Studie zum Unternehmer-Image

Mehr Unternehmertum wagen

07.11.2018
© Elisabeth MantouvalouUnternehmensgründungen sind der Motor einer dynamischen Wirtschaft, sie sorgen für neue Ideen und die notwendige Restrukturierung. In einer aktuellen Studie untersuchten IHK NRW und die IHK Bonn/Rhein-Sieg zusammen mit dem Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn das Image des Unternehmertums und wie potenzielle Gründer zum Thema Selbständigkeit eingestellt sind.

Die Bereitschaft für den Sprung in die Selbständigkeit in Nordrhein-Westfalen sinkt seit Jahren, wie der KFW-Gründungsmonitor für die Jahre 2007 bis 2017 bereits zeigt. Demnach verringerte sich der Anteil der Gründer (und der Übernehmer) an der Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren in NRW von 2,45 Prozent in den Jahren 2000 bis 2006 auf 1,54 Prozent in den Jahren 2014 bis 2016.

Diese Entwicklung haben die IHKn und das ZEM zum Anlass genommen, das Unternehmer-Image zu erforschen. Insgesamt 1.448 Teilnehmer, die ein genaues Abbild der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter zwischen 21 und 45 Jahren darstellen, wurden dazu befragt.

Fazit: Das Image des Unternehmers ist überwiegend gut: Sie werden als verantwortungsvoll, nachhaltig, sozial und innovativ angesehen. Potenzielle Unternehmensgründer sind in Bonn/Rhein-Sieg, anders als im NRW-Durchschnitt, vorwiegend weiblich und jung (26 bis 40 Jahre), vor allem in den Altersklassen 21 bis 25 Jahren und 41 bis 45 Jahre dominieren die Männer.

Selbstverwirklichung, eigene Interessen und individuelle Fähigkeiten sind gerade in Bonn/Rhein-Sieg die wichtigsten Triebfedern für den Weg in die Selbständigkeit. Das größte Hemmnis auf dem Weg in die Selbständigkeit ist die Angst vor dem finanziellen Risiko.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Das Wissen über die Selbständigkeit ist gering, das Thema Unternehmertum findet in Schulen und Universitäten zu wenig statt. Dies dürfte auch ein Grund sein, warum in NRW viele der rund 350 Befragten und in Bonn/ Rhein-Sieg ca. 95 der Studienteilnehmer, die mit der Selbständigkeit liebäugeln, bisher den Schritt in das Unternehmertum noch nicht gewagt haben.

Denn die Studie zeigt auch, dass bei näherer Beschäftigung mit dem Thema manche Ängste schwinden, etwa vor den bürokratischen Hürden. Des Weiteren zeigte sich auch, dass Vorbilder von erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmern extrem wichtig sind. Diese sind in der Praxis aber zu wenig präsent und potentielle Unternehmensgründer haben keinen Kontakt zu ihnen.

Die Studie basiert sowohl auf der Analyse von bestehenden Untersuchungen zu diesem Themenfeld, wie auch auf Befragungen. Um diese Themen valide zu erfassen, wurden von April bis Juli 2018 Gruppendiskussionen mit Studenten und Berufsschülern durchgeführt und anschließend ein ausführlicher Fragebogen entworfen. Dieser wurde im Juli 2018 von 1.448 Teilnehmern beantwortet. 1.000 von ihnen wurden repräsentativ ausgewählt und für die Befragung herangezogen. Sie verteilen sich gleichmäßig über alle IHK-Bezirke.

Um die Ergebnisse für die Kammer Bonn/Rhein-Sieg zu präzisieren, erstellten die Forscher ein sogenanntes „Oversample“: Das bedeutet, dass auf 300 Probanden aus dem Kammerbezirk Bonn-Rhein/Sieg aufgestockt wurde und diese ebenso befragt worden sind. „Welche Unterschiede sich ergeben und welche Maßnahmen sich daraus gegebenenfalls ableiten lassen, möchten wir gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft und Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn diskutieren,“ so Regina Rosenstock, Gesamtbereichsleiterin Unternehmensförderung der IHK Bonn/Rhein-Sieg.

Die IHK lädt dazu am 4. Dezember 2018 Interessierte herzlich zur Veranstaltung „Das Unternehmerbild“ in die alte Sternwarte  der Uni Bonn ein.