Dr. Hubertus Hille tritt Nachfolge an

Region dankt Michael Swoboda

31.12.2011

Bei einem Empfang im Bonner Königshof hat die IHK Bonn/Rhein-Sieg ihren langjährigen Hauptgeschäftsführer Michael Swoboda in den Ruhestand verabschiedet. Fast 400 Gäste nahmen an seiner Verabschiedung und der offiziellen Einführung seines Nachfolgers Dr. Hubertus Hille teil.

„Unter Michael Swoboda hat sich die IHK von einer Behörde zum modernen Dienstleister für Unternehmen entwickelt“, sagte IHK-Präsident Wolfgang Grießl: „Er hat den Strukturwandel in der Region vom Behördenstandort zur Dienstleistungsregion aktiv begleitet und gefördert. Das Haus der Wirtschaft steht auf soliden Fundamenten. Die Wirtschaft wird in Bonn und dem Rhein-Sieg hörbar wahrgenommen.“ Michael Swoboda trat 1998 in den Dienst der IHK Bonn/Rhein-Sieg, zuvor war er zehn Jahre Hauptgeschäftsführer in Detmold. Er wird jetzt mit seiner Frau Brigitte an den Bodensee übersiedeln, wo er sich im Unruhestand verstärkt seinen Hobbys widmen möchte.

In seiner Zeit als Hauptgeschäftsführer trieb Michael Swoboda den äußeren und inneren Umbau der IHK voran. Das IHK-Gebäude wurde komlett renoviert, ein eigenes Service-Center eingerichtet. Intern waren die Teilnahme an verschiedenen Kunden- und Zufriedenheitsumfragen, die Einführung von Haustarifverträgen und dem Zielvereinbarungssystem sowie die Erarbeitung eines  IHK-Leitbildes wichtige Meilensteine. Er setzte sich insbesondere für eine  Vertiefung der Zusammenarbeit in der Region Köln/Bonn und dem Rheinland ein. Ein weiterer Schwerpunkt war die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. In seiner Amtszeit stieg die Zahl der IHK-Unternehmen um fast 50 Prozent, die eingetragenen Ausbildungsverhältnisse wuchsen im gleichen Zeitraum um knapp 30 Prozent.

 


Dr. Hubertus Hille ist neuer Hauptgeschäftsführer der IHK

1. Januar 2012: Dr. Hubertus Hille ist Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg. Er hat das Amt von Michael Swoboda angetreten, der zum 31. Dezember 2011 in den Ruhestand getreten ist. Der 41jährige Dr. Hille wurde im jordanischen Amman geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Nach Studium in Bonn und Canterbury im Bereich Volkswirtschaftslehre promovierte er am Institut für Wirtschaftspolitik der Universität der Bundeswehr Hamburg über „Eastern Enlargement of the EU“. Von 2000 bis 2006 war Dr. Hille bei der Allianz Versicherungs AG im Vertrieb tätig, 2006 erfolgte der Wechsel zum DIHK nach Berlin als Referatsleiter für Grundsatzfragen der Wirtschaftspolitik. 2008 wechselte er zur IHK Frankfurt am Main als Geschäftsführer Wirtschaftspolitik und Metropolenentwicklung. Die Vollversammlung der IHK Bonn/Rhein-Sieg wählte Dr. Hille einstimmig zum Nachfolger von Michael Swoboda.

Die „Wirtschaft“ führte ein erstes Interview mit dem neuen Hauptgeschäftsführer.

Herr Dr. Hille, was macht für Sie den Reiz der Region Bonn/Rhein-Sieg aus?
Ich komme hier aus der Region und weiß deshalb, dass Bonn/Rhein-Sieg in jeglicher Hinsicht lebenswert ist. Eine Region, in der man gerne arbeiten und die eigenen Kinder großziehen möchte. Eine Region mit viel Zukunft dank ihres exzellenten Bildungs-/Wissensniveaus.

Wie schätzen Sie die Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg ein?
Wir sind eine Wachstumsregion mit einem gutem Branchenmix und geringer Arbeitslosigkeit. Wir wachsen an Bevölkerung und an Unternehmen, das ist selten in Deutschland. Neben vielen Stärken etwa im Wissenschaftsbereich oder bei den weichen Standortfaktoren haben wir aber auch einige Herausforderungen zu bewältigen.

Woran denken Sie da im Besonderen?
Auch wenn es dieser Region besser als vielen anderen geht, weil wir vorerst eine Zuzugsregion bleiben - der demografische Wandel wird auch vor uns langfristig nicht halt machen. Wir müssen uns dem Wettbewerb um die besten Talente schon heute stellen, denn dies ist der wichtigste Rohstoff für unsere Unternehmen. Gerade die IHKs können mit der Dualen Ausbildung hier viel Unterstützung leisten. Aber auch die Entwicklung hin zu einer Metropolregion Rheinland wäre hierfür ein wichtiger Schritt.

Ein zweites nach wie vor ein heiß diskutiertes Thema ist der drohende Umzug von weiteren Ministerien nach Berlin. Hier müssen wir die wirtschaftlichen Folgen für unsere Region deutlich machen und uns gegen die Missachtung geltender Gesetze wehren. Denn damit zusammen hängt unser internationales Profil als UNO-Stadt, das es weiter zu schärfen und auszubauen gilt. Für die Unternehmen bieten sich in einer engen Zusammenarbeit mit den internationalen Organisationen  interessante Chancen, zum Beispiel im Bereich der Nachhaltigkeit. 

Welche Herausforderungen kommen auf die IHK zu?
IHK heißt Selbstverwaltung der Wirtschaft; wir sind die Mitmachorganisation von der Wirtschaft für die Wirtschaft mit exzellenter Infrastruktur und Netzwerken. Die regionale Wirtschaft regelt ihre Angelegenheiten selbst, nicht der Staat. Vielfach wird die IHK noch zu sehr als Behörde wahrgenommen. Die uns übertragenen hoheitlichen Aufgaben (z. B. im wichtigen Bereich der Ausbildung) erfüllen wir – Ausbildung ist heute wichtiger denn je. In unserem Grundverständnis fühlen wir uns heute aber viel stärker als moderner, kundenorientierter Dienstleister. Diesen Weg müssen wir weiter gehen und auch auf moderne Anforderungen der Kommunikation (Stichwort Social Media) und Interaktion eingehen.

Wie wollen Sie die Unternehmen dabei einbeziehen?
Wir benötigen die Mitarbeit möglichst vieler Unternehmerinnen und Unternehmer. Als Gesamt-Interessenvertetung der Wirtschaft in Bonn/Rhein-Sieg müssen wir deutlich machen, was wir wollen. Die Positionen der verschiedenen Branchen und Größenklassen werden von uns abwägend und ausgleichend in unseren Gremien gebildet. Ein Fach- oder Spartenverband könnte das nicht – er kann immer nur seine spezifische Branche vertreten, was vollkommen legitim ist. Wir brauchen einen breiten Diskussions- und Meinungsbildungsprozess. Dazu lade ich alle IHK-Unternehmen sehr herzlich ein.

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Welche Lieblingsplätze haben Sie in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis?
Ich gehe sehr gerne in der Bonner Südstadt spazieren, um mich beim Anblick der alten Jugendstilvillen dann in eine andere Zeit zu versetzen. Im Rhein-Sieg-Kreis schätze ich besonders die Plätze, die einen weiten Blick auf Rhein und Landschaft erlauben - z.B. den Stenzelberg oder den Oelberg.