Jugend in Arbeit plus

Chancen für junge Arbeitslose

10.09.2010
Sonja Diesing möchte den Beruf der Altenpflegerin erlernen. Das Seniorenhaus St. Monika der CBT Caritas- Betriebsführungs- und TrägerGmbH in Sankt Augustin hat Sonja Diesing die Möglichkeit angeboten den Beruf über das Förderjahr mit JA plus kennenzulernen.

Seit der Einführung vor über zehn Jahren hat sich “Jugend in Arbeit plus“ (JA plus) als eines der erfolgreichsten Programme des Landes NRW zur Integration junger arbeitsloser Menschen erwiesen. Seit 2008 wird JA plus als zusätzliches Angebot der Arbeitsagenturen und ARGEn umgesetzt und aus Mitteln des Landes NRW und des Europäischen Sozialfonds finanziert. Teilnehmende Betriebe können so mit Lohnkostenunterstützung durch die Arbeitsagenturen oder ARGEn gefördert werden, sofern sie die gesetzlichen Vorlagen erfüllen.

Wesentlich zum Erfolg des Programms trägt ein beispielhaft funktionierendes Netzwerk kompetenter Partner bei: Fachkräfte der Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie der Handwerkskammern (HWK) verfügen über beste Kontakte zu den Unternehmen und Betrieben ihrer Region, und können dadurch interessierte Betriebe akquirieren. Auf diesem Weg suchen und finden die Kammern geeignete Arbeitsplätze für junge Arbeitslose mit Vermittlungshemmnissen und organisieren die passgenaue Vermittlung in ein betriebliches Beschäftigungsverhältnis. Zeitgleich geben qualifizierte Beraterinnen und Berater der Jugendhilfe (Jugendamt) den Jugendlichen individuelle Unterstützung in der Bewerbungsphase, erläutert Dagmar Steinert, Mitarbeiterin der Arbeitsagentur Bonn: „Mit einer Zuweisung in JA plus werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von sozialpädagogischen Beratern gezielt auf den Einstieg in das Berufsleben vorbereitet. Die Vermittlung läuft bei arbeitswilligen Teilnehmern meist zügig und unkompliziert ab.“ Mit der Beratung sollen Stärken, Interessen und Fähigkeiten der jungen Menschen erörtert, und gleichzeitig ihre Schwächen erkannt werden.

Nachhaltige Arbeitsverhältnisse entstehen

Viele Unternehmen haben bereits gute Erfahrungen durch die Vermittlungen gemacht und sind bereit junge Menschen, die Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben, einzustellen: „Mir kommt es nicht auf Zensuren an“, erläutert Martin Pils, Führungskraft eines Nahrungsmittelherstellers in Siegburg: „Entscheidend ist, ob jemand gut arbeiten kann, zuverlässig und wissbegierig ist. Die Chance das zu beweisen, sollte jeder Jugendliche erhalten.“

All dieser Aufwand dient nicht der kurzfristigen Vermittlung um der Zahlen und Statistiken willen. Vielmehr ermöglicht die gezielte Vermittlung der jungen Arbeitslosen durch die Kammern und die gemeinsame Leistung aller beteiligten Akteure oft nachhaltige Arbeitsverhältnisse. Christiane Gröhnke, in der IHK Bonn/Rhein-Sieg zuständig für JA plus, berichtet, „dass Dreiviertel der Jugendlichen, die ich vermittelt habe, auch nach Ablauf der Förderphase immer noch im Betrieb beschäftigt sind oder in eine Ausbildung münden. Die steigende Anzahl der teilnehmenden Betriebe beweist uns, dass unsere Vermittlungsangebote erfolgreich sind.“ Den Betrieben geht es dabei nicht vorrangig um günstige Arbeitskräfte durch die mögliche Lohnkostenförderung. „Die steigende Anzahl der Betriebe, die gar keine Fördermittel beantragen oder nicht vorrangig danach fragen, ist Beweis dafür und zeigt, dass durch Fördergelder allein nicht der passende Mitarbeiter gefunden wird. Gute Beratungs- und Vermittlungsarbeit sind die Schlüssel zum Erfolg“,so Gröhnke.