Resolution der IHK-Vollversammlung: „Nachhaltig wirtschaften – gesellschaftlich engagieren“

200 Jahre Universität Bonn

11.04.2018

200 Jahre Universitaet BonnDie Universität Bonn feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Grund für IHK Bonn/Rhein-Sieg und Universität Bonn, Wirtschaft und Wissenschaft stärker miteinander zu vernetzen. Die beiden Partner wollen nachhaltiges Forschen und Wirtschaften zu einem wichtigen Standortfaktor machen.

„Wenn jemand auf unseren Forstflächen forschen möchte, ist er herzlich eingeladen das in Abstimmung mit unseren Förstern zu tun.“ So René Ronz, Pressereferent der ForestFinance Gruppe. Das Unternehmen bietet nachhaltige Waldinvestments an. Zu den Produkten des Finanzdienstleisters gehören Baumspar-Verträge, Wald-Sparbücher und Beteiligungen an ökologischen Aufforstungen, z.B. in Peru und Panama.

Seit 2006 forschten über 30 Wissenschaftler zur Arbeit von ForestFinance. Ihre Themen u.a.: Tropische Regenwälder, Biodiversität und Artenschutz. Das Unternehmen profitiert von der Forschung, denn es erhält neues Wissen. „Das hilft ForestFinance, aber auch potenziellen Investoren bei der Bewertung von Risiken und Ertragserwartungen“, sagt Ronz.

Auch andere Unternehmen können einen Nutzen daraus ziehen, wenn sie mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten. Um den Weg dahin zu ebnen, schloss die IHK Bonn/Rhein-Sieg bereits 2011 einen Kooperationsvertrag mit der Universität Bonn. „Im Jubiläumsjahr sind wir auf die Universität Bonn zugegangen, um unsere Kooperation zu vertiefen“, sagt Dr. Hubertus Hille, Hauptgeschäftsführer der IHK Bonn/Rhein-Sieg. „Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Michael Hoch, schlug vor, das Thema Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt zu stellen. Dort gibt es bereits sehr gute Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in der Region. Diese wollen wir intensivieren.“

Die IHK-Vollversammlung verabschiedete dazu am 6. März 2018 eine Resolution mit dem Titel „Nachhaltig wirtschaften – gesellschaftlich engagieren“. Darin heißt es u.a.: „IHK und Universität sprechen sich für die Schaffung eines Innovations-Campus für Nachhaltigkeit und Globalen Wandel auf dem Bonner Stadtgebiet aus.“ Ziel ist, Bonn mit seinen zahlreichen UN- und Forschungseinrichtungen zu einer international gefragten Adresse rund um das Thema Nachhaltigkeit zu machen.

Ein Haus aus Schilf

Wie groß das Interesse der Wissenschaft an einer Zusammenarbeit mit Unternehmen ist, zeigt sich am Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn. Dort entwickelt Prof. Dr. Ralf Pude, Inhaber der Professur Nachwachsende Rohstoffe (INRES), Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, genau sagt aus Schilfgras. Mit seinem Team aus Agrarwissenschaftlern arbeitet er an einem spritzfähigen Hochleistungsdämmputz aus Miscanthus-Schilf.

„In einem Jahr wollen wir den Dämmputz so weit entwickelt haben, dass er die üblichen Bauprüfungen durchlaufen kann und erste Praxisanwendungen erprobt werden können“, sagt Pude. Gespräche mit dem Putzhersteller Petry Oberflächentechnik aus Meckenheim laufen bereits.

Pude will weitere Bau- und Dämmplatten sowie Verpackungsmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen entwickeln. Kooperationen mit Firmen aus Hennef und Stotzheim gibt es bereits. Im LVR-Freilichtmuseum Lindlar plant der Wissenschaftler sogar ein komplettes Haus mit Leichtbeton-Wänden und –Steinen, Dämmputz und Dach aus Miscanthus-Schilf.

Ursula Katthöfer, freie Journalistin, Bonn

Die PDF des kompletten Artikel einschließlich Kurzinterviews des Rektors der Universität Bonn, Prof. Dr. Michael Hoch, und des Präsidenten der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Stefan Hagen, lesen Sie hier …