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6x Nachgefragt bei ...
... Stephanie Orefice
Wie kann das Unternehmertum in der Region gestärkt werden? Welche Unterstützung wünschen Sie sich von der Politik?
Unternehmertum braucht vor allem eines: Handlungsspielraum. Was Unternehmen derzeit am stärksten belastet, ist nicht fehlende Innovationskraft, sondern zunehmende Bürokratie, langwierige Genehmigungsprozesse und regulatorische Unsicherheit. Ich wünsche mir einen konsequenten Bürokratieabbau, beschleunigte Verwaltungsverfahren und echte Erleichterungen bei Finanzierung und Fachkräftegewinnung. Besonders bei der Arbeitsmigration erleben wir enorme Hürden.
Wie bekommen Sie Ihre unterschiedlichen Rollen – Unternehmerin, Vorstandsarbeit bei den Nachfolgeexperten sowie die Leitung Marketing bei einer großen Kanzlei – unter einen Hut?
Ich denke und arbeite immer unternehmerisch. Als Marketing-Leiterin in der Steuerberater-Kanzlei, die den Verein Die Nachfolgeexperten e.V. gegründet hat, kam ich mit dem Thema Unternehmensnachfolge in Kontakt, die mir besonders am Herzen liegt. Wenn Unternehmen schließen, geht nicht nur ein Geschäftsmodell verloren, sondern auch Know-how, Arbeitsplätze und regionale Identität. Ich setze mich sehr dafür ein, dass das Thema in Politik und bei den Wirtschaftsförderungen verankert ist und wir gemeinsam aktiv Unternehmerinnen und Unternehmer unterstützen.
Wie verändern Social Media und KI das Marketing von KMU?
Marketing hat sich schon immer an technologische Entwicklungen angepasst. Früher dominierten Printmedien und Plakatwände, heute sind es soziale Netzwerke und digitale Plattformen. KI ersetzt keine unternehmerische Denkweise – sie verstärkt sie. Wer weiß, was er erreichen will, kann diese Technologien effektiv einsetzen. Ich persönlich nutze sehr gerne KI für Konzepte, Kampagnen und Content. Es ist für mich jedoch wie mit der Digitalisierung: ein Begriff und gleichzeitig ein Dschungel. Die Digitalisierung überfordert viele Unternehmen und nun schon kommt wieder etwas Neues. Letztendlich dienen KI, die Digitalisierung der Effizienz und für das Marketing sind damit neue, grandiose Möglichkeiten geschaffen. Es sind Werkzeuge, die wir Menschen bedienen können.
Nachfolge oder Gründung?
Für mich gehört beides untrennbar zusammen. Der Stammtisch der IHK Bonn/Rhein-Sieg bringt Menschen zusammen, die gründen wollen und die, die Unternehmen abgeben wollen. Eine tolle Initiative. Davon sollte es mehr Veranstaltungsformate geben. Unsere Wirtschaft braucht beides: Innovation und Bestandssicherung.
Vor welchen Herausforderungen stehen Sie aktuell als Unternehmerin?
Unternehmertum bedeutet, mehrere „Zahnräder“ gleichzeitig zu bewegen. Dabei entscheidet man selbst über Geschwindigkeit und Umfang. Herausforderungen gehören nicht nur dazu, sie sind integraler Bestandteil unternehmerischer Tätigkeit.
Ihr Freizeittipp in der Region?
Wenn ich und mein Mann Zeit haben, lieben wir es Pilze zu sammeln in der Eifel, im Sauerland, im Siebengebirge oder den Siegauen. Unsere Region bietet so viel wunderschöne Natur, wir genießen es Spaziergänge zu unternehmen. Ich gehe auch lieber bergauf und bergab als in ein Fitnessstudio. Für mich ist das mein sportlicher Ausgleich. Auch lieben wir es, uns in einer Sauna zu entspannen. In Troisdorf das Aggua, das Marivent in Siegburg oder die Siebengebirgs-Sauna. In der Freizeit bin ich Naturliebhaberin und die gibt es hier reichlich.

