Gegen den Stau

Wettbewerb: STOP oder GO

11.11.2011

Der Stapel der Gutachten zum Stillstand auf den NRW-Straßen wächst – aber die Staus werden nicht kleiner. Rechnerisch staut sich der Verkehr in NRW auf jedem Autobahnkilometer pro Jahr für rund 90 Stunden. Brennpunkte wie die A 40 bringen es auf über 1000 Stunden pro Jahr.

Geld allein löst das Stau-Problem nicht. Schon deshalb nicht, weil der Staat nicht genug davon hat. Also braucht es kluge Konzepte, die aus dem knappen Straßen-Budget das Bestmögliche machen. Bislang setzen die verantwortlichen Behörden dabei überwiegend auf die wissenschaftlich fundierte Vogelperspektive. Doch diese Vogelperspektive möchten die IHK‘s NRW um den alltäglichen Blick der Verkehrsteilnehmer ergänzen.

„Wir möchten die Expertise der Verkehrsteilnehmer nutzen, die jeden Tag auf der Straße unterwegs sind“, erklärt Werner Kühlkamp von der Niederrheinischen IHK und Federführer Verkehr der Industrie- und Handelskammern in NRW den neuen Ansatz. Denn gerade, wer viel auf der Straße unterwegs ist, kennt die Schwachstellen seiner Hausstrecke sehr genau. Dabei sind die Ursachen manchmal banal und leicht zu beheben. Eine um ein paar Meter verlängerte durchgezogenen Linie kann zum Beispiel viel bewirken: Die Geschwindigkeiten auf den Fahrspuren gleichen sich besser an, das zu frühe Einfädeln wird verhindert und Rückstaus bleiben aus.

Der Wettbewerb

Der ADAC geht pro Jahr von 135.000 Kilometern Stau auf den Autobahnen in NRW aus. Das entspricht einer Auto-Schlange, die sich mehr als dreimal um den Erdball windet. Wer eine Idee hat, wie diese Stau-Schlange hier und da um ein paar Kilometer verkleinert werden kann, sollte bis zum Einsendeschluss am 31. Dezember 2011 seine Vorschläge einreichen. Stichwort: „Stop oder Go“. Vorschläge können über die Seite www.stop-oder-go.de, per E-Mail an wentzel(at)niederrhein.ihk.de oder per Fax an 0203 285349-277 eingereicht werden. Der Vorschlag muss neben den Kontaktdaten des Absenders (Name, Anschrift, E-Mail, Telefon) folgende Pflichtangaben enthalten: Genaue Ortsangabe (Bezeichnung der Straße, Kreuzung, Problemstelle). Was ist das Problem an dieser Stelle? Wie kann das Problem einfach gelöst werden? Zur Erläuterung kann dem Vorschlag auch eine Skizze beigefügt werden. Die Vorschläge müssen sich auf eine konkrete Stelle beziehen. Berücksichtigt werden können nur Vorschläge, die sich auf das übergeordnete Netz beziehen (Autobahnen, Bundesstraßen oder Landesstraßen).

Eine unabhängige Expertenjury wird alle Vorschläge berücksichtigen, die den Verkehrsfluss an einer konkreten Stelle verbessern und die Verkehrssicherheit maßgeblich erhöhen können. Je einfacher die Idee ist, je konkreter sie dargestellt wird und je schneller und kostengünstiger sie umgesetzt werden kann, desto größer ist die Chance auf einen Preis. Ein Rechtsanspruch auf einen Gewinn besteht nicht. Die persönlichen Daten der Einsender werden ausschließlich für die Zwecke des Wettbewerbs verwendet. Der Gewinner erhält 1.500 Euro, zweiter Preis ist ein iPad, dritter Preis ist ein Fahrertraining.

Thomas Reisener