Handlungsfeld Markt / Kunden / IHK-Mitglieder

Neben den Aktivitäten des CSR-Kompetenzzentrums finden auch IHK-eigene Veranstaltungen und Informationsvermittlung etwa in den Bereichen Berufsbildung und Fachkräftesicherung, Innovation und Umwelt, Unternehmensförderung und -sicherung oder der Standortpolitik statt.

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg und der LVR Inklusionsamt sind 2017 eine Kooperation auf dem Gebiet der Inklusionsberatung eingegangen. Die IHK beschäftigt mit Ali Osman Atak einen Fachberater Inklusion, der vom LVR-Inklusionsamt finanziert wird und fachlich beim technischen Beratungsdienst des Landschaftsverbandes Rheinland angesiedelt ist. Ziel ist es, Ansprechpartner bzw. Lotse im komplexen System beim Thema der "Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung" zu sein und somit die Beschäftigung dieser Zielgruppe zu fördern. 

Atak berät Arbeitgeber, wenn sie Auszubildende oder Fachkräfte mit einer Schwerbehinderung beschäftigen wollen. Aber auch Mitarbeiter, die beispielsweise durch einen Unfall oder Krankheit einen Grad der Behinderung erhalten und vielleicht dadurch in ihrer Leistung eingeschränkt sind, zu technischen Hilfen, so dass behinderungsbedingte Einschränkungen ausgeglichen werden können oder das eine Wiedereingliederung, in den Beruf, stattfinden kann.

Im Jahr 2018 erfolgten 69 Betriebsbesuche. Es wurden ca. 45.000 Euro an Prämien oder Zuschüssen vom LVR-Inklusionsamt bewilligt. Da der Service durchweg positiv angenommen wird - sei es bei den Kollegen in den anderen Kammern oder im IHK-Kammerbezirk - soll dieses Beratungsangebot dauerhaft eingerichtet werden.

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg beschäftigt mit Gerhard Weber als erste und einzige IHK in NRW einen eigenen EZ(Entwicklungszusammenarbeit)-Scout. Er unterstützt seit 2013 regionale Unternehmen bei der Auslandsmarkterschließung in Entwicklungsländern. Mit der Entsendung von EZ-Scouts stellt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) deutschen Unternehmen fachkundige Berater mit entwicklungspolitischem Know-how zur Verfügung.

Weber steht den regionalen Unternehmen als kompetenter Ansprechpartner zu entwicklungspolitischen Fragestellungen zur Verfügung. Insbesondere bietet er eine unternehmensorientierte Beratung zu Förderinstrumenten und -möglichkeiten im Rahmen von geplanten Projekten in Ländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit an. Zudem besteht die Möglichkeit, eine konkrete Unterstützung bei einer geplanten Teilnahme an Förderprogrammen zu erhalten. Darüber hinaus informiert er Unternehmen über Länderschwerpunkte der EZ mit Potenzial für Kooperationen mit der Privatwirtschaft. Auf diese Weise stellt der EZ-Scout eine Anlaufstelle für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Entwicklungszusammenarbeit dar und zeigt Möglichkeiten auf, gemeinsam mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit den Einstieg in neue Märkte zu finden.

Zu den Aktivitäten in 2018 zählten der Moringa Stammtisch sowie Veranstaltungen zum Industriepark Ghana, Business Breakfast Entwicklungsländer, EZ-Sprechtage, Afrika meets business oder Digitalisierung in Afrika. Ferner war im Rahmen der COP 23 der chilenische Umweltminister zu Besuch, der bei deutschen Unternehmen für die Energiewende und den umweltschonenden Abbau von Kohle in Chile geworben hat. Das Thema Weltklimakonferenz COP 23 ist im "Internationalen Gesprächskreis" mit dem Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der UN diskutiert worden.

Ein Workshop für IHK-Mitarbeiter/innen und Multiplikatoren mit dem Deutschen Global Compact Netzwerk zur Menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht und zum Nationalen Aktionsplan Menschenrechte fand am 20. November 2018 in der IHK statt. Daraus ist ein MerkblattWirtschaft und Menschenrechte für KMU entstanden.

Im Bereich Unternehmensförderung bietet die Gründungswerkstatt NRW eine Onlineplattform zur Businessplanerstellung. Sie ist eine kostenfreie und selbsterklärende Online-Plattform mit vielen Informationen, Selbsttest und Möglichkeit nach sämtlichen relevanten Gesichtspunkten sowohl Vorhabensbeschreibung/Konzept als auch die Umsatz- und Rentabilitäts-, Ertrags- und Liquiditätsplanungen für das Beratungs- und/oder Bankgespräch vorzubereiten. Der Bereich Unternehmensförderung und weitere Akteure aus der Region stellen sich als Tutoren den Fragen auf digitalem Wege zur Verfügung. Weitere Informationen gibt es unter www.gruendungswerkstatt-nrw.de.

Seit 2017 wird das Pitch-Training für Start-Up-Gründungen ausgerichtet, um Gründerinnen und Gründern eine gute Vorbereitung auf den jährlichen Ideenmarkt im Juni und der Gründermesse im November zu ermöglichen. Die Ideenschmiede ist ein dritter Baustein zur Unterstützung der Gründungen in der Region. In Kooperation mit der Uni Bonn werden dabei Gründungsideen gemeinsam weiterentwickelt. Mit Methoden wie "Business Model Canvas" lernen die Teilnehmer die Ideen im Team zu konkretisieren und wichtige Aspekte einzuplanen. Möglichst viele Geschäftsideen sollen langfristig am Markt Erfolg haben.

Entstanden ist 2018 somit ein Ideenkreislauf - von der Idee zum Unternehmen: Mit den vier Bausteinen Ideenschmiede, Pitch-Training, Ideenbörse und Ideenmarkt unterstützt die IHK gemeinsam mit weiteren Ideentreibern und Ideenpartnern die nachhaltige Entwicklung der Gründungen. Diese Veranstaltungsformate sollen 2019 ausgebaut werden.

Wie es um das Unternehmerbild in Nordrhein-Westfalen und in unserer Region Bonn/Rhein-Sieg bestellt ist, hat das Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn im Auftrag der IHK im Rahmen einer Studie untersucht. Demnach ist das Image der Unternehmerin / des Unternehmers gut: Verantwortungsvoll, nachhaltig, sozial und innovativ kommen sie daher.  Scheitern wird immer aber noch als Stigma angesehen, in Bonn/Rhein-Sieg sogar noch mehr als im NRW-Durchschnitt. Das Wissen über die Selbständigkeit ist gering, das Thema Unternehmertum wird in Schulen und Universitäten zu wenig behandelt.

Die Ergebnisse der Studie sowie daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen hat die IHK bei einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in Kooperation mit dem CSR-Kompetenzzentrum Rheinland am 4. Dezember 2018 in den Räumen der Sternwarte Uni Bonn - Poppeldorfer Allee präsentiert.

Auch im Qualitätsmanagement setzt die IHK Bonn/Rhein-Sieg auf Nachhaltigkeit und eine langfristige Strategie. Im Herbst 2018 hat sich die IHK einer externen Erstzertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015 gestellt und diese erfolgreich bestanden. Darauf hat sie sich mit einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess vorbereitet. Viele  Prozesse innerhalb der Kammer wurden überarbeitet und aktualisiert. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig und in einem jährlichen Überwachungsaudit zu überprüfen. Weiterhin werden umfangreiche Kundenbefragungen durchgeführt, die es der Kammer ermöglichen sich stetig zu verbessern.