IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg


Dr. Rainer Neuerbourg – Generalist für Innovationen

Menschen bilden und beraten - Teil 7

Dr. Rainer Neuerbourg (© IHK/Ursula Katthöfer)Innovation und Umwelt – diese beiden Themen betreffen nahezu jedes Unternehmen. Wer Fragen zu Patenten und Markenschutz, Energieeffizienz oder Immissionsschutz hat, wendet sich an den Bereich Innovation und Umwelt der IHK Bonn/Rhein-Sieg. In unserer Serie stellen wir dessen Leiter, Dr. Rainer Neuerbourg, vor.

Innovationsberatung: Von der Idee zum Patent

Die Idee war gut. Ein Händler importierte günstige Weihnachtslichterketten aus Fernost, die er in Deutschland über das Internet verkaufen wollte. Dumm war nur, dass der Zoll die Pakete nach einer Stichprobe aus dem Verkehr zog. Der Grund: Die Lichterketten hatten keine CE-Kennzeichnung, also kei nen „Europäischen Warenpass“. Der besagt, dass Produkte wie Haushaltsgeräte, Spielzeug oder Druckbehälter mit den Europäischen Richtlinien konform sind.

„Ein CE-Verfahren ist teuer und langwierig. Der Händler müsste sich dazu eine Konformitätserklärung aus dem Herkunftsland der Lichterketten schicken lassen. Bis ein solches Verfahren abgeschlossen ist, ist Weihnachten vorbei.“ So Dr. Rainer Neuerbourg, Bereichsleiter Innovation und Umwelt bei der IHK Bonn/Rhein- Sieg. Mit seinem Team berät er vor allem kleine und mittlere Unternehmen zu Innovation, Umweltschutz, Energieeffizienz und Digitalisierung.

„Fragen zur CE-Kennzeichnung kommen in unserer Beratung häufig vor“, sagt Neuerbourg. „Sie kommen von Tüftlern, die z.B. neue Gartenleuchten entwickelt haben. Oder sie kommen von Importeuren, die nicht wissen, ob die einzuführende Ware in Europa verkauft werden darf.“ Neuerbourg informiert zum Ablauf und den Inhalten des Konformitätsbewertungsverfahrens und vermittelt bei Bedarf einen spezialisierten CE-Berater.
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Naturwissenschaftler und Ingenieure bei der IHK

Seit März 1994 ist Neuerbourg bei der IHK Bonn/Rhein beschäftigt. Der promovierte Physiker begann seine Karriere als Umweltberater. Er gehört zu den Naturwissenschaftlern und Ingenieuren, die in den 90er Jahren wegen der großen Nachfrage zu Umweltthemen zu den IHKs stießen. „Damals hieß das große Thema Abfallentsorgung“, sagt Neuerbourg. „Es folgte die Einführung von Umwelt-Managementsystemen. 2006 kam dann das neue europäische Chemikalienrecht, kurz REACH. Auch das Wasser- und Immissionsschutzrecht wurde immer weiter fortgeschrieben.“

Seit 2012 leitet Neuerbourg die Abteilung Innovation und Umwelt. „Ich bin zu einem Generalisten geworden“, sagt er. „Das Themenspektrum ist sehr breit.“ Zur Zeit beschäftigt ihn der Klimaschutz. „Dabei spielt die Elektromobilität eine wichtige Rolle. Da die Batteriekapazitäten der Elektroautos bisher nicht für lange Strecken reichen, halten die Betriebe sich mit Investitionen in die E-Mobilität zurück“, meint er. Käme ein Unternehmer zur Beratung, der in Forschung und Entwicklung von Batterien investieren wolle, würde Neuerbourg Kontakte zu Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen vermitteln.

Hat eine innovative Idee sich zu einem marktfähigen Produkt entwickelt, unterstützt die IHK den Erfinder durch einen kostenlosen Beratungsservice. „Einmal im Monat kommt ein Patentanwalt ins Haus, um unsere Kunden kostenlos zu Patentrecht und Markenschutz zu beraten“, sagt Neuerbourg. „Es sind vertrauliche Gespräche unter vier Augen. Nichts dringt nach draußen.“ www.ihk-bonn.de | Webcode 368

Forum Innovation

Beim Forum Innovation hingegen ist ein offener Austausch willkommen. Es vernetzt Wirtschaft und Wissenschaft, um Innovationen in der Region zu fördern (www.forum.ihk-bonn.de). Neben der Behandlung von individuellen Fragen aus den Unternehmen werden auch Workshops und Veranstaltungen zu innovativen Trends angeboten. So beschäftigte sich das Forum Innovation bereits bei zwei Veranstaltungen mit dem Thema 3-D-Druck.

„Mit Hilfe der 3-D-Drucktechnik lassen Ersatzteile sich kurzfristig produzieren. Das wirkt sich auf die Lagerhaltung aus“, sagt Neuerbourg. „Im Automobil- und Flugzeugbau werden bereits Einzelteile aus dem 3-D-Drucker eingesetzt. Das spart Material und reduziert das Gewicht.“ Anfangs ließen sich im 3-D-Drucker Produkte aus Kunststoff produzieren. Inzwischen gilt dies auch für Metall und Keramik. Ein Hersteller von Sportartikeln hat mit diesem Verfahren bereits einen Laufschuh kreiert.

Es sind diese Neuentwicklungen, die Neuerbourg an seinem Beruf reizen. Den Unternehmen in Bonn/Rhein-Sieg möchte er einen guten Service bieten: „Es ist spannend technische Themen zu transportieren und Unternehmen bei deren Umsetzung zu helfen.“

Ursula Katthöfer, Freie Journalistin, Bonn

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