10 Jahre Übergangsmanagement Schule-Beruf

Jugendlichen den Schritt ins Berufsleben erleichtern

10.09.2018

10 Jahre Übergangsmanagement Schule/BerufKein Schulabschluss, schlechte Noten, fehlende Sprachkenntnisse und mangelnde Berufsvorstellungen – die Liste der Gründe, aus denen Jugendliche den Übergang von der Schule in den Beruf nicht schafften, war schon vor zehn Jahren lang. Den Schaden trugen nicht nur die jungen Menschen, die in der Warteschleife auf einen Ausbildungsplatz ihre Runden drehten. Den Schaden trug die gesamte Gesellschaft. 5,6 Milliarden Euro wurden dem Institut der Deutschen Wirtschaft und der Bertelsmann Stiftung zufolge im Jahr 2006 ausgegeben, um Jugendlichen den Schritt ins Berufsleben zu erleichtern.

Etwas später, am 7. Dezember 2007, zog die IHK Bonn/Rhein-Sieg Bilanz für die Region: Das Geld verfehlte sein Ziel. Unternehmen klagten nach wie vor über zu wenig geeignete Auszubildende. Stattdessen war ein wenig erfolgreicher Förderdschungel entstanden.

Es war die Geburtsstunde des Übergangsmanagements Schule-Beruf, das auf den Berufsbildungsausschuss der IHK Bonn/Rhein-Sieg zurückgeht. „Der gemeinsame Wille der Gewerkschaften, Berufsschulen und Unternehmer war es, den Schülern aus sogenannten Warteschleifen den Eintritt ins Berufsleben aktiv zu verbessern. Schon damals ging es darum, Fachkräfte für die Unternehmen zu sichern. Wir brachten das Thema zum Glühen!“, sagt IHK-Präsident Stefan Hagen.

Das glühende Eisen, um in diesem Bild zu bleiben, wurde dann von Norbert Keusen, dem damaligen Schuldezernenten aus dem Rhein-Sieg-Kreis, in Rekordzeit geschmiedet. Das Ergebnis: ein Kooperationsvertrag zur Einrichtung eines Übergangsmanagements Schule-Beruf in der Region Bonn/Rhein-Sieg, der am 26. Juni 2008 von der Bundesstadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, der Kreishandwerkerschaft, der ARGEn Bonn und Rhein-Sieg sowie dem Deutschen Gewerkschaftsbund gezeichnet wurde.

Alles unter einem Dach

Die IHK machte von Anfang an deutlich, dass Jugendliche selbst für ihre berufliche Zukunft verantwortlich seien. Doch an Unterstützung dürfe es nicht fehlen. Die Kammer startete ein Begleitprogramm, das immer wieder an die Bedürfnisse des Ausbildungsmarktes angepasst wurde.
Dazu gehören bis heute:

  • der Arbeitskreis SchuleWirtschaft Bonn/Rhein-Sieg, in dem Unternehmen und Schulen sich austauschen,
  • das „Kooperationsnetz Unternehmen der Region und Schulen (KURS)“, über das Jugendliche Betriebe erkunden und Praktika erhalten,
  • die passgenaue Besetzung, die kleine und mittlere Unternehmen bei der Bewerbersuche unterstützt,
  • die Azubi-Speed-Datings, bei denen Betriebe sich in wenigen Minuten ein Bild von potenziellen Auszubildenden machen.

Zum 10. Geburtstag des Übergangsmanagements gratuliert IHK-Präsident Hagen: „Wir waren Modellregion für NRW und haben ein Dach geschaffen, unter dem es für die Unternehmen heute deutlich einfacher ist, geeignete Schülerinnen und Schüler kennen zu lernen. Denn wir haben einheitliche und transparente Strukturen für Praktika und Berufsfeld-erkundungstage aufgebaut. Bei der Agentur für Arbeit ist zudem ein zentraler Marktplatz für Betriebe und Bewerber entstanden.“

Auch aus Sicht der jungen Bewerber ist das Übergangsmanagement Schule-Beruf ein Erfolg: Vor zehn Jahren warteten viele von ihnen in Berufsvorbereitungsklassen auf ihre Chance. Ende des vergangenen Junis waren in Bonn/Rhein-Sieg noch 2.492 Ausbildungsplätze nicht besetzt. Den Bewerbern steht die Welt der Ausbildung offen.