Forum Personal:

Netzwerk rund um das Thema Personalentwicklung

13.04.2010

Unter dem Titel „Forum Personal“ bündelt die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg ihre Aktivitäten zum Thema Personalentwicklung.
Dazu zählen die Begabtenförderung berufliche Bildung, der Arbeitskreis Personalentwicklung sowie das Forum Personalentwicklung als öffentliche Veranstaltungsreihe.

Die weitere Intensivierung der Beschäftigung mit allen Aspekten der Personalentwicklung ist ein ausdrücklicher Wunsch der IHK-Vollversammlung. Die IHK Bonn/Rhein-Sieg war damit die erste Kammer in Deutschland, die dem Themenbereich Personalentwicklung eine so herausragende Bedeutung zugewiesen hat. Mit den Veranstaltungen geht die IHK aktiv auf kleinere und mittlere Unternehmen zu, um den Auswirkungen des demografischen Wandels und dem daraus resultierenden Fachkräftemangel frühzeitig entgegenzuwirken.

Arbeitskreis Personalentwicklung und Begabtenförderung berufliche Bildung

Die vertieften Aktivitäten der IHK Bonn/Rhein-Sieg im Themenfeld Personal begannen bereits im Jahr 1991 mit der Gründung des Arbeitskreises Personalentwicklung. Ausbildungsleiter und Personalverantwortliche haben sich damals in einem Arbeitskreis zusammengeschlossen, um das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bei der Auswahl von Stipendiaten für das Programm „Begabtenförderung berufliche Bildung“ zu unterstützen. Das auch heute noch unter dem Begriff „Weiterbildungsstipendium“ existierende Angebot richtet sich an junge Menschen bei der weiteren beruflichen Qualifizierung.

Rüdiger Meyer

Das Stipendium fördert fachliche Weiterbildungen. Es gibt dazu eine Vielzahl von Angeboten der verschiedensten Veranstalter. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten wählen ihre Maßnahmen selbst aus, wie zum Beispiel Fortbildungen zur Technikerin, zum Handwerksmeister oder zur Fachwirtin, aber auch fachübergreifende Weiterbildungen, zum Beispiel EDV-Kurse oder Intensivsprachkurse. Die Förderung beträgt bis zu 5.100 Euro in maximal drei Jahren – bei einem Eigenanteil von höchstens 180 Euro pro Jahr. Sie muss vor Beginn jeder Weiterbildung bei der IHK beantragt werden.

Seit 2008 erfolgt die Stipendiatenauswahl einmal jährlich zum 15. März auf Grund von Noten und Berufsgruppen (weitere Infos: Ellen Gebauer, Telefon 0228 2284-178, E-Mail: gebauer(at)bonn.ihk.de, Internet: www.ihk-bonn.de, Webcode 828). Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg sowie ihr Arbeitskreis Personalentwicklung halten jedoch insbesondere eine persönliche Förderung der Begabten für wichtig. Aus diesem Grund wurde von der IHK ein neues Konzept gesucht, welches Ausgangspunkt für eine dauerhafte Beratung und Betreuung sein sollte. Fündig wurde der Arbeitskreis bei Professor Horst Flaschka.

112.000 Euro für 22 neue Stipendiaten

Die 22 neuen Stipendiaten wurden am 26. März 2010 im Sitzungssaal der IHK feierlich in das Förderprogramm aufgenommen. Zuvor wurden sie vom Arbeitskreis Personalentwicklung begrüßt und hatten die Möglichkeit, sich selbst und ihre Potenziale in einem „Kennenlern-Spiel“ zu erleben. Ihre Aufgabe bestand darin, in drei vorgegebenen Spielzügen eine 4,2 Meter lange und begehbare Holzbrücke zu bauen. Dieses von Professor Flaschka entwickelte Testmodul zur Potenzialentwicklung stellt die IHK den Begabten kostenfrei zur Verfügung. Bevor es zum Einsatz kam, übten die Mitglieder des Arbeitskreises sich zunächst selbst im Brückenbau, so dass sie nunmehr als Beobachter geschult sind und so die Begabten gezielt beraten können.
Durch den Einsatz des „Brücken-Moduls“ konnte eine Verbesserung des Kennenlernprozesses zwischen Stipendiaten und Paten sowie der Stipendiaten untereinander erreicht werden. Gleichzeitig wurde den Stipendiaten die Möglichkeit geboten, den Ablauf und die Erkenntnisse eines Assessments konkret zu erfahren. Aufgrund der guten Erfahrungen soll „Die Brücke“ auch in den folgenden Jahren zum Einsatz kommen.

"Forum Personal: Hier diskutieren wir gemeinsam über Erfolg", so Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Bonn/Rhein-Sieg.

Um die Arbeit des Arbeitskreises auch in den nächsten Jahren erfolgreich fortsetzen zu können, wurden für den aus Altersgründen ausgeschiedenen Arbeitskreisleiter Klaus Zerner und seiner aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl stehenden Stellvertreterin Stefanie Schneider zwei im Personalbereich sehr erfahrene Nachfolger gewählt. Es sind dies Rüdiger Meyer, Personalleiter der Firma Knauber, sowie Peter Kreppel, Professor für Organisations- und Sozialpsychologie an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Brühl. Beide haben sich zum Ziel gesetzt, das bestehende Alumni-Netzwerk Begabtenförderung zu stärken und als aktive Multiplikatoren die Notwendigkeit strategischer Personalarbeit in die Unternehmerschaft in der Region Bonn-Rhein-Sieg zu tragen.

Aufstiegsstipendium: Praxis zählt!

Bianca Büser aus Lohmar nutzt ihre Chance

Fachkräfte, die Erfahrung aus der beruflichen Praxis mit Kenntnissen aus einem Hochschulstudium verbinden können, werden mehr und mehr gefragt. Das Aufstiegsstipendium der Bundesregierung unterstützt besonders leistungsfähige Berufserfahrene bei der Durchführung eines ersten Hochschulstudiums - in Vollzeit oder berufsbegleitend. Die Förderung beträgt insgesamt 730 Euro monatlich für ein Vollzeitstudium oder 1.700 Euro jährlich für ein berufsbegleitendes Studium.
Die Lohmarerin Bianca Büser ist eine der ersten Stipendiatinnen des noch jungen Förderprogramms. Mit finanzieller Hilfe des Stipendiums studiert sie jetzt bereits seit einem Jahr Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Gesundheits- und Sozialwirtschaft an der Fachhochschule Koblenz. Der Weg zum Studium führte über eine Berufsausbildung und kontinuierliche berufliche Qualifizierung.

Nach der Realschule in Lohmar absolvierte Bianca Büser eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation. In der Prüfung bei der IHK Bonn/Rhein-Sieg erreichte sie stolze 94 Punkte. Das Ergebnis qualifizierte sie für das Weiterbildungsstipendium in der Begabtenförderung berufliche Bildung. „Mit dem Stipendium besuchte ich eine ganze Reihe von Maßnahmen“, berichtet Büser. „Den Lehrgang ‚Geprüfte Personalfachkauffrau‘ und den Ausbilderlehrgang absolvierte ich bei der IHK. Das Weiterbildungsstipendium hat mich beruflich voran gebracht.“
Praxiserfahrung, Qualifizierung und viel Elan waren gute Grundlagen für ein erfolgreiches Probestudium an der Hochschule. Glücklich war Bianca Büser, als auch die Bewerbung um ein Aufstiegsstipendium erfolgreich war: „Das Studium ist sehr zeit-intensiv und erfordert viel Engagement. Ohne das Aufstiegsstipendium hätte ich mein jetziges Studium nicht aufnehmen können. Ich freue mich, dass ich diese Chance bekommen habe!“

Das nächste Auswahlverfahren für das Aufstiegsstipendium startet am 1. Mai 2010.
Voraussetzungen für die Bewerbung um ein Aufstiegsstipendium sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, mindestens zwei Jahre Berufspraxis nach der Ausbildung sowie der Nachweis einer besonderen beruflichen Leistungsfähigkeit. Weitere Informationen unter www.aufstiegsstipendium.de.

Andreas van Nahl Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (sbb), Gemeinnützige Gesellschaft mbH, Lievelingsweg 102-104, 53119 Bonn, Telefon 0228 62931-42 , E-Mail: vannahl(at)sbb-stipendien.de, Internet: www.sbb-stipendien.de.

Forum Personalentwicklung

Für alle Unternehmer und Personalverantwortliche, die an aktuellen Entwicklungen und Erkenntnissen aus und für den Bereich Personal interessiert sind, bietet die IHK Bonn/Rhein-Sieg unter dem Titel „Forum Personalentwicklung“ eine regelmäßig stattfindende Vortragsreihe an. Die kostenlosen Veranstaltungen bieten durchgehend aktuelle und innovative Aspekte von und für Personalverantwortliche, die von Top-Referenten vorgetragen und anschließend zur Diskussion gestellt werden.Die erste Veranstaltung dieser Art fand am 30. Oktober 2008 mit einem Vortrag der Zukunftsforscherin Kirsten Brühl zum Thema „Schöne neue Arbeitswelt“ statt.

Prof. Dr. Peter Kreppel

Weitere Themen dieser Reihe waren „Mehr Wirtschaftlichkeit durch Personalentwicklung“, Bildung in der Krise“, „Keine(r) ist so klug wie alle – Engagement-Management mit Methode“ sowie „Die Führungskraft als Stress-Verursacher?“ An den bisher sechs Veranstaltungen haben mehr als 500 Unternehmensvertreter teilgenommen. Sehr großes Interesse fanden auch die Ausführungen von Manfred Kusserow, Mitglied der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn, zum Thema „Quo vadis, Arbeitsmarkt?“.

Direkt im Anschluss an die am 26. März 2010 durchgeführte feierliche Aufnahme des Stipendiatenjahrgangs 2010 gab Kusserow interessante Einblicke in die Themen „Regionaler Arbeitsmarktmonitor“ sowie „arbeitsmarktpolitische Strategien“.

Otto Brandenburg und Dario Thomas