Neues Abkommen ist wichtiges Signal gegen bedenklichen Trend

Blitz-Umfrage: Mercosur-Handel bietet Chancen für Region

Der Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der EU und der Mercosur-Staatengemeinschaft ist auch für die Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg eine gute Nachricht. Vor der Unterzeichnung des Vertrags am Samstag (17. Januar) in Asunción/Paraguay sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Hubertus Hille: „Zuletzt sind verlässliche Abkommen und faire Regeln im Welthandel leider unter Druck geraten. Das Mercosur-Abkommen ist ein sehr wichtiges Signal gegen diesen Trend. Es wird auch Industrieunternehmen aus unserer Region neue Möglichkeiten im Handel eröffnen. Schließlich werden im Automobilbereich und bei Maschinen und Anlagen in erheblichem Maße Zölle abgebaut. Und von mehr Wertschöpfung in der Industrie würden auch andere Branchen profitieren.“

Blitz-Umfrage: Nahezu 90 Prozent der Mercosur-aktiven Unternehmen rechnen mit Handelserleichterung

Von 71 Unternehmen aus den Bereichen Industrie und internationaler Handel im IHK-Bezirk, die sich in dieser Woche an einer Blitz-Umfrage der IHK beteiligt haben, haben 40 und damit mehr als die Hälfte der Betriebe angegeben, mit einem verbesserten Zugang zum Markt oder Erleichterungen bei Zoll und Bürokratie durch das Freihandelsabkommen zu rechnen. Bei den Unternehmen mit aktuellen Geschäftsbeziehungen zu den Mercosur-Ländern (31) liegt der Anteil sogar bei 87 Prozent. Mit zusätzlichem Wettbewerbsdruck rechnen nur acht Betriebe.

Maschinen, Apparate und Medizingeräte wichtigstes Exportgut

Das Handelsvolumen der nordrhein-westfälischen Wirtschaft mit den Mercosur-Staaten lag im Jahr 2024 laut IT.NRW bei rund 4,3 Milliarden Euro. Wichtigste Exportgüter waren Maschinen, Apparate und medizinische Geräte, gefolgt von chemischen Erzeugnissen, Kunststoffen, Kraftfahrzeugen und Pharmazeutika. Aus den Mercosur-Staaten werden insbesondere Erze, Brennstoff und Lebensmittel nach NRW importiert.