- Till Bornstedt
- 0228 2284-145
- T.Bornstedt@bonn.ihk.de
- in Adressbuch übernehmen
Foto: Sascha Engst/Bundesstadt BonnNach neun Jahren Sanierungspause war es zum Jahresende endlich so weit: Am 16. Dezember 2025 wurde die Beethovenhalle unter Anwesenheit des Bundespräsidenten feierlich wiedereröffnet. Damit hat Bonn nun wieder eine wichtige Veranstaltungsstätte mehr im Angebot. Für 2026 ist die Halle bereits gut gebucht.
„Ich freue mich sehr, dass wir heute dieses Wahrzeichen zu neuem Leben erwecken dürfen.“ Mit diesen Worten brachte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der feierlichen Wiedereröffnung der Beethovenhalle am 16. Dezember sicherlich das vorherrschende Gefühl aller rund 1.600 Gäste zum Ausdruck.
Der Bundespräsident erinnerte in seiner Rede daran, dass in der Beethovenhalle nicht nur die Musik zu Hause sei, sondern dass sie auch ein Ort der Demokratiegeschichte ist. Insgesamt vier Mal wurde dort ein Bundespräsident gewählt. Zudem sei sie eine „Ikone der Nachkriegsmoderne“.
Insofern traf NRW-Kulturministerin Ina Brandes in ihrer Ansprache den Kern, als sie sagte: „Was wir heute feiern, ist viel mehr als die Eröffnung eines Gebäudes.“ Wiedereröffnet werde auch ein Lebensgefühl. Und einer der wichtigsten Kulturorte in Nordrhein-Westfalen.
Bonns neuer Oberbürgermeister Guido Déus sprach von einem „in vielerlei Hinsicht bewegenden und bedeutenden Tages für Bonn, für die Kultur- und Veranstaltungsszene in der gesamten Region und für das kulturelle und politische Erbe der Bundesrepublik Deutschland“. Er machte zudem klar, dass sich die Beethovenhalle als „öffentliche Bühne für alle Facetten des kulturellen Lebens von Karneval über Comedy und Kabarett“ verstehe. Sie sei eine „Halle für alle, die Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammenbringt“.
Sie ab sofort mit Leben zu füllen sei nun Aufgabe der Bonn Conference Center Management GmbH (BonnCC) als Betreibergesellschaft. „Ich freue mich darauf“, hatte BonnCC-Geschäftsführer Ralf Birkner schon im Gespräch einige Tage zuvor gesagt. Vermarkten wird er sie als „hochwertiges Konzerthaus und Multifunktionsstätte“. Denn sie ist nicht nur Heimat des Beethoven-Orchesters Bonn und Spielstätte des jährlichen Beethovenfestes. Damit allein lässt sich eine Halle dieser Größenordnung nicht übers ganze Jahr füllen.
Deshalb wurde sie nicht nur denkmalgerecht instandgesetzt und modernisiert, sondern zugleich ertüchtigt, um außer Konzerten und Kulturveranstaltungen auch Tagungen, Seminare, Firmen- und Brauchtumsveranstaltungen – Stichwort: Karneval – zu beheimaten. Sie bietet Platz für Events mit bis zu 3.200 Personen, davon im Großen Saal für rund 1.700 Personen. Zudem gibt es das Studio, dass nicht nur vom Beethoven Orchester Bonn als Proberaum genutzt wird, sondern als neuer Kammermusiksaal mit rund 500 Plätzen konzipiert ist.
Für 2026 liegen laut Birkner schon zahlreiche Buchungen vor. Eine kleine Auswahl: Nino de Angelo und „ABBA GOLD – The Concert Show“ im Februar, Max Raabe & Palast Orchester im März, „Dschungelbuch – das Musical“ im April. Dazwischen: Kongresse, Mitarbeiterversammlungen, Seminare.
„Auch Bälle können wieder in der Beethovenhalle stattfinden“, versichert Birkner und reagiert damit auf Medienberichte im Herbst, in denen es hieß, es gebe Probleme mit dem Parkett, es dürfe nicht in gleicher Weise belastet werden wie zuvor. Zuversichtlich ist Birkner zudem, dass auch der Bonner Karneval in der Beethovenhalle wieder eine Rolle spielen wird. „Ich rechne damit, dass wir Prunksitzungen, aber auch andere Karnevalsformate sehen werden“, sagt Birkner. Laut Präambel des Betriebsdurchführungsvertrags zwischen Stadt Bonn und BonnCC sei keine Veranstaltungsart ausgeschlossen. „Und das Brauchtum“, so Birkner, „ist sogar ausdrücklich dort festgeschrieben.“
Lothar Schmitz, freier Journalist, Bonn