6x Nachgefragt bei Friedhelm Wallnisch

Friedhelm WallnischFriedhelm Wallnisch wurde 1956 in Bonn geboren. Nach Schule und anschließender Ausbildung zum Bankkaufmann kam er am 1. Juni 1979 zur IHK. Dort betreute er von Beginn an das Mitteilungsblatt der IHK Bonn und entwickelte es über Jahrzehnte immer weiter zum heutigen regionalen Wirtschaftsmagazin.

WIE SIND SIE ALS GELERNTER BANKKAUFMANN QUASI ALS QUEREINSTEIGER BEIM KAMMERMAGAZIN GELANDET?

Nachdem ich eine Zeitlang als Bankkaufmann gearbeitet hatte, wollte ich noch mal was Neues ausprobieren. So kam ich 1979 zur IHK und war dort, neben anderen Aufgaben, ab meinem zweiten Arbeitstag zuständig für das Mitteilungsblatt. 1980 planten wir dann, das recht einfach gehaltene „Mitteilungsblatt“ zu einer zeitgemäßen Zeitschrift weiterzuentwickeln. 1981 startete dann die neue „Die Wirtschaft“ und entwickelte
sich über viele Zwischenschritte zum heutigen Wirtschaftsmagazin mit regionalem Bezug.

IM ZEITUNGSWESEN SIND 41 JAHRE FAST EINE HALBE EWIGKEIT – WAS SIND IHRER MEINUNG DIE GRÖSSTEN UMBRÜCHE UND MEILENSTEINE, DIE SIE ERLEBT HABEN?

Die Einführung des „Personal Computers“, der sich ab Ende der 80er Jahre in den Unternehmen durchsetzte. Schon bald gab es dafür auch einfache Gestaltungs(DTP)-Programme. Dies bedeutete den Wechsel vom Klebe-Umbruch hin zur Gestaltung am PC. Am Bildschirm konnte man tatsächlich sehen, wie die spätere Ausgabe gedruckt aussehen würde. Das Internet mit seinen vielfältigen Möglichkeiten, und ganz besonders die Erfindung
der E-Mails, machte es möglich, mal schnell Dateien mit Redakteuren und Fotografen auszutauschen.

SIE HABEN 455 AUSGABEN VON DIE WIRTSCHAFT BETREUT UND VERANTWORTET. GAB ES DABEI AUCH PANNEN ODER MISSGESCHICKE?

Zum Glück waren dies nur Kleinigkeiten. Mal stimmte die Seitenzahl im Inhalt nicht mit der tatsächlichen überein, mal war ein Name in den Bildunterschriften falsch geschrieben. Und Tippfehler, die man trotz größter Sorgfalt nicht findet, gibt es in fast jeder Veröffentlichung.

HABEN SIE EINEN RAT/TIPP FÜR ZEITUNGSMACHER*INNEN?

Denken Sie immer an Ihre Zielgruppe.

WAS WERDEN SIE AM MEISTEN VERMISSEN?

Den Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen, die Briefings mit den Redakteuren und die Gestaltung der Zeitschrift. Ich fand es immer herausfordernd, leere Seiten mit Hilfe von gut geschriebenen Artikeln, Bildern und weiteren Infos so aufzubereiten, das diese Seiten zum Lesen verführen.

WAS WOLLEN SIE IM WOHLVERDIENTEN RUHESTAND MACHEN? WELCHEN TRAUM WOLLEN SIE SICH ERFÜLLEN?

Reisen können, ohne auf Erscheinungstermine der Zeitschrift Rücksicht nehmen zu müssen. Und auch einmal länger weg sein als der jährliche Urlaub dies sonst zulassen würde.