Internationales Standortmarketing: Cologne Bonn Business (CBB)

Gemeinsam stark für die Region

10.05.2010

Ludwig van Beethoven, das Grundgesetz, der Kölner Dom – auf bestimmten Gebieten mangelt es der Region Köln/Bonn wahrlich nicht an Bekanntheit. Anders gesagt: Der Komponist, die in Bonn entstandene Verfassung und die Kathedrale sowie weitere Menschen, Gebäude und Errungenschaften aus der hiesigen Region sind weltberühmt. So weit, so gut. Doch sorgen berühmte Namen allein noch nicht für die Art von Bekanntheit, die für die wirtschaftliche Prosperität der Region entscheidend ist: die bei möglichen Investoren. Es wird sich kaum beweisen lassen, aber allein wegen Beethoven hat sich vermutlich noch kein einziges Unternehmen in Bonn niedergelassen. Wohl aber wegen der exzellenten Verkehrsinfrastruktur oder des qualifizierten Fachkräfteangebots. Die müssen den möglichen Investoren allerdings erst einmal bekannt sein.

Jede Stadt und jeder Kreis hat eine Institution für Wirtschaftsförderung. Doch ist es für eine einzelne Kommune nicht immer einfach, weltweit auf sich aufmerksam zu machen. Deshalb ist es wichtig, diese lokalen Kräfte zu ergänzen und für bestimmte Marketingaktionen regional zu bündeln. Die Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH ist ein solches Kraftpaket. Geschnürt wurde es vor sechseinhalb Jahren von drei tragenden Säulen der Region: der Wirtschaft, den Finanzinstitutionen und insgesamt sieben – inzwischen sind es acht – Gebietskörperschaften. Die Gesellschafter sind mit je 40 Prozent der Anteile der Wirtschaftsinitiative Region Köln/Bonn e.V. und der Region Köln/Bonn e.V. sowie mit 20 Prozent die Region-Köln/Bonn-Sparkassen-GbR.

Gemeinsam stark

Im Verein Wirtschaftsinitiative Region Köln/Bonn sind Unternehmen, Verbände und Institutionen organisiert, darunter auch die IHK Bonn/Rhein-Sieg. Die Initiative will die strukturellen und wirtschaftlichen Bedingungen in der Region verbessern und sie national wie international als Wirtschaftsregion positionieren. Dabei ist den Akteuren klar: Das geht nur zusammen. „Ohne ein gemeinsames Standortmarketing werden wir im internationalen Wettbewerb mit anderen Regionen nicht mithalten können“, unterstreicht Michael Swoboda, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg.
Um die Region im nationalen und internationalen Standortwettbewerb zu stärken, haben sich auch die drei kreisfreien Städte Bonn, Köln und Leverkusen sowie der Rhein-Sieg-Kreis, der Rhein-Erft-Kreis, der Oberbergische und der Rheinisch-Bergische Kreis mit weiteren Akteuren zusammengeschlossen. Jüngst ist der Rhein-Kreis Neuss hinzugekommen. Sie alle bilden die zweite Gesellschaftersäule der Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH. Die dritten im Bunde: die lokalen Sparkassen. Mit 60 Milliarden Euro Bilanzsumme und 10.000 Arbeitsplätzen verfügen die Sparkassen über eine erhebliche Kapital- und Wirtschaftskraft.

Diese Zahlen lassen bereits erahnen, mit welchen Pfunden die Region als Ganzes wuchern kann. Anders als etwa das „Silicon Valley“ in Kalifornien ist ein wichtiges Standortplus die Vielfalt starker Branchen. So ist die Region Köln/Bonn ein führender Automobilstandort, Zentrum der Finanz- und Versicherungswirtschaft und des Handels, wichtiger Chemie- und Maschinenbau-, IT- und Telekommunikationsstandort sowie Medienzentrum und Logistikdrehscheibe. Ein weiterer Pluspunkt: Forschung und Entwicklung. Zahlreiche Patentanmeldungen, ein hoher Anteil von Fachhochschul- und Hochschulabsolventen an der Gesamtzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter, die internationale Reputation vieler hiesiger Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen sowie die hohe Bildungsdichte sind eminente Standortfaktoren. Zusammengenommen erwirtschaften hier ca. 3,4 Millionen Einwohner ein Bruttoinlandsprodukt von 32.727,13 Euro pro Kopf.

Nimmt man die zentrale Lage mit kurzen Wegen etwa zu den bedeutenden Seehäfen in Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam sowie zu anderen Wirtschaftszentren hinzu, wird klar: An der Region insgesamt kommt ein potenzieller Investor nicht ohne weiteres vorbei. „Größe kann auch ein Argument sein“, sagt Dr. Sylvia Knecht. Die Geschäftsführerin von Cologne Bonn Business (CBB) – unter diesem Namen agiert die Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH seit Anfang 2005 – verweist auf den Metropolraum rund um die britische Hauptstadt: „Selbst die Weltstadt London vermarktet sich international als Wirtschaftsstandort unter dem Namen und mit den Standortvorteilen von ‚Greater London’.“

Dienstleister und Kontaktstelle

Die Mission von CBB: Die Standortmarketinggesellschaft versteht sich als Dienstleister und Kontaktstelle für in- und ausländische Investoren. Zugleich – denn das eine ist kaum vom anderen zu trennen – wirbt sie im In- und Ausland für die Region. Denken wir uns zum Beispiel ein großes Unternehmen aus Südostasien, das eine neue Vertriebseinheit in Europa errichten will. Die Firmenleitung sondiert das Terrain und kommt günstigenfalls zum Schluss, dass Deutschland der geeignete Standort für die neue Niederlassung ist. Die Rechtssicherheit und die innere Sicherheit sprechen ebenso dafür wie die zentrale Lage und das hohe Bildungsniveau. Nun wird das Unternehmen Ausschau halten nach den wichtigsten Kunden und Lieferanten. Es wird sich über die Infrastruktur ebenso informieren wie über das unternehmerische Umfeld und das Arbeitskräftepotenzial. Irgendwann in diesem Sondierungsprozess – je früher desto besser – muss es auf Cologne Bonn Business und damit auf die Region Köln/Bonn stoßen. Das ist das Ziel.

Wirtschaftsinitiative Region Köln/Bonn e.V.

Einer der Gründer und Gesellschafter der Standortmarketing Region Köln/Bonn GmbH ist der Verein Wirtschaftsinitiative Region Köln/Bonn in dem Unternehmen und Verbänden organisiert sind. Die Initiative verfolgt das Ziel, die strukturellen und wirtschaftlichen Bedingungen in der Region zu verbessern. Schwerpunkte sind die Entwicklung einer eigenen Identität, die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und die nationale und internationale Positionierung der Region Köln/Bonn als Wirtschaftsregion.

Der Verein bietet Unternehmen aus der Region die Möglichkeit, sich aktiv an diesen Aufgaben zu beteiligen. Nicht zuletzt verkörpern die Unternehmen im Verein auch die Wirtschaftskraft der Region und sind die wichtigsten nationalen und internationalen Botschafter unseres Wirtschaftsraums. Aus Bonn engagiert sich beispielsweise Frau Dr. Ines Knauber-Daubenbüchel in der Wirtschaftsinititative.

Die Geschäftsführerin der Carl Knauber Holding GmbH & Co. KG und Vizepräsidentin der IHK Bonn/Rhein-Sieg findet: „Cologne Bonn Business ist wichtig, weil es die Kompetenzen starker regionaler Branchen – zum Beispiel Automobilsektor, Logistik und Handel – national und international präsentiert.“ Kontakt: Michael Swoboda, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Telefon 0228 2284-103, E-Mail: swoboda(at)bonn.ihk.de


Zu diesem Ziel führen mehrere Wege. Einer davon: „Man muss sehr gut vernetzt sein“, erklärt Sylvia Knecht. Sie und ihr Team halten enge Kontakte zu den einzelnen Kommunen, zu NRW.INVEST, zu Landesministerien, zu Unternehmen und Verbänden oder den Clustermanagern in NRW, etwa zur neuen Mediencluster NRW GmbH in Köln. Außerdem stellt CBB die Region bei wichtigen Messen im In- und Ausland vor, etwa auf der „TL“ in Shanghai, „BIO“ in Chicago oder auch auf der Internationalen Eisenwarenmesse in Köln. Dabei geht es auch und vor allem darum, Investoren in Zeiten des Fachkräftemangels das zweitwichtigste Investitionsargument vor Augen zu führen: Die Metropolregion Köln Bonn hat mindestens bis 2025 ausreichend Fachkräfte – für Investoren neben der guten Infrastruktur das schlagende Argument für einen neuen Standort. „Köln/Bonn ist eine intelligente Wissensregion“, sagt Sylvia Knecht, „und das müssen wir deutlich machen. Denn Bildung als Standortfaktor wird im zunehmenden Wettbewerb der Regionen immer wichtiger. Der hohe Bildungsgrad in unserer Region ist deshalb das ausschlaggebende Argument.“ Deswegen wird jeder Auftritt in der Öffentlichkeit auch ergänzt um entsprechende Vortragsangebote.
Zurzeit bereitet CBB zwei wichtige Messeprojekte vor. Bei der „EXPO REAL 2010“, der 13. Internationalen Fachmesse für Gewerbeimmobilien und Investitionen in München Anfang Oktober, wird CBB die Region Köln/Bonn als wichtigen Immobilienstandort präsentieren – gemeinsam mit anderen Partnern, etwa der Städte Bonn und Köln sowie dem Rhein-Sieg-Kreis, auf einem rund 800 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand. Bei der Internationalen Messe für Kunststoff und Kautschuk „K 2010“ Ende Oktober in Düsseldorf ist CBB erstmals vertreten (siehe Kasten „K 2010“ oben).

Lothar Schmitz, freier Journalist, Bonn