Elektronische Lohnsteuerkarte

Start verschoben

31.12.2011

Wegen zahlreicher Fehler in den Arbeitnehmerdaten verschiebt sich der Starttermin der Elektronischen Lohnsteuerkarte auf den 1. Januar 2013.

Mit dem Wegfall der Papplohnsteuerkarte galten die von den Gemeinden letztmalig für 2010 ausgestellten Lohnsteuerkarten einschließlich aller eingetragenen Abzugsmerkmale und Freibeträge bis zur Umstellung auf ihren elektronischen Nachfolger noch 2012 weiter. Erst nach Einführung der „Elektronischen Lohnsteuer-Abzugsmerkmale (ELStAM)“ müssen die Einträge und Freibeträge erneut beantragt werden. Entsprechende Anträge bearbeiten allerdings nicht mehr die Gemeinden, sondern die Finanzämter. Lediglich für melderechtliche Änderungen (beispielsweise Geburt eines Kindes, Adoption, Kirchenaus- oder Kircheneintritt, Heirat oder Tod) bleiben weiterhin die Bürgerämter der Stadt- oder Gemeindeverwaltungen zuständig. Um die Aktualität der von den Gemeinden an die Finanzverwaltung gelieferten Daten während der Übergangszeit zu gewährleisten und falsche Steuerabzüge zu vermeiden, haben die Finanzbehörden alle Arbeitnehmer über ihre beim Bonner Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) gespeicherten elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale informiert. Dabei wurden zahlreiche Fehler entdeckt, wie fehlende Informationen über die Religionszugehörigkeit aber auch fälschlicherweise nicht in den Informationsschreiben aufgeführte Pauschbeträge für behinderte Arbeitnehmer.

Wegen der dringend notwendigen Nachbearbeitung der gespeicherten Lohnsteuer-Abzugsmerkmale haben die Finanzbehörden kürzlich den Starttermin des Verfahrens auf den 1. Januar 2013 verschoben. Den Arbeitnehmern soll dabei kein Nachteil entstehen, da die korrigierten Daten, nach Informationen bis zum  Redaktionsschluß, bis zum neuerlichen Starttermin grundsätzlich mit Gültigkeitsdatum ab 1. Januar 2012 mitgeteilt werden. Arbeitgeber sind damit verpflichtet, auch für bereits vergangene Lohnzahlungszeiträume die bereits durchgeführte Lohnbesteuerung mit den aktualisierten Lohnsteuer-Abzugsmerkmalen zu vergleichen und Korrekturen vorzunehmen (sogenannte „Rückrechnung“). Eventuell zuviel gezahlte Lohnsteuern erhalten betroffene Arbeitnehmer so spätestens beim endgültigen Start der Elektronischen Lohnsteuerkarte zurück.

Bernhard Lindgens