Unterschwellenvergabeordnung regelt amtliches Verzeichnis

Die Vergabeverordnung (VgV) hatte in Umsetzung der europäischen Vergaberichtlinien die Möglichkeit aufgenommen, durch die Eintragung in ein amtliches Verzeichnis die Eignung als bietendes Unternehmen nachzuweisen. Eine solche Eintragung erleichtert dem Unternehmen, das an öffentlichen Aufträgen teilnehmen will, die Beibringung der dafür notwendigen unternehmensbezogenen Nachweise. Denn es reicht aus, einmal jährlich die für die Eintragung erforderlichen Nachweise gegenüber der das amtliche Verzeichnis führenden Stelle, nämlich der Industrie- und Handelskammer, vorzulegen und prüfen zu lassen. Die Eintragung entwickelt dann eine Eignungsvermutung, so dass der öffentliche Auftraggeber der Eintragung vertrauen muss, es sei denn, er hat gegenteilige Erkenntnisse.

Die Regelung in der VgV gilt aber nur für Aufträge im Liefer- und Dienstleistungsbereich ab den EU-weiten Schwellenwerten, also für Aufträge ab 221.000 €.

Mit der Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) hat das Bundeswirtschaftsministerium Regeln für Aufträge unterhalb des EU-Schwellenwerts geschaffen. Auch dort ist die Möglichkeit eingeräumt, mithilfe einer Eintragung im amtlichen Verzeichnis (www.amtliches-verzeichnis.ihk.de) die Eignung gegenüber dem öffentlichen Auftraggeber nachzuweisen. Die UVgO gilt zunächst nur für Aufträge der Bundesvergabestellen. Mit der Übernahme der Regelung durch die Bundesländer können nun aber auch öffentliche Auftraggeber dort auf das amtliche Verzeichnis zurückgreifen. Damit gewinnt eine Eintragung dort an zusätzlicher Attraktivität für die Unternehmen. Zwar haben noch nicht alle Bundesländer die UVgO für ihre Vergaben im Liefer- und Dienstleistungsbereich für anwendbar erklärt, aber die Entwicklung geht weiter. In NRW wird die UVgO bereits angewendet. So mehren sich die Anfragen bei den Industrie- und Handelskammern und beim DIHK als gemeinsame Stelle nach einer Eintragung im amtlichen Verzeichnis, weil immer mehr öffentliche Auftraggeber diese Eintragung der Übersendung der vielen einzelnen Nachweise vorziehen. 

Die Eintragung ist ein Jahr gültig. Das Unternehmen erhält darüber ein Zertifikat, das es seinem Angebot beifügen kann. Alternativ kann auch die Zertifikatsnummer bei der elektronischen Vergabe mitgeteilt werden. Näheres auch zum Antragsprozess erfahren Sie bei der IHK Mittlerer Niederrhein unter https://www.ihk-krefeld.de/de/recht/praequalifizierung/praequalifizierung.html.