Ist Homeoffice für Azubis möglich? 

Grundsätzlich sollten Auszubildende nicht im Homeoffice arbeiten. Der Ausbilder muss überwiegend in der Ausbildungsstätte anwesend sein, damit er den Auszubildenden ordnungsgemäß anleiten und seine Arbeitsergebnisse kontrollieren kann. Dies ist in der Regel jedoch dann nicht möglich, wenn der Auszubildende im Homeoffice arbeitet. Aufgrund der derzeitigen Umstände ist es jedoch vertretbar, ausnahmsweise Homeoffice auch für Auszubildende zuzulassen, insbesondere dann, wenn der Ausbilder die Arbeitsergebnisse z.B. per E-Mail kontrollieren kann.

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Findet der Berufsschulunterricht statt?

Sofern eine Schule nicht von den zuständigen Gesundheitsbehörden geschlossen wird, besteht grundsätzlich Schulpflicht. Ist eine Schülerin oder ein Schüler durch Krankheit oder aus anderen nicht vorhersehbaren Gründen verhindert, die Schule zu besuchen, so benachrichtigt der Azubi oder Betrieb unverzüglich die Schule und teilen  schriftlich den Grund für das Schulversäumnis mit. Ausbildende und Auszubildende sollten die Entscheidung über die Teilnahme am Unterricht zur Vermeidung einer Corona-Infektion nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt treffen. Wird die Berufsschule geschlossen, muss der Auszubildende im Ausbildungsbetrieb erscheinen, sofern er nicht unter Quarantäne gestellt ist.

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Was passiert mit dem Berufsschulstoff?

Fällt der Berufsschulunterricht aus, so geht die Pflicht zur Vermittlung der prüfungsrelevanten Ausbildungsinhalte auf die Ausbildenden und Ausbilder über. Sollten die Inhalte nicht vermittelt werden, so kann es im Einzelfall dazu führen, das die Voraussetzungen für die Zulassung zur Abschlussprüfung nicht gegeben sind. Im Berichtsheft ist daher der Berufsschulunterricht der im Unternehmen vermittelt wurde zu vermerken.

Dies kann zum Beispiel durch betrieblichen Unterricht, Webinare, oder andere Lernplattformen geschehen. Die Aufgabenerstellungseinrichtung haben eine Vielzahl von Informationen veröffentlicht mit denen man sich auf die Prüfungsinhalte vorbereiten kann. Darüber hinaus gibt es Verlage wie den U-Form Verlag, die entsprechende Lernutensilien kostenpflichtig zur Verfügung stellen.

Sofern die Schulen den Unterricht in anderer Form vermitteln, ist eine Freistellung der Auszubildenden an den üblichen Berufsschultagen sinnvoll. Insbesondere für die Auszubildenden, die im Sommer 2020 zur Prüfung anstehen, wird es von den Berufskollegs ein Angebot geben. Weitere Informationen dazu erhalten sie bei den Berufsschulen.

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Was passiert mit der Weiterbildungsprämie für Umschüler?

Vielen Umschülerinnen und Umschülern steht nach der Teilnahme an einer Zwischenprüfung eine Weiterbildungsprämie in Höhe von 1000,- Euro zu. Die aktuellen Zwischenprüfungen der IHKs (März/April 2020) entfallen bundesweit und gelten als abgelegt. Mit der Regionaldirektion der Agenturen für Arbeit wurde daher folgende Regelung getroffen: Es reicht aus, dass die Zwischenprüfung als abgelegt gilt. Um die Prämie zu erhalten, muss jedoch individuell nachgewiesen werden, dass man an der Zwischenprüfung teilgenommen hätte. Dafür reicht eine Bestätigung der IHK. Die IHK Bonn/Rhein-Sieg sendet allen bei ihr zur Zwischenprüfung im Frühjahr 2020 vorgesehenen Umschülerinnen und Umschülern auf Anfrage per E-Mail eine entsprechende Bestätigung zu.

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Darf ein Auszubildender von der Ausbildung fernbleiben?

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber aber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause zu erlauben.

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Kann dem Auszubildenden gekündigt werden?

Kurzarbeit an sich kann keine Kündigung der Auszubildenden durch den betroffenen Ausbildungsbetrieb rechtfertigen. Es sei denn der Ausbildungsbetrieb kommt für längere Zeit vollständig zum Erliegen. Entfällt dadurch die Ausbildungseignung des Betriebes, ist eine Kündigung der Auszubildenden möglich, ohne dass ein Schadensersatzanspruch entsteht. Die Ausbilder sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen.

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Was muss ich tun, wenn ich eine Kündigung erhalte?

Wegen der Coronakrise können Schlichtungen nur unter strengen hygienischen Auflagen durchgeführt werden.

Bitte beachten Sie: In der IHK besteht Maskenpflicht mit der Bedeckung von Mund und Nase. Bitte desinfizieren Sie sich die Hände beim Betreten des Gebäudes und beachten Sie das Abstandsgebot. Im Wartebereich des Service-Centers dürfen sich maximal 3 Personen zugleich aufhalten.

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Der Betrieb wurde durch die Behörden geschlossen. Wie soll nun ausgebildet werden?

Sollte der Betrieb komplett geschlossen und eine Um­setzung in eine andere Abteilung nicht möglich sein, kön­nen den Auszubildenden Ausbildungsinhaltefür die Er­arbeitung zu Hause geben werden. Allerdings darf dies keine ausbildungsfremde Tätigkeit sein. Auch zusätzliche Lernzeit für die Berufsschule ist eine Möglichkeit, die Zeit jetzt sinnvoll zu nutzen.

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Es gibt kaum Aufträge. Können Auszubildende ihre Stunden reduzieren?

Es wird empfohlen, mit den Auszubildenden über die Si­tuation zu sprechen. Es gibt die Möglichkeit, mit den Aus­zubildenden durch eine Änderung des Ausbildungsver­trages eine Teilzeitberufsausbildung nach § 7a BBiG zu vereinbaren und dadurch die tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die Ausbildungsvergütung kann entsprechend gekürzt wer­den (§ 17 Abs. 5 BBiG). Allerdings verlängert sich dann die vertraglich vereinbarte Ausbildungsdauer ent­spre­chend.

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Dürfen Auszubildende im Home-office arbeiten?

Grundsätzlich sollten Auszubildende nicht im Home­office arbeiten. Aufgrund der derzeitigen Umstände ist es jedoch vertretbar, dass Auszubildende im Home­officearbeiten, wenn dies betrieblich ermöglicht wer­den kann. Auch im Homeoffice sind Auszubildende aber auszubilden und anzuleiten. Ausbilder müssen ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Es wird deshalb empfohlen, Kontakt mit den Auszubildenden zu halten, konkrete Arbeitsaufträge zu erteilen und miteinander zu kommunizieren, insbesondere darüber, wie sich die Aus­bildungsfortschritte gestalten.

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Was bedeutet eine Insolvenz für das Ausbildungsverhältnis?

Weder eine drohende Insolvenz noch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens haben direkte Auswirkungen auf den Ausbildungsvertrag. Sollte ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, tritt allerdings in der Regel der Insolvenzverwalter an die Stelle des Ausbildenden (im Falle der Eigenverwaltung der sog. eigenverwaltende Schuldner). Alle aus dem Ausbildungsvertrag bestehenden Ansprüche sind an ihn zu richten. Der Ausbildende bzw. der Insolvenzverwalter sind dazu verpflichtet, die aus dem Ausbildungsverhältnis resultierenden Pflichten weiter zu erfüllen. Hierzu zählt insbesondere die Zahlung der vereinbarten Ausbildungsvergütung. Ausbildender und Auszubildender können sich auf eine Kürzung der Ausbildungsvergütung einigen. Die Ausbildungsvergütung muss jedoch weiterhin angemessen und höher als die gezahlte Vergütung des vorhergehenden Jahres sein (§ 17 Abs. 1 BBiG). Wird im Zuge des Insolvenzverfahrens das Unternehmen, zum Beispiel durch Kauf, vollständig auf eine andere Person übertragen, tritt diese in die Rechte und Pflichten aus dem Berufsausbildungsverhältnis ein.

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Müssen Auszubildende in den Ausbildungsbetrieb, wenn die Berufsschule geschlossen hat?

Ja. Denn Auszubildende sind gemäß § 9 Abs. 1 des Jugendarbeitsschutzgesetzes (JArbSchG) bzw. § 15 Abs. 1 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) nur für die Teilnahme am Berufsschulunterricht von der Ausbildung freigestellt. Die Freistellung der Auszubildenden durch ihre Ausbildenden endet jedoch, wenn ein Besuch der Berufsschule unterbleiben muss. Auch wenn die Berufsschule als Ersatz einen Online-Unterricht anbietet, darf der Auszubildende nicht einfach zu Hause bleiben. Die Entscheidung darüber, ob der Auszubildende am Online-Unterricht im Betrieb oder an anderer Stelle teilnimmt, trifft der Betrieb. Im Idealfall natürlich in Abstimmung mit dem Auszubildenden.

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Kann die Probezeit der Auszubildenden verlängert werden, wenn die Ausbildung während der Probezeit Coronabedingt unterbro-chen werden muss oder nur eingeschränkt möglich ist?

Grundsätzlich muss die Probezeit mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen (§ 20 BBiG). Die Probezeit verlängert sich nicht automatisch bei Ausfall der Ausbildung um die Dauer der Unterbrechung. Wird die Ausbildung während der Probezeit um mehr als ein Drittel dieser Zeit unterbrochen, kann jedoch die Probezeit vertraglich um den Zeitraum der Unterbrechung verlängert werden. Die Vertragsparteien können sich auf eine solche Vereinbarung etwa dann nicht berufen, wenn die Unterbrechung der Ausbildung selbst vertragswidrig herbeigeführt wurde.

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Die Berufsschulen sind geschlossen. Ist die Berufsschule verpflichtet, den schulischen Lernstoff, der eigentlich momentan gelehrt werden müsste, den Auszubildenen zur Verfügung zu stellen?

Ein solcher Anspruch kann nur durch die Landesschulgesetze bestehen. Geeignete Ersatzmaßnahmen für den ausgefallenen Berufsschulunterricht zu bestimmen, ist deshalb Sache der Kultusministerien.

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Muss der Betrieb den Auszubildenden Zeit für den Lernstoff von der Berufsschule einräumen, wenn der Unterricht Coronabedingt ausfällt?

Wenn die Berufsschulen Lernformate anbieten, die auch ohne Anwesenheit in der Schule möglich sind, muss der Betrieb dem Azubi die Zeit einräumen, sich mit Hilfe dieser Formate den Lerninhalt anzueignen. Der zeitliche Umfang hierfür ist so zu bemessen, dass er dem Freistellungszeitraum für die Teilnahme am Berufsschulunterricht nach § 15 Abs. 1 Nr. 1 BBiG entspricht. Von der Zeit, die der Ausbilder den Auszubildenden im Ausbildungsbetrieb zum Lernen einräumt, wird allerdings die Wegezeit vom Betrieb zur Berufsschule und zurück abgezogen. Auch Lehrzeiten an der Berufsschule, die über die erforderliche berufliche Handlungsfähigkeit hinaus erteilt werden, wie z.B. Sport, Religion, etc. werden abgezogen.

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Die Räumlichkeiten des Bildungsanbieters sind zeitweise und/oder für bestimmte Personengruppen geschlossen – fällt die Umschulung solange aus?

Natürlich nicht! Genau wie bei den Ausbildungsverträgen können auch in Corona-Zeiten nicht alle aus dem Vertrag entstehenden Rechte und Pflichten entfallen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Lage heißt es daher, kreativ zu werden - sowohl bei der Vermittlung der theoretischen als auch der praktischen Inhalte.

Das kann bei der Vermittlung von Kenntnissen zum Beispiel über virtuelle Lernangebote oder virtuelle Klassenräume erfolgen.

Praktische Fertigkeiten müssen aber auch vermittelt werden. Dafür kommen behelfsweise auch Übungsfirmen in Frage.

Für den Beruf übliche Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge, Geräte und Maschinen müssen aber vom Umschulungsanbieter entsprechend der aktuellen Hygienevorgaben angeboten werden. Das betrifft insbesondere Mindestabstände und Reinigung sowie gegebenenfalls das Tragen von Mund-Nase-Schutz durch Umschüler und Ausbilder. Die Bildungsträger erstellen hierzu ein Hygienekonzept.

Auch können die Umschulungspläne so angepasst werden, dass bestimmte Inhalte vorgezogen oder verschoben werden.

Wichtig ist, dass wesentliche Änderungen des ursprünglichen Umschulungsplanes immer mit der Ausbildungsberatung der IHK abgestimmt werden (s. Kontaktdaten).

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Mein Praktikum fällt aus – werde ich jetzt nicht mehr zur Prüfung zugelassen?

Diese Frage beschäftigt derzeit viele Umschülerinnen und Umschüler. Einerseits ist es aktuell schwer, ein Praktikumsunternehmen zu finden, weil Betriebe sich zurückhalten Personen ins Haus zu lassen, die nicht unbedingt erforderliche Betriebsangehörige sind. Auch haben Eltern von Kindern im "Homeschooling" oft nicht die Möglichkeit, das Zuhause zu verlassen.

Wenn Umschüler während der Dauer der Maßnahme gar kein Praktikum absolvieren, fehlt ihnen die Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung. Das gilt auch in Corona-Zeiten.

TIPP: Umschüler und Bildungsträger sollten daher nach einer individuellen Lösung suchen, um ein Praktikum doch noch zu finden oder adäquate alternative Methoden für das Lernen der praktischen Inhalte zu finden. Um die Zulassung zur Prüfung nicht zu gefährden, sollen die Umschulungsträger die Lösungswege mit den Ausbildungsberatern abstimmen.

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