IHK legt 7-Punkte-Plan für die Region vor

#GemeinsamUnternehmen Wirtschaftspolitik im Sinne der Unternehmen

20.10.2020

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg hat einen 7-Punkte-Plan vorgelegt, der der neuen Bonner Oberbürgermeisterin, dem wiedergewählten Landrat und den gewählten Verordneten und Räten Anhaltspunkte für eine Wirtschaftspolitik im Sinne der Unternehmen geben soll. „Nur mit starken Unternehmen lassen sich Arbeitsplätze und Wohlstand in der Region nachhaltig sichern“, stellt IHK-Präsident Stefan Hagen fest: „Verkehre aller Art von Pendlern, Kunden, Lieferanten und Touristen in der Region müssen fließen und die Mobilität von Personen und Waren sicherstellen. Dies wird nur gelingen, wenn die Verkehrsinfrastruktur ideologiefrei nach den Bedürfnissen der Menschen ausgebaut wird.“ Die IHK spricht sich für eine Attraktivitätssteigerung des ÖPNV und der Fahrradverkehre aus, stellt aber zugleich fest: „Das Auto ist für viele alternativlos und muss deshalb weiterhin wichtiger Bestandteil des Modal Split bleiben. Moderne Antriebe werden die Umweltbelastungen der Autos zudem verringern“, so Hagen Wichtige Bauprojekte für die Erreichbarkeit der ganzen Region – wie der Tausendfüßler – dürften nicht verzögert oder in Frage gestellt werden.  Ferner müsse die Erreichbarkeit der Bonner Innenstadt auch zukünftig mit allen Verkehrsarten möglich sein. Hagen: „Der eigene Pkw darf nicht aus der Innenstadt ausgeschlossen werden.“

 

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille fordert die Entfaltung des Gewerbestandorts Bonn - insbesondere Akzeptanz und Flächen für Industrie und Logistik: „Heranrückende Wohnbebauung, schlechte Erreichbarkeit und immer neue Restriktionen verkleinern die Flächenverfügbarkeit und motivieren zum Wegzug. Genehmigungsverfahren müssen wirtschaftsfreundlicher und schneller gestaltet werden. Interkommunale Gewerbegebiete können für Unternehmen und die Stadtkasse eine interessante Alternative sein.“ Ferner spricht sich die IHK für die Nähe von Wohnen und Arbeiten sowie eine wachsende Stadt aus. Hille: „Der Wohnungsmangel in Bonn verhindert oftmals, dass Fachkräfte in der Nähe ihrer Arbeitsstelle ein passendes Wohnraumangebot finden und deshalb pendeln müssen. Um private Investitionen zu stimulieren, müssen Schranken und Restriktionen gelöst werden. Enge Vorgaben, veraltete Bebauungspläne und lange und aufwendige Genehmigungsverfahren schrecken Investoren ab.  Wenn die Rahmenbedingungen für Investoren stimmen, werden erstrebenswerte Nachverdichtungen oder Aufstockungen erfolgen.“ Durch den Mangel passender Flächen in Bonn könne auch eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit helfen, diese Herausforderung zu lösen.

 

Unter dem Motto „Bonn muss Magnet für Touristen werden“ spricht sich die IHK für eine Attraktivitätssteigerung des Tourismusstandorts und eine bessere Vermarktung aus. Ferner soll Bonn als Vorreiter für Digitalisierung und Innovation etabliert und der IT-Standort ausgebaut werden. Die Digitalisierung solle noch stärker als Innovationstreiber genutzt werden. Der städtische Haushalt sei ohne Steuererhöhungen zu konsolidieren, da die Hebesätze bei Gewerbe- und Grundsteuer im Vergleich zu Rheinland-Pfalz schon heute einen deutlichen Wettbewerbsnachteil darstellen. Schließlich soll die regionale Zusammenarbeit intensiviert werden. Dies gilt insbesondere für die Themen Verkehr, Gewerbeflächen, Wohnen sowie Wirtschaftsförderung und Standortmarketing.