Noch im Mai bewertete rund ein Viertel der Unternehmen bei einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg seine aktuelle Geschäftslage als gut. Allerdings fielen die Erwartungen für die kommenden Monate bereits deutlich verhaltener als im vergangenen Jahr aus.
„Nach Lichtblicken wie steigenden Übernachtungszahlen im Frühjahr befürchten Touristik-Unternehmen besondere Herausforderungen durch die Sperrung der Bonner Nordbrücke“, sagt Claudia Betzing, Geschäftsführerin Standortpolitik und Unternehmensförderung der IHK Bonn/Rhein-Sieg.
Nordbrückensperrung belastet Tourismusstandort
Nach ersten Rückmeldungen aus der Branche belasten die Einschränkungen bei Erreichbarkeit und Verkehrsfluss Gäste, Betriebe und Veranstalter jedoch spürbar.
„Die Vollsperrung der Bonner Nordbrücke belastet zunehmend auch den Tourismus in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis“, sagt Ruth Maria Winterwerp-van den Elzen, Vizepräsidentin der IHK Bonn/Rhein-Sieg. „Für Gäste, Kongressteilnehmende sowie Veranstalter zählt vor allem Verlässlichkeit.“
Gäste sollten zeitnah informiert werden, wie sie Hotels, Tagungsorte, Gastronomie und touristische Ziele erreichen können. Wenn Anreisewege unklar erscheinen oder sich der Eindruck verfestigt, die Region sei kaum erreichbar, drohen Buchungen, Veranstaltungen und spontane Besuche auszufallen oder in andere Städte abzuwandern.
Erreichbarkeit offensiv kommunizieren
Aus Sicht der IHK kommt es jetzt darauf an, die tatsächliche Erreichbarkeit der Region stärker in den Vordergrund zu stellen.
„Hotels, Gastronomie, Kulturangebote, Freizeiteinrichtungen und Veranstaltungsorte sind und bleiben attraktiv und besuchenswert. Gerade deshalb brauchen wir jetzt eine Erreichbarkeitskampagne, die zeigt: Die Region ist mit Einschränkungen erreichbar“, sagt Betzing. „Und sie lohnt sich weiterhin für Geschäftsreisende, Kongresse, Tagesgäste und Urlauber.“
Die IHK wird die wirtschaftlichen Auswirkungen der Nordbrückensperrung auf den Tourismus in kommenden Umfragen und Auswertungen weiter untersuchen.


