IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg
22.12.2015

Regionale Zusammenarbeit intensivieren

IHK präsentiert Gutachten für Bonn/Rhein-Sieg

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg spricht sich für eine nachhaltige, systematische und verbindliche Zusammenarbeit zwischen der Bundesstadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis und der Kreisangehörigen Kommunen aus. Die IHK hatte dazu ein Gutachten zu Fragen einer vertieften Kooperation zwischen den Gebietskörperschaften bei Univ. Prof. Dr.-Ing. Dirk Vallée in Auftrag gegeben. Diese Studie hat die Chancen und Optionen einer vertieften Kooperation zwischen den Gebietskörperschaften Bundesstadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis sowie dessen kreisangehörigen Kommunen untersucht, um zur Verbesserung der Standortfaktoren für die Wirtschaft beizutragen. "Aufgrund bereits bestehender ausgeprägter Kooperationsansätze sowie der engen Verflechtungen in der Region Bonn/Rhein-Sieg bestehen gute Voraussetzungen, die Region besser darzustellen und durch eine gemeinsame Regionalentwicklung noch besser im Standortwettbewerb zu positionieren", erläuterte Vallée beim heutigen Pressegespräch in der IHK: "Wir müssen größer in Regionen und nicht mehr in Städten denken."

Wichtige Themenfelder sind die gemeinsame Flächen- und Infrastrukturentwicklung (Verkehr, Energie, Entsorgung), Landschaft/Erholung/Kultur (in Vertiefung, Anknüpfung, Ausformung und Umsetzung der Überlegungen des Region Köln/Bonn e.V.), ein Vorteils-/Lastenausgleich sowie die vertiefte Koordination von Verwaltungsprozessen oder im Sozial- und Bildungsbereich. "Für die regionale Wirtschaft sind insbesondere die Bereiche Wirtschaft und Arbeiten sowie Infrastruktur vorrangig", sagte IHK-Präsident Wolfgang Grießl. Er und IHK-Vize-Präsident Stefan Hagen machten an konkreten Beispielen die Handlungsfelder fest. Es fehle - so Hagen - ein regionaler Konsens bei wichtigen Verkehrsinfrastrukturprojekten: "Das gilt insbesondere für die Südtangente. Ferner benötigen wir eine Beschleunigung der S66 oder Alternativen einer besseren Anbindung des ICE-Bahnhofs Siegburg mit der Bonner Innenstadt."

Beim Gewerbeflächenbedarf ging IHK-Präsident Grießl auf das geplante gemeinsame Konzept der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreis ein, das aber nur ein erster Schritt sein könne: "Wir brauchen einen abgestimmten Flächenbedarf in der Region und eine interkommunale Kooperation bei der Planung und Gewinnung von Gewerbeflächen. Das gilt ganz besonders für die Bundesstadt Bonn und angrenzende Kommunen." Die IHK spricht sich in diesem Zusammenhang für die Schaffung eines regionalen Flächenpools aus, wobei die beteiligten Kommunen hier etwa eine Ausschüttung bei einem Verkauf von Pool-Flächen anteilig zu ihrem Flächen-Input erhalten könnten. Zusätzlich könnten interkommunale Gewerbegebiete auch als Auflage im Regionalplan für benachbarte Potenzialgebiete angrenzender Städte verankert werden.

Im Bereich Wohnen und Leben schlug IHK-Vize-Präsident Hagen ein interkommunales Hallen- und Spielstättenkonzept vor. Die Erfassung aller vorhandenen Hallen und die Erarbeitung von Ausweichplänen bei anstehenden Sanierungsarbeiten würden Synergien bringen und zu einer besseren Auslastung der vorhandenen Hallen führen. Generell gelte es - so Grießl - im Kulturbereich ein gerechten Lastenausgleich in der Region zu schaffen: "Das gilt zum Beispiel für die stärkere Beteiligung des Rhein-Sieg-Kreises an der Finanzierung der Bonner Hochkultur, aber auch für die Aktivitäten des Beethoven-Jubiläumsjahres 2020 und das Deutsche Museum."

Die IHK schlägt nunmehr eine Regionalkonferenz mit Vertretern aller Kommunen, des Kreises sowie von Verbänden vor, um die Handlungsfelder für eine vertiefte regionale Kooperation zu diskutieren und eine Einigung zu erzielen. "Eine Diskussion über Themen, Handlungsfelder und Inhalte ist unbedingt einer Diskussion über Strukturen voranzustellen", so IHK-Präsident Grießl: "Wir müssen aber jetzt diesen Ball aufgreifen und dürfen uns nicht mit dem Status quo zufrieden geben." Vize-Präsident Hagen ergänzte: "Wir wollen nicht warten, bis die Notgemeinschaft uns zu einer regionalen Kooperation zwingt, weil wir nicht mehr anders können."


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