#GemeinsamUnternehmen – IHK-Herbstumfrage im Tourismus

„Bonn/Rhein-Sieg ist keine Wintertourismusregion“

12.02.2019

Impressionen aus Bonn-Rhein-SiegVerhalten optimistisch ist die Tourismusbranche im Bezirk der Industrie- und Handels-kammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg in die Wintersaison (Dezember - Februar) gegangen. Für die Wintermonate erwarteten 25 Prozent der Unternehmen eine günstigere Geschäfts-entwicklung. Drei von fünf Unternehmen rechneten in den kommenden Monaten mit gleichbleibenden Geschäften. Rund 16 Prozent befürchteten Einbußen.

„Viele Betriebe erwarteten für die Wintermonate ein eher ruhiges Geschäft“, zieht IHK-Geschäftsführer Professor Dr. Stephan Wimmers ein Fazit der IHK-Umfrage vom Herbst 2018: „Aufbauend auf der guten Entwicklung der vergangenen Jahre bleibt zum einen festzuhalten, dass in der kalten Jahreszeit deutlich weniger Kongresse stattfinden. Zum anderen ist Bonn/Rhein-Sieg keine Wintertourismusregion. Ein Dauerthema bleibt die Auslastung an den Wochenenden, die sich infolge zusätzlich geschaffener Hotelkapazitäten weiter verschlechtern könnte.“

Geschäftslage besser als im Frühjahr

Der Geschäftsklimaindex im Tourismusgewerbe lag mit 127,8 Punkten auf dem Niveau der Gesamtwirtschaft im IHK-Bezirk (126,3). Im Herbst 2018 beurteilten die Touristiker in der Region Bonn/Rhein-Sieg ihre Geschäftslage überwiegend besser als im Frühsommer. Rund 52 Pro-zent der befragten Unternehmen bewerteten ihre Lage im Herbst als gut, 44 Prozent beurteilten sie als befriedigend und nur drei Prozent der Betriebe bezeichneten ihre Lage als schlecht. Wimmers: „Gegenüber der Vor-umfrage im Frühjahr fiel die Lagebeurteilung der Touristik-Betriebe damit erheblich besser aus. Im Herbst 2018 war die Lage, nicht zuletzt wegen des guten Wetters in der Region, gut. Auch fanden einige Kongresse wie z.B. der Deutsche Tourismustag in Bonn statt.“

Ähnlich wie im Frühjahr beabsichtigten 81 Prozent der Unternehmen zu investieren.  „Erneut spiegelte die Investitionsneigung vor allem im Gastgewerbe das gestiegene Qualitätsbewusstsein der Gäste wider. Hauptmotiv für die Investitionen war zumindest im Gastgewerbe die Modernisierung“, so IHK-Tourismusreferent Till Bornstedt. Immerhin 84 Prozent der Unternehmen gaben dieses Investitionsmotiv an. In Produktinnovationen investierten 30 Prozent der Betriebe im Gastgewerbe. Ebenso viele Betriebe beabsichtigten in den Umwelt-schutz zu investieren. Bornstedt: „Dies scheint bei den Gästen ein immer entscheidender werdender Faktor für eine Buchung zu sein.“

Beschäftigung bleibt stabil - Fachkräfte fehlen

16 Prozent der Unternehmen beabsichtigen ihre Mit-arbeiterzahl zu erhöhen und 14 Prozent planen die Anzahl ihrer Beschäftigten zu verringern. Mit Blick auf die Risiken für die Geschäftsentwicklung nannten fast 60 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel. Damit hat dieses Risiko in seiner Bedeutung zugenommen - insbesondere im Gastgewerbe. Wimmers: „Nach wie vor ist es in Region schwer, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Der weitere Ausbau der Tourismus- und Kongressaktivitäten wird dadurch behindert. Unter dem Fachkräfte-mangel leiden sowohl bestehende als auch neueröffnete Betriebe.“ In den Arbeitskosten sahen mittlerweile 47 Prozent der Betriebe hohe Risiken. Weiter nannten die Unternehmen (29 Prozent) die Energiepreise als Risiko.