IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg


Wirtschaftslagebericht der IHK Bonn/Rhein-Sieg zum Frühsommer 2017

Gutes Klima bei hoher Beschäftigung

Konjunkturklimaindikator Frühjahr 2017Der IHK-Konjunkturklimaindikator zeigt, dass sich der zum Jahresbeginn eingeläutete Aufwärtstrend fortsetzt. Mit 127 Punkten erreicht er den höchsten Wert seit dem Frühsommer 2011. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis. Damit zeigen sich die regionale, wie auch die nationale Wirtschaft äußerst robust gegenüber internationalen Entwicklungen. Ausschlaggebend für die weitere Verbesserung des Klimas ist die Einschätzung der derzeitigen Geschäftslage. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen bewertet diese mit gut, nur neun Prozent mit schlecht.

Nur leicht verbessert schätzen die Unternehmen ihre Zukunftsaussichten ein. 31 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäfte, weitere 57 Prozent gehen von einer konstanten Entwicklung aus. Damit wird erneut die Lage deutlich besser als die Aussichten bewertet. Ein Zeichen dafür, dass noch mit negativen Auswirkungen von politischen Entscheidungen im In- und Ausland kalkuliert wird. Die bisherigen Entwicklungen, wie der Brexit und die protektionistischen Tendenzen in den USA, haben die Wirtschaft weniger stark getroffen als befürchtet.

Mit der anziehenden Weltwirtschaft erhoffen sich mehr Unternehmen steigende Exporte.
Die gute Lage, verbunden mit dem jetzt schon relativ lange andauernden konstanten Wachstum, führt dann auch zu zunehmenden Investitionen. 36 Prozent planen eine Ausweitung. Die Zunahme der Beschäftigung wird in den nächsten Monaten noch einmal Fahrt aufnehmen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Unternehmen auch die gesuchten Fachkräfte finden und halten können.

Dienstleistungen

Auf einem nahezu unveränderten Niveau entwickelt sich das Geschäftsklima der Dienstleister. Dabei relativiert sich die sehr gute Lageeinschätzung aus der Vorumfrage zwar etwas, dennoch bezeichnet weiterhin mehr als jedes zweite Unternehmen seine Lage als gut. Zum wiederholten Male nahezu unverändert werden die Zukunftsaussichten eingeschätzt. 90 Prozent erwarten bessere oder zumindest gleichbleibende Geschäfte. Stark ausbauen wollen die Dienstleister ihre Beschäftigungsumfänge. Im Wege stehen könnte dabei einigen Unternehmen die unzureichende Verfügbarkeit von entsprechend qualifizierten Fachkräften.

Industrie

Die sehr hohen Erwartungen vom Jahresbeginn haben sich jetzt in eine deutliche Verbesserung der Geschäftslage verwandelt. Die Erwartungen für die kommenden Monate konnten sich auf einem guten Niveau stabilisieren. Nur jedes zehnte Industrieunternehmen erwartet rückläufige Geschäfte. Untermauert wird dieses Ergebnis durch eine sehr gute Entwicklung der Auftragseingänge und Exporte. Nach dem Einbruch im Herbst 2016 erholen sich jetzt auch die Investitionsabsichten wieder.

Einzelhandel

Zum zweiten Mal in Folge legt der IHK-Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel deutlich zu. Grundlage ist eine stark verbesserte Bewertung der aktuellen Geschäftslage. Fast 40 Prozent der Einzelhändler bezeichnen diese als gut, nur sechs Prozent sind unzufrieden. Dabei profitieren große Unternehmen aktuell am meisten von der Erholung. Dies alles darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Strukturwandel vielen, insbesondere inhabergeführten Einzelhändlern erhebliche Probleme bereitet – mit Umsatzrückgängen und nicht selten auch Geschäftsaufgaben. Leicht zulegen konnten auch die Erwartungen für die kommenden Monate.
Großhandel
Der Großhandel hat seine Schwäche zum Jahreswechsel 2016/17 überwunden und kehrt wieder auf das gewohnte Niveau zurück. Der IHK-Geschäftsklimaindex erreicht mit 129 Punkten sogar den höchsten Wert seit über fünf Jahren. Ausschlaggebend ist hierfür eine stark verbesserte Bewertung der Geschäftslage. Auch für die Zukunft zeigt sich die Branche durchaus optimistisch. Jedes dritte antwortende Unternehmen erwartet eine weitere Verbesserung der Geschäfte. Fast 90 Prozent gehen von gleichbleibenden Beschäftigtenzahlen aus.

Gastgewerbe

Weiterhin sehr gut bewerten die Gastwirte ihre aktuelle Lage. 42 Prozent bezeichnen diese als gut, nur 16 Prozent als schlecht. Dies entspricht gegenüber dem Jahresbeginn einer leichten Verbesserung, kann aber nicht an die starken Werte aus dem Vorjahr heranreichen. Die Erwartungen für die kommenden Monate halten sich dagegen die Waage. Jeweils ein Fünftel rechnet mit zunehmenden beziehungsweise abnehmenden Geschäften. Damit ist in diesem Frühsommer keine saisonal bedingte Euphorie zu beobachten. Wieder etwas erfreulicher sieht die geplante Entwicklung der Beschäftigung aus. Dies ist allerdings eine für das Gastgewerbe im Frühsommer typische Entwicklung.

Verkehr

Das Verkehrsgewerbe blickt wieder deutlich zuversichtlicher auf die kommenden Monate. 27 Prozent erwarten eine Verbesserung der Geschäfte, nur halb so viele eine Verschlechterung. Die aktuelle Geschäftslage wird ebenfalls positiv bewertet. Die guten Aussichten führen bei zahlreichen Logistikern zu einer Erhöhung der geplanten Investitionen. 80 Prozent wollen in Zukunft mehr oder zumindest auf einem gleichbleibenden Niveau investieren. Neben den vielen Staukilometern bereitet auch der Zustand zahlreicher Straßen und Brücken gerade dem Schwertransportgewerbe zunehmend Kopfschmerzen.

Der komplette Wirtschaftslagebericht kann als PDF-Datei .

Branchenerwartungen zum Frühsommer 2017

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