Karriere mit Fachoberschulreife

FOR+ - Zukunft sofort

13.04.2010

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels wollen die Unternehmen in der Region Rheinland insbesondere bei Schülerinnen und Schülern mit Fachoberschulreife (FOR) für eine qualifizierte Berufsausbildung als Start ins Berufsleben werben und ihnen zeigen, dass der direkte Einstieg in Ausbildung eine echte Alternative zur Fortsetzung der schulischen Laufbahn an den Berufskollegs bietet.

Ausblick: Die Zahl der Schulabgänger wird bis zum Jahr 2017 um rund acht Prozent abnehmen und danach immer weiter sinken. Bis zum Jahr 2029 wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen um 20 Prozent zurückgehen. Der Wirtschaft muss es daher künftig gelingen, aus dem kleiner werdenden Potenzial prozentual mehr Bewerber zu generieren, wenn sie sich die Fachkräfte von morgen sichern will. Der „Kampf um die Köpfe“ hat längst begonnen und betrifft nicht nur die „High-Potentials“, sondern insbesondere die qualifizierten Fachkräfte. Schon heute bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt, weil sich zu wenig Schülerinnen und Schüler mit dem Abschluss Fachoberschulreife bei den Betrieben bewerben.

Rückblick: 2008 haben in Nordrhein-Westfalen 88.000 Schülerinnen und Schüler die Schule mit der Fachoberschulreife (mittlerer Bildungsabschluss FOR) verlassen. Erreicht haben diesen Abschluss 96 Prozent der Realschüler, 38 Prozent der Gesamt-, 30 Prozent der Hauptschüler und 11 Prozent der Gymnasiasten. Ein Großteil der FOR-Absolventen setzt danach seine Schullaufbahn zumeist an den Berufskollegs fort, die mit ihren (höheren) Berufsfachschulen, den Wirtschaftsgymnasien oder Assistenten-Bildungsgängen eine Alternative zur beruflichen Ausbildung zu bieten scheinen.

Folge: Für viele dieser Schülerinnen und Schüler ist die weiterführende Schule dann nicht mehr als ein falscher Weg. Viele verschlechtern auch ihr Zeugnis oder sind dem Oberstufenstoff nicht gewachsen. Statt mit dem begehrten höherwertigen Schulabschluss in der Tasche verlassen sie die Schule nun demotiviert mit einem schlechteren Abgangs- oder Zwischenzeugnis oder haben als Abbrecher deutlich geringere Vermittlungschancen auf dem Ausbildungsmarkt.

Chance: Umgekehrt stellen FOR-Absolventen für die Wirtschaft ein hohes Ausbildungs- und Entwicklungspotenzial dar, um langfristig den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs zu sichern. Der nächsthöhere schulische Bildungsabschluss kann dabei auch parallel zur Ausbildung erworben werden. Es gilt daher, diese Schülergruppen frühzeitig zu informieren, mit den Berufsschulen entsprechende Modelle zu erarbeiten und eine attraktive betriebliche Ausbildung unter Umständen in Kombination mit einem zusätzlichen Schulabschluss anzubieten, die ohne zusätzlichen Zeitverlust zu den von der Wirtschaft gefragten Fachkräften qualifiziert.

Wenn Sie der Initiative beitreten möchten, wenden Sie sich an Initiativenkoordinator Dario Thomas.

Jürgen Hindenberg