IHK Industrie und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg
05.12.2018

IT-Sicherheitstag NRW 2018

Fake-News und ausländische Nachrichtendienste: Wie der Kampf um die Datenherrschaft den Wirtschaftsstandort NRW beeinflusst

Daniel Moßbrucker beim Impulsvortrag (Foto: Miriam Dierks)

Bereits zum sechsten Mal fand der IT-Sicherheitstag NRW statt, den IHK NRW für den Mittelstand durchführt. Über 350 Teilnehmer kamen in der Historischen Stadthalle Wuppertal zusammen, um sich über Trends und Maßnahmen gegen Cyberkriminalität zu informieren und konkrete Tipps und Hilfestellung zum Thema Daten-, Informations- und IT-Sicherheit zu erhalten. Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer der IHK NRW, stellte fest: "Daten sind der neue und wertvolle Rohstoff der wissensbasierten Wirtschaft. Daher entwickeln Cyberkriminelle immer raffiniertere Methoden, um an diesen Schatz zu gelangen. Unternehmen benötigen eine kluge Strategie, wie sie sich hier aufstellen. Mit dem IT-Sicherheitstag unterstützen wir den Mittelstand, um praxisnahe und sichere Lösungen zu finden."

Aktuelle Bedrohungsszenarien und die passenden Abwehrstrategien für die nordrhein-westfälische Wirtschaft standen im Mittelpunkt des Fachkongresses. "Die Digitalisierung ist der Wachstumstreiber in der Wirtschaft - gerade auch im Bergischen Städtedreieck. Unverzichtbar dafür ist ein hohes Niveau der IT-Sicherheit in den Unternehmen", betont Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der gastgebenden IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid. "Bewusstsein schaffen, technische Maßnahmen ergreifen und wachsam bleiben - mit diesem Dreiklang können Unternehmen dafür sorgen, dass den Datendieben das Leben so schwer wie möglich gemacht wird."

In den beiden Impulsvorträgen wurden zwei unterschiedliche Facetten beleuchtet. Burkhard Freier, Leiter des Verfassungsschutzes NRW, richtete den Blick auf die Angreifer. Demnach sei bereits jedes zweite Unternehmen ins Visier der Cyberkriminellen geraten. Die Tätergruppe zeigt sich dabei sehr unterschiedlich: Sie reiche vom verärgerten Mitarbeiter über professionell organisierte Kriminelle bis hin zu ausländischen Nachrichtendiensten. Den jährlichen wirtschaftlichen Schaden für NRW bezifferte er auf etwa 10-12 Milliarden Euro. Er rät Unternehmen, sich im Falle eines Vorfalls an die Behörden zu wenden. Dabei geht es zwar auch um die Ermittlung der Täter, aber vielmehr noch um Erkenntnisse über die Angriffsmethoden. Schließlich könnten so Abwehrmaßnahmen entwickelt und künftig eingesetzt werden.

Daniel Moßbrucker, Journalist und Referent bei Reporter ohne Grenzen, fragte im zweiten Impulsvortrag, wie sich Fake-News im Netz verbreiten und was man dagegen tun kann. Der Begriff Fake News habe in den letzten Monaten enorm an Bedeutung in der Diskussion gewonnen. Untersuchungen hätten dagegen gezeigt, dass die Anzahl von bewusst gestreuten Falschmeldungen in Deutschland viel geringer ist als angenommen. Kritisch bewertet Moßbrucker den politischen Vorschlag, diese Meldungen verpflichtend zu löschen. Dies berge die Gefahr von Missbrauch und Einschränkung der Meinungsfreiheit. Seiner Ansicht nach müsse neben einer stärkeren Medienbildung auch ein neuer Regulierungsrahmen gefunden werden.

Der IT-Sicherheitstag NRW bot vor allem mittelständischen Unternehmen Lösungen an, um den Datenschutz im eigenen Betrieb zu verbessern. Neben zielgerichteten Vorträgen, die nicht nur Basiswissen, sondern auch Detailkenntnisse vermittelten, stand die aktive Mitarbeit auf dem Programm. In Seminaren wurden rechtliche und technische Aspekte behandelt. In der Hack-Academy konnten die Teilnehmer in die Rolle des Angreifers schlüpfen und lernen, wie ein Hacker zu denken. Ergänzt wurde der Kongress durch eine Fachausstellung mit 41 Unternehmen und Initiativen, die ihre Lösungen vorstellten und sich mit den Teilnehmern austauschten.


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