Wirtschaftslagebericht der IHK Bonn/Rhein-Sieg zum Frühsommer 2018

Hochkonjunktur hält weiter an

11.06.2018

IHK-KonjunkturklimaindikatorDer IHK-Konjunkturklimaindikator verfehlt nur knapp seine Bestmarke vom Jahresbeginn. 131 Punkte deuten auf eine weiterhin sehr erfreuliche Entwicklung der Wirtschaft in der Region Bonn/Rhein-Sieg hin. Dies ist das zentrale Ergebnis der IHK-Konjunkturumfrage zum Frühsommer 2018.

Dabei wird die aktuelle Geschäftslage von den befragten Unternehmen sogar noch einmal etwas besser eingestuft. Die Hälfte der Unternehmen bezeichnet die Lage als gut, nur acht Prozent sind unzufrieden.
Auf einem nahezu unverändert hohen Niveau liegt der Optimismus der regionalen Wirtschaft beim Blick auf die kommenden Monate. Fast jedes dritte Unternehmen rechnet mit einer weiteren Verbesserung der Geschäfte, weitere 60 Prozent erwarten eine konstante Entwicklung.

Daraus ergibt sich für die Investitionsbereitschaft erneut ein hoffnungsvolles, wenn auch leicht abgeschwächtes Ergebnis. Wie schon zu Jahresbeginn wollen über 30 Prozent der Betriebe ihre Investitionen erhöhen, nur 15 Prozent werden weniger investieren. Als Hauptmotive werden neben dem Ersatzbedarf, jeweils von einem Drittel, Kapazitätserweiterungen, Rationalisierungen und Innovationen genannt.
Auch der Beschäftigungsaufbau wird in leicht abgeschwächter Form fortgesetzt.

Fast ein Viertel der Unternehmen will verstärkt Personal einstellen, die große Mehrheit plant mit unveränderten Umfängen. Insbesondere der Dienstleistungssektor rechnet mit einer weiteren Expansion. Dem entsprechend bleibt der Fachkräftemangel das größte Risiko. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielen die Inlandsnachfrage und die Arbeitskosten. Durch die niedrigen Zinsen stellt die Finanzierung für die meisten Unternehmen aktuell kein Problem dar.

Dienstleistungen

Der Klimaindex für den Dienstleistungssektor setzt mit 136 Punkten seinen schon einige Jahre andauernden Höhenflug fort. Grundlage ist eine rekordverdächtige Beurteilung der Geschäftslage. Mehr als jedes zweite Unternehmen bezeichnet diese als gut, nur zehn Prozent als schlecht. Etwas vorsichtiger werden die Erwartungen für die kommenden Monate bewertet.

Trotzdem kalkuliert jeder dritte Dienstleister mit einer weiteren Verbesserung der Geschäfte. Parallel dazu entwickelt sich die Investitionsbereitschaft. Ein Drittel will in Zukunft verstärkt investieren. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft werden Kapazitätserweiterungen deutlich häufiger genannt. Nach wie vor sind die Dienstleister auf der Suche nach Fachkräften, um den Aufschwung fortzusetzen. 30 Prozent würden gerne ihren Personalbestand ausbauen. Dabei bleibt der Fachkräftemangel das Hauptrisiko.

Industrie

Die Lageeinschätzung in den Industriebetrieben in der Region hat sich noch einmal verbessert. Aktuell bezeichnen zwei Drittel der Unternehmen ihre Lage als gut. Die Erwartungen bleiben unverändert optimistisch. Dies wirkt sich im Frühsommer auch wieder positiv auf die Investitionsabsichten aus. Hauptmotiv sind dabei Rationalisierungen und der Ersatzbedarf. Aus diesen Motiven ergibt sich dann auch eine eher zurückhaltende Beschäftigungsentwicklung.

Einzelhandel

Die Geschäftslage im Einzelhandel wird im Frühsommer wieder deutlich nüchterner bewertet. Drei Viertel der befragten Unternehmer bezeichnen diese als befriedigend, nur noch 16 Prozent als gut. Ein Auslöser sind bei fast 40 Prozent der Händler sinkende Umsätze in den ersten Monaten des Jahres. Gründe sind zum Beispiel Frequenzverluste in den Innenstädten, die schlechte Erreichbarkeit oder die wachsende Konkurrenz durch den Onlinehandel. Für die kommenden Monate bleiben die Einzelhändler vorsichtig optimistisch. Im Vergleich zu den Vorumfragen hat die Investitionsbereitschaft stark nachgelassen.

Information und Kommunikation

Seit fast drei Jahren bewegt sich der IHK-Geschäftsklimaindex auf einem nahezu konstanten und sehr hohen Niveau. Im Frühsommer ist jetzt mit 135 Punkten lediglich ein geringfügiger Rückgang zu erkennen. Auslöser ist eine Korrektur der Erwartungen für die kommenden Monate. Sehr positiv bewertet die Branche jetzt schon seit drei Jahren ihre aktuelle Geschäftslage. Entsprechend soll auch der Beschäftigungsaufbau fortgesetzt werden.

Gastgewerbe

Das Geschäftsklima im Gastgewerbe kühlt sich erneut deutlich ab. Nachdem zu Jahresbeginn die Erwartungen stark zurückgegangen waren, wird jetzt die aktuelle Geschäftslage weniger positiv bewertet. Die Erwartungen an die kommenden Monate haben sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Dazu passt, dass auch die Auslastung bei jedem vierten Unternehmen seit Jahresbeginn gesunken ist. Als Reaktion geht die Investitionsbereitschaft in der Branche zurück und es kommt zu einer relativ konstanten, leicht rückläufigen Beschäftigungsentwicklung. Die Arbeitskosten werden als das größte Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung gesehen. Kurz darauf folgt der drohende oder schon bestehende Fachkräftemangel.

Verkehr

Zum dritten Mal in Folge bleibt der IHK-Geschäftsklimaindex für das Verkehrsgewerbe nahezu unverändert. Dabei beurteilen die Logistiker die aktuelle Geschäftslage erneut etwas schlechter als in der Vorumfrage. Wieder etwas freundlicher fällt der Blick auf die kommenden Monate aus. Die zumeist positiven Erwartungen führen auch zu erneut leicht steigenden Investitionen. Geringe positive Effekte werden von dem Verkehrsgewerbe auf den Arbeitsmarkt ausstrahlen.