rheinland ist eine starke internationale Wirtschaftsregion – elf Prozent mehr ausländisch geführte Unternehmen in Bonn/Rhein-Sieg

Alle drei Jahre führt die IHK-Initiative Rheinland unter Federführung der IHK Düsseldorf eine Untersuchung zur Internationalität des Rheinlands als Wirtschaftsstandort durch. Die aktuellen Ergebnisse der mittlerweile dritten Studie zeigen für die Region Bonn/Rhein-Sieg teils hohe Wachstumsraten bei ausländisch geführten IHK-Mitgliedsunternehmen. Besonders Großbritannien und „Greater China“ (China, Taiwan, Hongkong) stechen hier hervor.

Jedes neunte Unternehmen (60.375) in den Kammerbezirken Aachen, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Duisburg, Köln, Mittlerer Niederrhein und Wuppertal ist mehrheitlich in den Händen ausländischer Eigentümer. Gegenüber dem Jahr 2016 weist dies eine Steigerung von 8,8 Prozent aus. Im Handelsregister eingetragene Unternehmen (HR-Unternehmen) haben dabei um 16,6 Prozent zugenommen,

Kleingewerbetreibende (KGT) sind mit 6,4 Prozent gewachsen. KGT-Unternehmen machen mit 45.149 (2016: 42.220) weiterhin gut drei Viertel aller ausländischen Firmen im Rheinland aus. Auffallend stark ist der Anstieg unter den HR-Unternehmen bei Greater China (+61 Prozent), der Türkei (+50 Prozent) und Großbritannien (+30 Prozent).

Kapital und Unternehmer kommen aus weltweit über 160 Staaten – von A wie Afghanistan bis Z wie Zypern. In der Länderliste der ausländischen HR-Unternehmen liegen die Niederlande mit einem Anteil von 19,6 Prozent an erster Stelle (2.999 Unternehmen). Greater China ist in den letzten drei Jahren vom fünften auf den zweiten Platz vorgerückt (1.431 Unternehmen) und hat die USA (1.259 Unternehmen) auf Rang drei verdrängt. Dahinter folgen Großbritannien (1.116), die Schweiz (1.083) und Belgien (908). Im IHK-Bezirk Düsseldorf stehen Firmen aus Greater China zahlenmäßig erstmals an der Spitze.

Bei den ausländischen KGT-Unternehmen im Rheinland liegen polnischen Firmen (8.498) mit einem Anteil von 19 Prozent knapp vor den türkischen (8.440), aber mit deutlichem Abstand vor den italienischen (3.060), rumänischen (2.857) und griechischen Unternehmen (2.355).

Handel dominiert im Branchenmix

Bevorzugte Branchen bei den ausländischen HR-Unternehmen im Rheinland sind nach wie vor der Handel mit 4.993 Unternehmen, gefolgt von den unternehmensnahen Dienstleistungen (2.377) und der Industrie bzw. dem Verarbeitenden Gewerbe (1.529). Auch bei den KGT-Unternehmen ausländischer Eigentümer ist der Handel weiterhin mit 10.570 Firmen die Top-Branche, gefolgt vom Baugewerbe (7.820) und dem Hotel- und Gastgewerbe (6.689).

„Die aktuelle Studie untermauert eindrucksvoll die Attraktivität des Rheinlands für internationale Investitionen“, sagt Armin Heider, Bereichsleiter International bei der IHK-Bonn/Rhein-Sieg. "Für den internationalen Wirtschaftsstandort sprechen viele gute Gründe, wie die drei Interviews mit Unternehmensvertretern/innen ausländischer Firmen aus der Region zeigen."

China auch in Bonn/Rhein-Sieg auf dem Vormarsch

Der Kammerbezirk Bonn/Rhein-Sieg weist im Vergleich mit dem Rheinland ein überdurchschnittliches Wachstum internationaler Unternehmen auf, denn die Zahl ausländischer Unternehmen ist um elf Prozent (Rheinland 8,8 Prozent) auf 5.440 Unternehmen gestiegen. Wie im übrigen Rheinland dominieren auch hier die KGT-Unternehmen mit rund 84 Prozent (4.591) die internationale Firmenlandschaft.

Die ersten beiden Länderplätze belegen Polen (651) und die Türkei (632), mit großem Abstand gefolgt von Italien (309) und Rumänien (300). Während Polen im Vergleich zu 2016 ein Negativ-Wachstum von -1 Prozent verzeichnet, liegen die Wachstumsraten der anderen drei Länder zwischen neun und 19 Prozent.

Bei den ausländischen HR-Unternehmen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis belegen die USA, Schweiz und Großbritannien die ersten drei Plätze. Ein auffallend großes Wachstum ist bei Großbritannien mit 60 Prozent und Greater China mit 48 Prozent erkennbar.

„Hier zeigen sich die in den Medien aufgegriffenen Gründungen und Übernahmen deutscher Unternehmen durch chinesische Investoren auch in unser Region“, so Armin Heider. „Die Zunahme von britisch geführten Unternehmen in der Region kam in dieser Größenordnung sicher etwas überraschend“, ergänzt er, „ist im Hinblick auf den nun möglicherweise anstehenden harten Brexit aber ohne Frage nachvollziehbar.“

Spitzenreiter bei den Branchen unverändert

Die vier bevorzugten Branchen der insgesamt 849 ausländischen HR-Unternehmen in Bonn/Rhein-Sieg machen in Summe einen Anteil von rund zwei Dritteln aus. Unangefochtener Spitzenreiter sind der Handel (inkl. Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) mit 235 Unternehmen, gefolgt von Dienstleistern im freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Bereich (150) sowie sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistern (83) und dem Verarbeitenden Gewerbe (80).

[Den kompletten Artikel als PDF (588 KB)- mit den Portraits von drei ausländischen Firmen im Kammerbezirk können Sie hier lesen]


Martina Sondermann, freie Journalistin, Bonn