Testmeldung

Geschäfte in der Coronakrise

23.10.2019

Vollbild am Inhaltsanfang

 

Stellen Sie sich vor, Sie verdienen seit zehn Jahren Ihr Geld mit der Organisation von Veranstaltungen und Team-Events. Die Geschäfte laufen gut, mittlerweile besteht das eigene Team aus sechs Leuten. Und dann kommt die Corona-Krise. Markus Lennackers aus Bonn ist genau das passiert.

 

 

Vollbild im Text, das keine BU hat. Statt Schnitzeljagd, Seifenkistenrennen und große Veranstaltungen gibt es nun digitale Mitmach-Shows zu drei Themen: Wissen, Casino und TV-Klassiker. Markus Lennackers hat die Umstellung auf Digital-Events am Anfang ziemliche Bauchschmerzen bereitet.

 

Lennackers wusste, dass Schnelligkeit in dieser Situation wichtig ist. Nach einem einleitenden Workshop gab es die ersten Testläufe mit Freunden und Familie. Der operative Ablauf der Online-Shows musste perfekt werden. Parallel hat das Marketing-Team die Website optimiert, alle Marketinghebel in Bewegung gesetzt und bei Social Media alle Register gezogen, um in kürzester Zeit maximale Reichweite zu erlangen. Dafür hat Lennackers einen neuen Mitarbeiter eingestellt.

 

Corona war die beste Fortbildung

 

Heute ist Lennackers stolz, dass „Unsere Schnitzeljagd“ das erste Unternehmen deutschlandweit mit einem solchen Format war. Die Buchungszahlen seien überragend, und es gebe sogar erste Anfragen aus Dubai und Sao Paolo, sodass die Formate nun auch auf Englisch laufen. „Für mich ist Corona wirklich ein Geschenk gewesen und wahrscheinlich die beste Fortbildung, die ich je besucht habe“, sagt Lennackers heute.

 

rechts im Text mit BU, 300px eingestellt bei Original 450, Bei Klick vergrößer funktioniert übrigens nicht!Auch zwei Unternehmer-Netzwerke, mit denen er regelmäßig konferiert hat, haben sich als sehr wohltuend und nützlich erwiesen. Die Online-Formate möchte er auch nach Corona weiter anbieten. Denn so erschließt sich das Unternehmen neue Kundenkreise, und die Produktivität des Teams kann deutlich gesteigert werden.

 

Online-Marketing und mehr Aktivität auf den Social Media-Kanälen haben auch andere Unternehmen genutzt, um in der Krise zu bestehen: Mahabir Singh, der Geschäftsführer des „Bistro Eselchen“ in Bonn-Duisdorf, freut sich, dass er sein Weinlokal keinen einzigen Tag schließen musste.

 

Aber der Weg war hart: Als am 18. März klar war, dass es einen Shutdown für die Gastronomie geben würde, holte er sich sofort die Agentur Vismagine ins Boot. Noch in der Nacht entstand ein neues Konzept für den Betrieb und seine Vermarktung. Was wann erlaubt oder auch nicht erlaubt war, hat Singh auf der Website der IHK Bonn/Rhein-Sieg erfahren.

 

Bild links im Text mit BU, 300px eingestellt bei 450 px Original

 

Rund 100 Stammkunden waren seitdem regelmäßig da, haben vorher telefonisch gebucht und mussten kaum warten, so Singh. „Die Solidarität war ein sehr gutes Gefühl. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut.“ Viele schenkten ihm zum Dank für sein Engagement Pralinen und Blumen, manche schrieben kleine Freundschafts-Botschaften in Herzform.

 

Als Mahabir Singh davon erzählt, ist ihm seine Ergriffenheit deutlich anzusehen. Ob er mit der Agentur weiter zusammenarbeitet? Natürlich! Die haben das toll gemacht und sollen auf jeden Fall auch selbst weiterhin etwas davon haben.

 

Infokasten: Hier ist als Stil Kasten grau gesetzt. Am 19. März öffnete das „Eselchen“ von 11 bis 15 Uhr. Die Kunden konnten das Essen abholen und auch Flaschenweine kaufen. Die entsprechenden sympathisch aufbereiteten Infos bekamen sie über Facebook.

 

 

Das Bild hat im Original 850px, eingestellt habe ich 500px und Bei Klick vergrößern geklickt. Auch für das Hotel Kluth direkt über dem „Eselchen“ hatte das neu entstandene Team eine gute Idee: Zwei Zimmer vermietet Inhaber Mahabir Singh nun als Homeoffice. Der Umbau war schnell gemacht: Betten raus, Schreibtische rein, dazu noch ein sicheres W-LAN-Netz. Die Kunden freuen sich über eine Flatrate für Kaffee und Wasser und natürlich über ein gutes Mittagessen aus dem „Eselchen“.

 

Persönliche Modeberatung über Facetime

 

Auch Anja Solscheid vom Modeladen „Fashion Invito“ in Bonn-Duisdorf hat ihre Kunden über Facebook erreicht. Nachdem der erste Schock über die Schließung verdaut war, dachte sie zuerst über einen Online-Shop nach. Den digital zu gestalten, hätte allerdings mindestens 600 Euro gekostet und wäre auf die Schnelle schwierig geworden.

 
 

„Wir sind seit 22 Jahren hier und haben natürlich gewisse Rücklagen. Aber ich war trotzdem sehr froh, dass einige Lieferanten netterweise meine Bestellungen für März storniert haben. Meine Kundinnen sind mit mir groß geworden, aber die Jungen kaufen online.“

 
 

Den lokalen Handel stärken, das hat die IHK Bonn/Rhein-Sieg in den vergangenen mit mehreren Maßnahmen unterstützt: Natürlich haben die Experten der verschiedenen Fachbereiche die Unternehmer*innen telefonisch, per Mail und mit stets aktualisierten Hinweisen auf der Homepage beraten (siehe dazu auch unser Interview).