Drei Fragen an Margie Kinsky

"Die Bühne ist ein tolles Ventil."

10.03.2011

Sie sind Gründungsmitglied des 1983 gegründeten Improvisations-Theaters Springmaus. Improvisation - das klingt spontan und kreativ. Aber was muss eine Schauspielerin managen?
Ich bin in erster Linie Mutter von sechs Jungs und Frau eines arbeitswütigen Mannes, nämlich Bill Mockridge, Schauspieler, Regisseur und künstlerischer Leiter der Springmaus. Das ist schon Management genug, wir Mütter sind das reinste Management-Büro. Wer bastelt die Laterne, warum hat das Kind die Schule geschwänzt? Daneben die Schauspielerei: Bei den Proben pünktlich sein, raus auf die Bühne. Ich war zwölf Jahre lang immer wieder schwanger, habe mit dickem Bauch gespielt. Doch als Frau vom Chef kann man sich am wenigsten leisten. Wenn eine Schauspielerin sagt „Och, mir geht es heute nicht so gut“, hat der Chef viel mehr Verständnis als für die eigene Frau. Denn zu Hause läuft es ja immer irgendwie. Das ist bei allen Unternehmen so, ob Autohaus oder Gemüsehandel.
 
Beruflich erfolgreiche Frauen reagieren schnell beleidigt, wenn man sie auf ihre Kinder anspricht. Sie fürchten, als Rabenmutter abgestempelt zu werden. Sie, Frau Kinsky, gehen sehr offen mit Ihrer Mutterrolle um. Wollen Sie anderen Frauen Mut machen?
Ja! Ich finde Kinder toll, ich möchte keines missen. Die Jonglage zwischen Beruf und Kindern und Mann und der 85-jährigen Oma – wie es bei uns der Fall ist – hält fit. Für mich ist die Bühne ein tolles Ventil. Andere rennen zur Therapie oder zum Tupper-Abend, ich gehe auf die Bühne und lasse zwei Stunden Dampf ab.
 
Ihr Solo-Programm „Kinsky legt los!“ behandelt die Themen Elternsprechtag, Zahnspange und Eier ausblasen. Wer kann besser darüber lachen, Männer oder Frauen?
Die Frauen lachen mehr, vor allem, wenn sie in Gruppen kommen. Da geht die Post ab, das höre ich schon hinter der Bühne. Wenn Frauen mit ihren Männern kommen, ist es anders. Die Frauen brüllen vor Lachen, wenn ich ihnen am Schluss des Programms sage: „Seid relaxt zu Euren Kindern. Die suchen später das Altersheim für Euch aus.“