Museum Koenig

Paten für die Regenwaldausstellung

10.05.2011

Mit Schrecken denkt Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der Solarworld AG, noch heute an ein Erlebnis, das er als junger Ingenieur bei einer Reise durch den Tropischen Regenwald in Nigeria hatte. „Am Straßenrand wurden gegrillte Fleischballen als Delikatesse angeboten“, erzählt er. „Erst auf den zweiten Blick erkannte ich darin abgehackte Affenhände. Es kann sein, dass das der Auslöser für mein heutiges Engagement für den Regenwald war.“ Asbeck unterstützt mit einer großen Spende, deren Höhe ungenannt bleibt, die geplante Regenwaldausstellung im Bonner Museum Koenig. Symbolisch hat er die Patenschaft für das Pinselohrschwein übernommen. „Das kommt mir phänotypisch sehr nahe.“

„Wir wünschen uns mehr Unternehmer, die sich über eine Patenschaft für unsere neue Ausstellung engagieren“, sagt Dr. Uwe Schäkel, Präsident der Alexander-Koenig-Gesellschaft e.V., des Fördervereins des Museums. Denn das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig und die Alexander-Koenig-Gesellschaft möchten ein Stück Regenwald nach Bonn holen. Als Teil der Dauerausstellung „Unser blauer Planet - Leben im Netzwerk“ soll die auf zwei Etagen angelegte Regenwald-Ausstellung den Blick für dieses Ökosystem schärfen.

Engagement gewünscht

„Unsere Besucher werden den Tropischen Regenwald mit allen Sinnen erleben können“, sagt Dr. Uwe Schäkel. „Wir planen einen warmfeuchten Tropenraum, in dem Gerüche und Geräusche wie in der Natur erfahrbar sind.“ Um von einer Etage zur anderen zu kommen, könnten die Besucher durch den hohlen Baumstamm einer Würgefeige klettern. Hinzu komme ein Multimediasystem, das die Anforderungen der modernen Museumspädagogik ganz erfülle. „Große und kleine Besucher können den Regenwald interaktiv erfahren.“

Kinder , die das Ökosystem des Regenwalds erleben möchten, sind eine wichtige Zielgrupe.

Eine Ausstellung dieser Art erfordert eine hohe Investition. So kam der Alexander-Koenig-Gesellschaft im Sommer 2010 die Idee zu einer Unterstützungskampagne, bei der Unternehmen und Privatpersonen zum einen Pate, zum anderen Koenig oder Koenigin werden können. „Wir gehen gezielt auf Unternehmen zu, die im weitesten Sinne mit Umwelt-, Klima- und Naturschutz zu tun haben“, sagt Dr. Uwe Schäkel. Das könne ein Industriebetrieb sein, ein Forschungslabor, ein Installateur, ein Gartencenter oder sogar ein Hotel, das seinen Gästen bewusst Lebensmittel aus der Region anbietet. „Wenn diese Unternehmen sich für unsere Regenwald-Ausstellung engagieren, zeigen sie ihren eigenen Kunden, dass sie den Umweltgedanken aktiv leben. Denn unsere Unterstützer partizipieren am Renommée unseres Museums. Außerdem kommunizieren wir die Unterstützung, Paten werden auf einer Spendentafel in der Dauerausstellung verewigt. So entsteht eine klassische Win-Win-Situation.“

So soll die Gorillastation nach Fertigstellung der Regenwaldausstellung aussehen.

Die Alexander-Koenig-Gesellschaft hat verschiedene Pakete geschnürt, so dass für jeden Unterstützer etwas Passendes dabei ist. Die Patenschaft für einen Schmetterling hat eine Gebühr von 100 Euro. Bei der Großen Otterspitzmaus, die an den Uferböschungen von Flussläufen und Waldtümpeln Afrikas lebt, geht es um 750 Euro. Und beim Kräuselhauben-Perlhuhn, das bevorzugt afrikanische Wald-Savannen-Mosaike bewohnt, liegt der Pate bei 1.500 Euro. Dabei wird jede Patenschaft nur einmal vergeben.

Wer außerdem Koenig oder Koenigin werden möchte, kann zwischen vier verschiedenen Leistungspaketen, die bei einem Preis von 500 Euro beginnen, wählen. Die damit verbundenen Gegenleistungen reichen von einer persönlichen Urkunde (Grundpaket) bis zum Erscheinen des eigenen Firmenlogos auf sämtlichen Werbemedien zur neuen Regenwald-Ausstellung wie Flyern, Plakaten und Einladungskarten (Leistungspaket 3 für Hauptsponsoren, die mindestens 200.000 Euro beisteuern).

Engagement mit Herzblut

Erste Paten gibt es bereits. So ist die Carl Knauber Holding GmbH & Co. KG Pate des Okapi, eines Huftiers aus dem Kongo. Die Sensoli GmbH aus Königswinter hat die Patenschaft für den grün-weiß schimmernden Smaragd-Kuckuck übernommen.

„Jede Form des Engagements ist willkommen“, sagt Dr. Uwe Schäkel. „Sei es bei der Unterstützung der Forschungsarbeit, der Jugendarbeit im Museum oder ehrenamtlich in der Alexander-Koenig-Gesellschaft.“ Richard Andreas Domschke, Inhaber der Creditreform Bonn, gehört zu den Unternehmern, die sich mit Herzblut einbringen: „Besonders begeistert mich das Projekt mit der Heinrich-Hanselmann-Schule, in dem geistig und körperlich behinderte Jugendliche einen eigenen Beitrag zur geplanten Regenwald-Ausstellung leisten. Ziel ist, dass die Jugendlichen sich Museen und andere kulturelle Einrichtungen selbständig erschließen.“ Weitere Möglichkeiten, sich zu engagieren, finden sich unter www.museum-koenig.de.

Werden sie Pate - www.regenwald-bonn.de


Ursula Katthöfer,
freie Journalistin, Bonn