Interessenbekundungsverfahren für IPCEI „Nächste Generation Cloud Infrastrukturen und Services“ gestartet

15.07.2021

Das BMWi hat einen Aufruf zur Beteiligung am IPCEI zum Aufbau von Cloud-Infrastrukturen und -Services in Europa (kurz: IPCEI-CIS) gestartet. Ziel des Projekts ist die Schaffung einer offenen und souveränen Cloud-Edge-Infrastruktur, die den höchsten Ansprüchen an Innovation, Skalierbarkeit, Interoperabilität, Datenportabilität, Sicherheit und Energieeffizienz gerecht wird. Unternehmen können ihr Interesse bis zum 31.8.21 bekunden. 

Was ist ein IPCEI?

IPCEI steht für „Important Project of Common European Interest“ und dient als spezielles Instrument der staatlichen Beihilfe. Es handelt sich um ein transnationales Projekt, das Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken soll. Dabei sollen Kompetenzen, Fachwissen, finanzielle Ressourcen und private Akteure aus der gesamtem EU zusammengeführt werden. 

Was ist der Hintergrund der Förderung?

Europa verfügt über umfangreiche Datenressourcen, jedoch fehlen wichtige strategische Fähigkeiten, etwa Software und Datenverarbeitungskapazitäten sowie die Edge-Kapazitäten, um diese voll auszuschöpfen. Derzeit wird der Markt für Cloud-Anwendungen von außereuropäischen Unternehmen dominiert. Interoperabilität, Datenportabilität und Datenschutz sind nicht bzw. nur teilweise gewährleistet. Drohende lock-in-Effekte bremsen die Digitalisierung der Industrie.

Was wird gesucht und wie ist der weitere Ablauf?

Das BMWi sucht Skizzen für Projekte, die einen Beitrag zur Schaffung einer souveränen, offenen, hochleistungs- und echtzeitfähigen Cloud-Edge-Infrastruktur in Europa leisten. Dies soll unter anderem durch die Nutzung von Open-Source-Lösungen, verstärkter IT-Sicherheit und Resilienz sowie durch die Gewährleistung der Interoperabilität und Datenportabilität erreicht werden. Zudem soll das IPCEI-CIS an das Projekt GAIA-X anschlussfähig sein.

Das Förderverfahren ist zweistufig und besteht aus einem nationalen Interessenbekundungsverfahren und einem anschließenden Matchmaking-Prozess auf europäischer Ebene. 

Antragsteller können ihre Vorhabenskizzen bis zum 31. August 2021 elektronisch unter ipcei-cis@bmwi.bund.de einreichen. Unternehmen können ihre Unterlagen auch als Teil eines Verbunds einreichen. Die Bildung von Verbünden ermöglicht die Einbindung von KMU und innovativen Start-ups und kann Vorteile für die effiziente Positionierung im späteren EU-Matchmaking-Prozess mit sich bringen. Das BMWi beabsichtigt, anhand der Konzepte Unternehmen oder Verbünde auszuwählen, die an dem später vorgesehenen Matchmaking-Prozess auf europäischer Ebene teilnehmen sollen.

Die zu fördernden Vorhaben müssen folgende formale Voraussetzungen erfüllen:

  • Grundsätzlich Umsetzung in Deutschland / Europa (Ausnahme ggfs. möglich)
  • Umsetzung durch Unternehmen mit Sitz in Deutschland (Ausnahme ggfs. möglich)
  • Forschungseinrichtungen können teilnehmen, bspw. als Unterauftragsnehmer
  • gesicherter Eigenanteil der einzelnen Projektteilnehmer
  • Mindestgröße der eingereichten Vorhabenskizzen von i.d.R. 10 Mio. €
  • Fristgerechte Einrichtung der Skizze elektronisch unter ipcei-cis@bmwi.bund.de bis zum 31. August 2021 (23:59 Uhr) – es gilt der Zeitpunkt des E-Mail Eingangs
  • Die formalen Anforderungen an die Vorhabenskizze entnehmen Sie der beigefügten Bekanntmachung (Punkt 5).

Weitere Informationen zum IPCEI-CIS sowie die Bekanntmachung des Interessenbekundungsverfahren finden Sie hier.

Autorin:
Alena Kühlein, DIHK

Quelle:
Newsletter des DIHK vom 15.07.2021