Unternehmensnachfolge

Unternehmensnachfolge – eine große Chance, wenn es richtig gemacht wird


Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg begleitet pro Jahr eine Vielzahl an Unternehmensnachfolgen von der Vermittlung von Unternehmensinhabern und deren Nachfolgern bis hin zur Beratung zum Übernahmepreis oder auch zu Finanzierungsfragen. Daraus resultieren viele Erfahrungen, die im Folgenden dargestellt werden.

Erstinformationen zur Unternehmensnachfolge

Verglichen mit einer Existenzgründung bietet die Übernahme eines Unternehmens erhebliche Vorteile (aber auch Risiken). Mit der Übernahme wird auch der Kundenstamm übernommen. Das Know-how von Mitarbeitern, die sich in der Branche auskennen, ist ein weiterer Pluspunkt. Zukünftige Geschäfte können besser abgeschätzt werden. Das erleichtert wiederum die Finanzierung.

Unternehmer und Nachfolger werden vermittelt – aber wie?


Die Industrie- und Handelskammern unterhalten zusammen mit Banken und Wirtschaftsförderungseinrichtungen die Datenbank www.nexxt-change.org . Hier werden Unternehmen, die zur Übernahme anstehen, und Nachfolger kostenlos vermittelt. Die Inserate können kostenlos im Chiffreformat auf der Internetseite eingegeben werden. Diese Inserate (Nachfragen und Angebote) können vom Interessenten nach geografischen oder branchenorientierten Kriterien im Internet recherchiert werden. Die Inserenten bleiben dabei anonym.

Es geht in die Vertragsverhandlung. Was ist zu beachten?


Es gibt Erfahrungswerte sowie bestimmte Knackpunkte, die beachtet werden sollten, bevor die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt wird.

Der Kaufpreis


Wichtig ist der Einzelfall und jeder Einzelfall ist gerade im Bereich der Nachfolge anders. Es zählt die Zukunftsperspektive und die konzeptionelle Planung:    Soll das Produktsortiment geändert werden?

  • Kann an der Kostenschraube gedreht werden? Wie wurde das Unternehmen vorher geführt
  • War der bisherige Inhaber etwa gesundheitlich geschwächt und kann alleine durch mehr Engagement des Nachfolgers die Ertragskraft gesteigert werden
  • Wurde das Unternehmen bisher in eigenen Räumlichkeiten oder auf eigenen Grundstücke betrieben, so dass in Zukunft Mieten fällig werden?
  • Ist aus steuerlichen Gründen die Bilanz mit unnötigen Kosten belastet worden?
  • Und welche Auswirkungen haben all diese Faktoren auf die zukünftige Ertragslage des Unternehmens? Dies muss im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsvorschau berechnet und dargestellt werden.

Dies sind einige beispielhafte Fragen im Rahmen einer Übernahme und des Unternehmenskonzepts. Damit steht und fällt auch die Finanzierung der Übernahme.

Weitere Fallstricke

Die Form: Die Übernahme sollte in notarieller Form vereinbart werden.

Verbindlichkeiten: Es muss klar geregelt sein, welche Verbindlichkeiten mit übernommen werden und welche nicht. Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt gehen auf jeden Fall automatisch auf den Nachfolger über. Gerade bei Betriebsprüfungen über den Zeitraum mehrerer vergangener Jahre kann dies für den Nachfolger unerwartete Verbindlichkeiten bedeuten. Der Übernehmer muss sich gegebenenfalls vertraglich absichern.

Verträge müssen geprüft werden: Welche Verträge werden mit übernommen? Welche Verpflichtungen ergeben sich hieraus? Welche Laufzeit haben diese Verträge? Wichtig sind oft insbesondere Mietverträge, Lieferverträge, Arbeitsverträge.

Altlasten: Werden kontaminierte Grundstücke übernommen? Wie hoch sind die Kosten zur Beseitigung von Altlasten? Bestehen vertragliche Absicherungsmöglichkeiten?

Pensionsverpflichtungen: Werden mit der Übernahme auch Pensionsverpflichtungen gegenüber dem bisherigen Inhaber übernommen? Wie hoch sind solche Verpflichtungen und wie kann Ihnen Rechnung getragen werden?

Service der IHK


Die IHK berät Nachfolger und auch Inhaber im Übergabevorgang. Dies gilt auch für öffentliche Fördermöglichkeiten. Bei einer öffentlichen Finanzierung kann die IHK gegenüber den öffentlichen Kreditgebern Stellungnahmen abgeben.