BTHVN2020: Freude schöner Wirtschaftsfunken

Das Beethoven-Jubiläumsjahr

17.12.2019

Beethoven 2020Beethoven ist in aller Welt bekannt. Doch nur zwei bis vier Prozent der Deutschen bringen Beethoven mit Bonn zusammen, der Stadt, in der der berühmte Komponist geboren wurde und seine ersten 22 Lebensjahre verbrachte. Das Beethoven-Jubiläumsjahr bietet die große Chance, den Bekanntheitsgrad deutlich zu erhö-hen und damit das Image Bonns als kulturelles Reiseziel zu stärken. Die Wirt-schaft arbeitet kräftig daran mit, dass Beethoven im kommenden Jahr sichtba-rer wird als je zuvor. Ein Rundgang durch Stadt und Region – von der Beethoven-Immobilie bis zur Beethoven-Praline, vom Beethoven-Schaufenster bis zur Beethoven-Briefmarke.

Beethoven ist wieder da. Pünktlich zu seinem 249. Geburtstag– der zugleich den Auftakt zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020, kurz: BTHVN2020, markiert – hat er wieder in seiner Heimatstadt Quartier bezogen. Nicht im Beethoven-Haus – das seit vielen Jahren Museum ist und soeben renoviert und erweitert wurde –, sondern im BaseCamp in Dottendorf hat er eingecheckt. Nun sitzt er dort für ein halbes Jahr zwischen Wohnwagen und Eisenbahnwaggons und komponiert.

Er hat sich kaum verändert, sondern sieht genauso aus, wie wir ihn von einschlägigen Abbildungen kennen. Lediglich die Körpergröße überrascht: über drei Meter, wenn er sich zu voller Höhe aufrichten könnte, das ist schon ungewöhnlich. „Wir freuen uns außerordentlich, den berühmtesten Sohn dieser Stadt pünktlich zum Jubiläumsjahr in einem unserer Hotels begrüßen zu dürfen“, sagt der Bonner Hotelier Michael Schlößer im Interview mit diesem Magazin und dankt zugleich der Bonner Künstlerin Jana Merkens, die die Skulptur erschaffen hat.

Beethoven ist schon länger wieder da. Auf Einladung von city-marketing bonn e.V. und den Bürgern für Beethoven e.V. in Zusammenarbeit mit der Beethoven Jubiläums Gesellschaft mbH machte sich eine kleinere Ausgabe des weltberühmten Komponisten vergangenen Mai auf dem Münsterplatz breit.

Der Kuenstler Ottmar Hoerl mit einer von ihm entworfenen Beethoven-SkulpturGerade mal 99 Zentimeter hoch, dafür jedoch in auffälligen Farben – opalgrün und gold – und gleich 700-fach. Die Fotos der Kunst-Installation von Ottmar Hörl (s. Foto) gingen um die Welt. Seitdem stehen die Skulpturen in zahlreichen Geschäften, Arztpraxen, Rechtsanwaltskanzleien und Privathäusern. Wer mit offenen Augen durch Bonn geht, begegnet immer wieder dem kleinen Ludwig, längst sind deutlich mehr als 700 Exemplare verkauft.

Auch über die Stadtgrenzen hinaus. In der Beethovenstraße in Hennef entsteht derzeit das „Beethoven-Quartier“ mit 31 Eigentumswohnungen. Der Spatenstich erfolgte vor sechs Monaten, im Januar 2021 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein. Die Neu-Eigentümer können sich dann nicht nur über ihre nagelneuen vier Wände freuen, sondern auch auf einen Ludwig.

„Wir haben 35 Ludwig-Skulpturen erworben“, erzählt Jürgen Adolphs von der AS Projektgesellschaft mbH in Hennef. In Adolphs Büro steht ein Ludwig in Gold, einen Ludwig hat sein Mit-Geschäftsführer Christoph Schlechtriem. Dem Architekten und Hennefs Bürgermeister überreichten sie ebenfalls einen Ludwig – sowie den 31 Wohnungskäuferinnen und -käufern.

Die Skulpturen stehen an einem passenden Ort.

„Direkt nebenan liegt der Proffenhof, wo Beethoven als Elfjähriger auftrat“, erzählt Adolphs nicht ohne Stolz. Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, liegt also richtig, wenn er sagt, Beethoven sei „einer von uns“.

Die Skulptur konnte man für 300 Euro erwerben. Wenig für ein Immobilienunternehmen. Viel für einen elfjährigen Schüler. Martin Ruland besucht die 6. Klasse des Clara-Schumann-Gymnasiums und verliebte sich vergangenen Mai in die Ludwig-Skulpturen auf dem Münsterplatz. „Er wollte unbedingt eine haben“, erzählt Mutter Isabel, „aber dafür reichte das Taschengeld natürlich nicht.“ Also tat er das, wovon auch diese Titelgeschichte handelt: Er verdiente Geld. In dem Fall nicht mit – sondern für Beethoven.

Martin Ruland spielt seit drei Jahren Akkordeon, „inzwischen gut genug, um aufzutreten“, wie er sagt. Also bezog er in der Innenstadt Position und spielte. 120 Euro kamen zusammen. Einige Tage später war der Schüler erneut als Straßenmusiker in der Stadt – und erspielte den restlichen Betrag. Seitdem steht die Skulptur in seinem Zimmer, von einer Lampe ange-strahlt, und lächelt ihm opalgrün zu.

„Benötigt wird ein flächendeckendes Merchandising“

Beethoven gilt nicht nur als meistgespielter klassischer Komponist der Welt, sondern auch – und gerade für Bonn – als Marke und positiver Imagefaktor. Der entscheidende Punkt: Bonn und Beethoven, diese Verbindung ist einzigartig. Zwar wirbt auch Wien, wo Beethoven mehr Lebensjahre verbrachte als in Bonn, mit dem Komponisten. „Aber dass Beethoven in Bonn zur Welt kam – das kann uns niemand nehmen“, findet Unternehmer Michael Schlößer, „mit diesem Pfund kann und muss man wuchern!“

Das tut man in Bonn schon länger. Aber nach Ansicht einiger Beobachter nur unzureichend. „In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ist Ludwig van Beethoven nicht flächendeckend wahrnehmbar. Nur vereinzelt tauchen Hinweise auf den berühmten Komponisten auf. Ein entsprechendes Konzept ist nicht erkennbar“, heißt es etwa im Masterplan Tourismus 2020-2024, den die Vollversammlung der IHK Bonn/Rhein-Sieg, das höchste Gremium der IHK, Ende November einstimmig verabschiedete.

Der Komponist gelte weder regional, national noch international als identitätsprägend für die Region Bonn/Rhein-Sieg. Anderen Städten und Regionen, zum Beispiel der Mozartstadt Salzburg, gelinge das besser. Der Wunsch der Wirtschaft: „Beethoven muss in Bonn und Rhein-Sieg an jeder Stelle auffallen.

Beethoven-Kunstinstallation auf dem Bonner MarktplatzBenötigt wird ein flächendeckendes Merchandising, zum Beispiel unter Einbezug des Einzelhandels.“

Die Fraktion der Sozialliberalen im Rat der Stadt Bonn gibt nach eigenen Angaben jährlich eine deutschlandweite, repräsentative Umfrage in Auftrag, um herauszufinden, was die Deutschen mit Bonn assoziieren. Zuletzt gaben fast sieben von zehn Befragten an, im Zusammenhang mit Bonn an den ehe-maligen Regierungssitz und die ehemalige Hauptstadt zu denken. Bonn als Geburtsstadt Beethovens kennen hingegen aktuell nur 2,6 Prozent.

Große Chancen, Beethoven sichtbarer zu machen und vor allem den Bezug zwischen Bonn und dem berühmten Sohn der Stadt stärker zu verankern, bietet nun das anstehende Jubiläumsjahr aus Anlass von Beethovens 250. Geburtstag. Beethoven sei rund um den Erdball bekannt und fast jedem falle etwas zu ihm ein, sagt Stephan Eisel, Vorsitzender des Vereins Bürger für Beethoven.

 Stephan Eisel, Vorsitzender des Vereins Buerger für Beethoven„Sein 250. Geburtstag 2020 lenkt ganz automatisch den Blick der Welt auf seine Geburtsstadt Bonn. Hier haben wir ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal. „Das gilt umso mehr als Beethoven nicht nur in Bonn geboren ist, sondern 22 Jahre in Bonn gelebt und gearbeitet hat – länger als Mozart in Salzburg. Das ist eine große Chance für Bonns Stadtmarketing.“

Weltweite Werbung #DiscoverBeethoven

Bonn könnte in der Tat international, national und regional vom Jubiläumsjahr profitieren. Zum Beispiel weil die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) auf Anregung der Stadt Bonn und der Tourismus & Congress GmbH Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler (T&C) aufgrund des bevorstehenden Jubiläums „Beethoven“ als Leitthema für das Jahr 2020 ausgewählt hat. „Discover Beethoven“ lautet es.

„Dies ist aus Marketingsicht von hoher Bedeutung, da die DZT der Ansprechpartner für das Auslandsmarketing der Bundesrepublik Deutschland ist und in jedem Jahr das Hauptthema in den Mittelpunkt seiner Marketing- und Presseaktivitäten stellt“, erklärt T&C-Geschäftsführer Udo Schäfer. Die DZT verfüge über ein internationales Netzwerk, angefangen bei ihren Auslandsbüros bis hin zu gewachsenen Partnerschaften in der Reisebranche weltweit. „Nochmals verstärkt in ihrer Intensivität und Ausrichtung, national wie auch international, wurden diese Maßnahmen durch eine Kooperation zwischen der DZT und der Beethoven Jubiläums GmbH“, berichtet Schäfer.

Stichwort Sichtbarkeit: Bei der Tourismusmesse ITB Anfang März in Berlin werde Beethoven „eine durchgehende Sichtbarkeit am gesamten NRW-Standhaben“, erläutert Schäfer. Vor dem Hintergrund der touristischen Relevanz der ITB werde das zu einer nachhaltigen Markenbildung NRWs, Bonns und der Region als Kultur-, Musik- und Reiseland beitragen.

Schäfer ist zuversichtlich, dass das umfassende Angebot an Veranstaltungen, Ausstellungen und Aktionen, die speziell für das Jubiläumsjahr geplant und durchgeführt werden, Resonanz haben wird. „Wir gehen auch von einem Zuwachs an Gästen national wie auch international aus, welche in diesem Jahr nach Bonn und in die Region kommen werden“, glaubt der T&C-Geschäftsführer.

Dabei könnte auch helfen, dass der australische Reiseverlag Lonely Planet Bonn unter die Top 10 der „Must see“-Städte für 2020 gewählt hat, wie im Oktober bekannt wurde. Malte Boecker, künstlerischer Geschäftsführer der Beethoven Jubiläums GmbH, zeigte sich bei der Bekanntgabe erfreut: „Bonn ist auf dem Weg zur Top-Tourist-Destination 2020.

Die Bewerbung Deutschlands im Ausland unter dem Slogan #DiscoverBeethoven zahlt sich dabei ebenso aus wie das strahlkräftige Jubiläumsprogramm BTHVN2020 oder die Neueröffnung des Beethoven-Hauses, eines der international herausragenden Musikermuseen“, sagt er, „wir spüren schon jetzt eine Nachfrage, die nur mit dem Jubiläumseffekt zu erklären ist.“

Hoffen auf den Jubiläumseffekt

Das wiederum käme dem Einzelhandel, der Gastronomie und Hotellerie und anderen Wirtschafts-zweigen in Bonn und der Region zugute. Die Unternehmen warten indes nicht ab, bis sich der „Beethoven-Effekt“ spüren lässt. Im Gegenteil: Sie tragen ihren unternehmerischen Teil dazu bei, dass es 2020 auch wirklich einen „Beethoven-Effekt“ geben wird – und am besten auch darüber hinaus.

Michael Schlößer zum Beispiel gibt der zweieinhalb Meter hohen, sitzenden Beethoven-Skulptur von Jana Merkens im BaseCamp für sechs Monate ein Zuhause und stellt das BaseCamp im März zudem für ein Konzert des Beethoven-Orchesters mit einer Uraufführung zur Verfügung.

Ruth Maria van den ElzenAuch seine Kollegin Ruth Maria van den Elzen (s. Foto) rückt Beethoven in den Fokus. Die Direktorin des Hotels Collegium Leoninum und Prokuristin der Nova Vita Residenz Bonn GmbH, zu der auch die mit dem Hotel verbundene Seniorenresidenz gehört, engagiert sich gleich mehrfach für den großen Sohn der Stadt Bonn: Das Collegium Leoninum ist Kooperationspartner der jährlichen Beethoven-Woche und des Beethoven-Hauses sowie Austragungsort eines Konzertes beim Beethoven-Fest im September.

Am 15. Dezember fand in der Alten Kirche des Leoninums durch die „Bürger für Beethoven“ eines der Hauskonzerte der Reihe „Beethoven bei uns“ statt, mit der das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 startete. Zudem wird die Bonner Pianistin Susanne Kessel mit ihrem Kompositionsprojekt „250 piano pieces for Beethoven“ 2020 an zwei Abend im Collegium Leoninum zu Gast sein.

„Kunst und Kultur passen gut zu uns, wir möchten nicht nur unseren Gästen, sondern auch der Kultur ein Zuhause geben“, begründet van den Elzen ihr Engagement. An Beethoven führe dabei kein Weg vorbei. „Wir wollen mit dazu beitragen, dass Beethoven nicht nur 2020, sondern weit darüber hinaus mit Bonn in Verbindung gebracht wird und dass mehr Menschen wegen Beethoven nach Bonn kommen“, betont die Unternehmerin, die als Vizepräsidentin der IHK auch den Masterplan Tourismus mit auf den Weg gebracht hat.

Deshalb hat sie mit dem Bahn- und Städtereisenanbieter Ameropa auch ein Paket für Individualreisende geschnürt: „Bonn – auf den Spuren von Beethoven“. Im Jubiläumsjahr können Interessierte zwei Nächte im Collegium Leoninum buchen – samt Eintritt im Beethoven-Haus und individuellem Stadtrundgang. Dabei kommen die Gäste in den Genuss des neuen Beethoven-Rundgangs, der an 22 Orten in der Stadt sowie im Rhein-Sieg-Kreis durch große Informationsstelen Beethoven sichtbar macht.

Und noch eine Idee von Ruth van den Elzen: Mitte Dezember war die Redaktion des Klassik-Magazins „concerti“ im Collegium Leoninum zu Gast. Sie richtete hier für einige Tage ihr Redaktionsbüro ein, um die Januarausgabe zu produzieren. Zu Hintergrundgesprächen und Interviews luden die Journalisten ins-gesamt rund 40 Gäste in die temporären Redaktionsräume ein.

Von „Kraftwerk“ bis zur Beethoven -Briefmarke“

Der Bonner Konzertveranstalter Ernst-Ludwig Hartz, bekannt vor allem wegen seiner jährlichen „KUNST!RASEN“-Konzerte in der Rheinaue, bestreitet ebenfalls einen kleinen, aber wichtigen Teil des Beethoven-Jubiläumsjahres. Im Auftrag der Beethoven-Jubiläumsgesellschaft sorgt er Mitte Mai an drei Abenden für musikalische Höhepunkte im Hofgarten.

Der Bonner Konzertveranstalter Ernst-Ludwig HartzHartz (s. Foto) stellt Bühne, Infrastruktur und Technik bereit für ein Konzert des Beethoven-Orchesters Bonn, das simultan zu einem Festkonzert der Wiener Symphoniker in Wien stattfindet, welches wiederum im Hofgarten auf Großbildleinwand gezeigt wird. Einen Tag später tritt „Kraftwerk“ auf der Hofgarten-Bühne auf, die 25.000 Tickets sind bereits ausverkauft. Schließlich konnte Hartz für den 17. Mai die Fantastischen Vier gewinnen, wie kurz vor Redaktionsschluss bekannt wurde.

Diese Konzerte sind auch deshalb so ungewöhnlich, weil der Hofgarten nur selten für Konzerte zur Verfügung steht. Hartz brachte hier zuletzt 2002 André Rieu auf die Bühne. „Dieser Ort ist besonders, wir freuen uns riesig auf diese große Aufgabe“, sagt Hartz. Er sei zudem froh, einen Beitrag zum Jubiläumsjahr leisten zu können. „2020 wird ein tolles Jahr und lenkt viel Aufmerksamkeit auf Bonn“, ist der Unternehmer überzeugt, „das ist gut für die Stadt!“

Natürlich sind auch die ganz Großen dabei, die Deutsche Post DHL Group (DPDHL) beispielsweise. Der Bonner Konzern ist seit mehr als zehn Jahren Hauptsponsor des Beethovenfestes Bonn und fördert das Kulturereignis auch im Jubiläumsjahr.

Als langjähriger Partner des Beethovenfestes sei das Unternehmen stolz darauf, Teil des bedeutenden musikalischen Großereignisses zu sein, das Musiker und Gäste aus der ganzen Welt anzieht, betont eine Konzernsprecherin. Außer seinem Engagement als Sponsor gibt DPDHL 2020 unter anderem eine offizielle Beethoven-Jubiläumsmarke – gestaltet von der Deutschen Post AG – heraus und will das Jahr mit verschiedenen Illuminationen des Post-Towers begleiten.

Deutsche Post DHL Group holt "BTHVN on Tour"nach BonnAuch der Deutsche Post Marathon Bonn werde 2020 ganz im Zeichen das Beethoven-Jahres stehen, heißt es. Weitere Projekte würden derzeit geplant. So will DPDHL die im Vorfeld des 250. Geburtstags von Beethoven gemeinsam mit dem Beethoven-Haus entwickelte Ausstellung „BTHVN on Tour“ (s. Foto), die dieses und nächstes Jahr in vielen Konzerthäusern der Welt zu sehen ist, 2020 nach Bonn holen.

Der Grund für das Engagement: „Mit Beethoven verbindet uns nicht nur die gemeinsame Heimat-stadt Bonn“, sagt Frank Appel, CEO Deutsche Post DHL Group. „Ludwig van Beethoven war weltoffen und innovativ – genau wie wir. Und schon zu seiner Zeit ver-band die Post Menschen miteinander: Wahrscheinlich haben wir auch schon Beethovens Briefe transportiert.“

DPDHL holt die Ausstellung nach Bonn – der Unternehmensberater Marco Invernizzi holt gemein-sam mit Sabine Ganter-Richter Japanerinnen und Japaner nach Bonn. Mit ihrer Lyogroup International mit Sitz in Beuel tragen die beiden seit 15 Jahren zu den deutsch-japanischen Wirtschafts- und Wissenschaftsbeziehungen bei – und erweitern diese aus Anlass des Beethoven-Jubiläums nun um Kultur.

„In Japan herrscht eine riesige Beethoven-Begeisterung“, berichtet Invernizzi. Daher seine Idee: Japaner singen in Bonn die „Ode an die Freude“. Und so wird es kommen: „130 Mitglieder von Laien- und Profichören aus Japan sowie weitere rund 150 Mitglieder der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Bonn e.V.“, erzählt Invernizzi, „werden am 1. Mai in der Universität Bonn Beethovens Neunte singen.“

Die Antwort auf die Mozartkugel kommt aus Bad Honnef

Doch Beethoven wird nächstes Jahr nicht nur zu hören und zu sehen sein, sondern beispielsweise auch zu schmecken. Was vor wenigen Tagen in Bad Honnef das Licht der Welt erblickte, könnte, wenn es nach Alexander Mehnert ginge, eines Tages der Mozartkugel den Rang ablaufen.

Alexander Mehnert und Oliver Coppeneur (r.) präsentieren den Beethoven-WuerfelMehnert (im Foto links) ist Geschäftsführer der Confiserie Coppeneur et Compagnon GmbH.

Die entwickelte in den vergangenen Monaten den „Beethoven-Würfel“. 2,6 Zentimeter Kantenlänge, 20 Gramm Gewicht, vier Lagen innen, überzogen mit weißer und dunkler Schokolade, jeder Würfel handgefertigt und damit ein Unikat.

„Der Beethoven-Würfel ist unsere Hommage an den vielschichtigen Komponisten und Menschen Ludwig van Beethoven“, sagt Mehnert.

Zu haben ist er unter anderem im Shop des Beethoven-Hauses, in den Coppeneur-Geschäften in der Friedrichstraße und am Flughafen Köln/Bonn, weitere ausgewählte Fachhändler sollen folgen.

Auch Gilgen‘s Bäckerei & Konditorei GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Hennef hat eigens zum Beethoven-Jubiläum eine Praline entwickelt. Innen ein Schoko-Kaffee-Kern, in der Mitte Marzipan, außen Kuvertüre.

„Ludwigs Lust“ heißt die tropfenförmige Verführung. Acht Stück enthält die Schachtel, und die wieder-um ziert ein Beethoven-Porträt des Kölner Künstlers SAXA. Dasselbe übrigens, das auf dem Etikett eines besonderen Weines zu sehen ist: dem Riesling „Bonn | Beethoven Edition 250“ vom Weingut Pieper in Königswinter. Die Praline verkauft Gilgen‘s seit wenigen Tagen in ausgewählten Filialen.

Manuela und Franz-Josef Gilgen bieten in ihren Konditoreien Beethoven-Pralinen an„Ludwigs Käsekuchen“ in zwölf verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt es schon länger bei Gilgen‘s, nun also eine Beethoven-Praline. Weshalb? „Ganz einfach“, sagt Unternehmerin Manuela Gilgen (s. Foto): „Die Entwicklung neuer Produkte macht uns besonders viel Spaß. 2016 wurde uns der Bonner Mittelstandspreis ‚Ludwig‘ verliehen. Seitdem haben wir schon viele ‚Ludwigsprodukte‘ im Verkauf. Und natürlich weil 2020 das Beethoven-Jahr ist.“

Gold und Edelsteine kann man nicht essen. Aber gekonnt in Szene setzen. Das gelang Juwelier Hild im September offenbar so gut, dass das Unternehmen in der Bonner Innenstadt im November mit dem „Beethoven in Silber“ des diesjährigen Schaufensterwettbewerbs ausgezeichnet wurde. Die Bürger für Beethoven würdigten damit eine „ideenreiche Dekoration“, die während des Beethovenfestes im September „unter anderem Beethoven auf übergroßen inter-nationalen Briefmarken sowie eine Fotomontage von Beethovens Geburtshaus“ gezeigt habe.

Im praemierten Schaufenster wird Beethoven in Szene gesetztDas Geschäft beteiligte sich erstmals an dem Wettbewerb. „Wir sind daran interessiert, dass Bonn schön und interessant bleibt“, erzählt Filialleiterin Angelika Kremling, „dazu wollten wir einen Beitrag leisten.“

Das Schaufenster und die ebenfalls dekorierten Vitrinen hätten für viel Aufmerksamkeit bei Kunden und Passanten gesorgt.„Viele haben uns angesprochen und gelobt“, freut sich Kremling, die plant, sich im kommenden Jahr wieder am Wettbewerb zu beteiligen.

„Wir wollen, dass das Beethoven-Jubiläum 2020 zu einer Initialzündung für Bonn als Beethovenstadt wird“, sagte Stephan Eisel bei der Preisverleihung. Die Teilnehmer am Schaufensterwettbewerb würden zeigen, wie wichtig dabei auch das Engagement der Bonner Geschäftsleute ist.

Auch Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan würdigte die Wettbewerbsteilnehmer: „Auch mit Blick auf das Jubiläumsjahr 2020 freue ich mich über dieses Engagement aus der Stadtgesellschaft für die Profilierung Bonns als Beethovenstadt.“

Karina Kröber (s. Foto unten) verspricht sich vom Beethoven-Jubiläum ebenfalls einen Schub. Die Geschäftsführerin von Kröber Hören + Sehen engagiert sich als Unternehmerin und als Vorstand von city-marketing bonn e.V. gemeinsam mit ihrer Schwester Tanja Kröber für eine attraktive Innenstadt. Erstes Highlight und sozusagen ein frühzeitiger Auftakt zum Beethoven-Jubiläum war für sie die Kunstinstallation „Ode an die Freude“ im Mai mit den bereits erwähnten 700 lächelnden Beethoven-Skulpturen von Ottmar Hörl auf dem Münsterplatz.

Die Unternehmerin Karina Kroeber engagiert sich im Vorstand von city-marketing bonn e.V.„Die City stand damit zwei Wochen lang im Rampenlicht“, sagt Kröber stolz – und ergänzt: „Bonn hat das Rampenlicht verdient – aber die Innenstadt braucht auch das Rampenlicht.“

Was die Unternehmerin meint: Einerseits zeichne sich Bonn durch einen guten Branchenmix, eine große, zusammenhängende Fußgängerzone und rheinische Freundlichkeit aus. „Andererseits leidet die Innenstadt dennoch unter Frequenzrückgängen und einer – gelinde ausgedrückt – kuriosen Verkehrsführung“, beklagt Kröber.

„Von BTHVN2020 versprechen wir Händler uns mehr Aufmerksamkeit für die Stadt, mehr Besucher – und den nachhaltigen Effekt, dass die Besucher auch nach 2020 wiederkommen.“

Beethoven mit allen Sinnen: Ideenmarkt spezial am 4. Februar

Wer live erleben möchte, welche Ideen, Produkte und Dienstleistungen rund um Beethoven sich Unternehmen, Kreative und Institutionen aus Bonn und der Region ausgedacht haben, der ist beim „Best of Beethoven – Ideenmarkt spezial“ am 4. Februar ab 15:30 Uhr im Volksbank-Haus richtig. Dazu laden die IHK und die Synergie VertriebsDienstleistung GmbH gemeinsam mit der Volksbank Köln Bonn eG ein.

„Wir bieten damit ein einmaliges Forum, um der Öffentlichkeit innovative Ideen für Produkte und Dienstleistungen rund um Beethoven zu präsentieren und über Bonn und die Region hinaus sichtbar zu werden“, erläutert Synergie-Geschäftsführer Ralf Karabasz.

IHK-Pressesprecher Michael Pieck ergänzt: „Unser Format Ideenmarkt hat bisher schon sieben Mal gezeigt, wie innovationsfreudig junge Unternehmen in unserer Region sind. Deshalb versprechen wir uns und der Öffentlichkeit auch bei der Sonderausgabe zum Beethoven-Jubiläumsjahr zahlreiche neue, ungewöhnliche Perspektiven auf Beethoven und Geschäftsideen rund um den großen Sohn der Stadt.“

Mal sehen, ob der sich am 4. Februar selbst ein Bild von den Ideen rund um seine Person macht – oder ob er im BaseCamp bleibt und weiter komponiert.

Lothar Schmitz, freier Journalist, Bonn


Best of Beethoven – Ideenmarkt spezial

Der Ideenmarkt spezial unter dem Motto „Beethoven mit allen Sinnen“ findet statt am Dienstag, 4. Februar 2020, ab 15:30 Uhr im Volksbank-Haus, Heinemannstraße 15, 53175 Bonn.

Infos und Anmeldung: www.bestofbeethoven.de

 

Weitere Informationen über Veranstaltungen und Events im Beethoven-Jubiläumjahr unter folgenden Links

www.bthvn2020.de

www.beethoven.de

www.buergerfuerbeethoven.de