IHK fordert mehr Mut zu Öffnungen

Mehr Mut zu Öffnungen fordert die IHK Bonn/Rhein-Sieg vom Land Nordrhein-Westfalen sowie der Bundesstadt Bonn und dem Rhein-Sieg. „Mit steigenden Impf- und Testkapazitäten müssen wir stärker die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schäden in den Blick nehmen, die die Pandemie verursacht, ohne den Gesundheitsschutz aufzugeben“, sagte IHK-Präsident Stefan Hagen beim Pressegespräch zur Vorstellung des Wirtschaftslageberichts der IHK zum Frühsommer: „Wenn wir weiter auf die Ängstlichsten und Langsamsten hören, wird es für viele Unternehmen in Gastronomie und Handel, der Veranstaltungs- und Kulturwirtschaft zu spät sein.“ Das zeigt das Aufgehen der Schere zwischen den Branchen in der Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg. Zwar erreicht der IHK-Konjunkturklimaindikator erstmals seit Beginn der Pandemie wieder die wichtige 100-Punkte-Grenze und liegt damit deutlich über den Werten der Vorumfragen.

Dem Aufwärtstrend etwa in der Industrie und einem Teil der Dienstleistungen stehen schwierige wirtschaftliche Lagen insbesondere in der Gastronomie und dem Einzelhandel entgegen. IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille: „Die Unternehmen hoffen auf ein Abflauen der dritten Welle und damit verbunden auf weitere Lockerungen und Freiheiten. Für den Re-Start benötigt die Wirtschaft jedoch weitere finanzielle Unterstützung etwa für den Einsatz von Personal oder den Einkauf von waren.“

Bei den Erwartungen übersteigt die Anzahl der Optimisten wieder die Zahl der Pessimisten. Fast 30 Prozent gehen von einer Verbesserung der Geschäfte aus, nur noch jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer weiteren Verschlechterung. Dass die Krise noch nicht überwunden ist, verdeutlichen die Bewertungen der aktuellen Geschäftslage. Jedes dritte Unternehmen ist nach wie vor unzufrieden, nur 28 Prozent berichten von gut laufenden Geschäften. Hille: „Insbesondere im Gastgewerbe sind viele Betriebe noch immer von Schließungen und sehr starken Einschränkungen betroffen.“ Dem entsprechend herrscht Zurückhaltung bei der Einstellungsbereitschaft von neuem Personal. 19 Prozent wollen die Beschäftigung erhöhen, 23 Prozent planen mit einem Beschäftigungsabbau.