Sperrung der Bonner Nordbrücke

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn ihr Unternehmen von der Vollsperrung betroffen ist oder sie Fragen zum weiteren Ablauf haben:

Hotline: 0228 - 2284 565

E-Mail: nordbruecke@bonn.ihk.de

Hintergründe zur Sperrung der Bonner Nordbrücke

Die Rheinbrücke Bonn-Nord (Friedrich-Ebert-Brücke) wurde am 3. Juni 2026 um 15:00 Uhr vollständig für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt. Die Sperrung betrifft nicht nur die Brücke selbst, sondern auch die folgenden Abschnitte: 

  • In Fahrtrichtung Koblenz ist die A565 zwischen dem Dreieck Bonn-Nordost und dem Kreuz Bonn-Nord gesperrt. Von der A59 aus Köln und Königswinter kommend sind keine Auffahrten mehr auf die A565 nach Koblenz möglich. Auch die Anschlussstellen Bonn-Beuel und Bonn-Auerberg sind gesperrt. 
     
  • In Fahrtrichtung Siegburg ist die A565 zwischen dem Kreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel gesperrt, d.h. im Kreuz Bonn-Nord sind alle Verbindungen auf die A565 nach Siegburg gesperrt, auch die Anschlussstelle Bonn-Auerberg. An der Anschlussstelle Bonn-Beuel sind Auffahrten auf die A565 nach Siegburg weiterhin möglich.

Innerstädtisch können als Ausweichrouten die Kennedybrücke und die Bonner Südbrücke (Konrad-Adenauer-Brücke) genutzt werden. Für den Fernverkehr empfiehlt die Autobahn GmbH nördlich die Rheinbrücke Köln-Rodenkirchen und südlich die Bendorfer Brücke. 

Hintergrund der Nordbrückensperrung ist, dass Brückenprüfungen strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke festgestellt haben, die ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Seit Februar ist die Brücke bereits für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt – diese Maßnahme hat jedoch nicht ausgereicht, um weitere Schäden zu verhindern. 

Nach Detailuntersuchungen ist nun klar, dass die Vorlandbrücke der Bonner Nordbrücke abgerissen und neu gebaut werden muss. Laut Autobahn GmbH soll der Abriss noch diesen Sommer erfolgen und die Vorlandbrücke innerhalb von zwei Jahren bis Ende 2028 neu gebaut werden. Die Brücke soll dadurch wieder in Betrieb genommen werden können. Parallel werden die Planungen für den Neubau der gesamten Brücke vorangetrieben. Dieser soll in den 2030er Jahren erfolgen. Die Vorlandbrücke wird in der bisherigen Breite neu gebaut, soll aber auch mit einer breiteren Brücke kompatibel sein. Die Autobahn GmbH plant, die Brücke im Spätsommer wieder für den Rad- und Fußverkehr wieder freizugeben.  

Als Ersatzmaßnahmen hat die Stadt Bonn bisher die folgenden Maßnahmen umgesetzt: 

  • Kostenloser ÖPNV auf Bonner Stadtgebiet bis Ende Juni 2026
  • Beschleunigung der Linie 66 durch Trennung vom Autoverkehr in Beuel
  • Kein Rechtsabbiegen mehr in die Doetschstraße hinter der Kennedybrücke
  • Kostenlose Park&Ride-Parkplätze am ehemaligen Landesbehördenhaus in Gronau und an der Oberkasseler Straße 2 in Ramersdorf
  • Kostenloser Park&Ride-Parkplatz auf der Festwiese von Pützchens Markt inkl. Shuttleservice zum Haltepunkt Vilich der Linie 66
  • Sperrung eines Fußgängerüberwegs am Bertha-von-Suttner-Platz zum Schutz des Fußverkehrs und zur Verbesserung des Verkehrsflusses
  • Neuordnung der Radwege auf der Kennedybrücke

 

Weitere aktuelle Informationen finden Sie auf den folgenden Webseiten: 

Webseite der Autobahn GmbH zur Sperrung der Rheinbrücke Bonn-Nord mit aktuellen Informationen, FAQs und Umleitungen:

https://www.autobahn.de/planen-bauen/projekt/sperrung-bonner-nordbruecke#overview

Webseite der Stadt Bonn: Informationen zur Nordbrücke:

Informationen zur Nordbrücke | Bundesstadt Bonn

 

Beitrag der IHK

Die IHK Bonn/Rhein-Sieg hat im Zuge der Sperrung der Nordbrücke ihre Rolle als Interessenvertretung der regionalen Wirtschaft deutlich intensiviert und strukturiert ausgebaut. Zentrales Element ist dabei ein mehrgleisiger Ansatz aus Krisenmanagement, politischer Interessenvertretung und operativer Vernetzung. Intern wurde frühzeitig ein Krisenstab eingerichtet, um Maßnahmen zu bündeln, Unternehmen zu unterstützen und zugleich eine koordinierte Positionierung nach außen sicherzustellen. Parallel dazu fließen wirtschaftliche Betroffenheiten – insbesondere Hinweise auf erhebliche Standortnachteile, Verkehrsüberlastungen und Investitionshemmnisse – systematisch in politische Gespräche und Abstimmungsprozesse ein. Übergeordnetes Ziel der IHK ist es, die Funktionsfähigkeit der zentralen Verkehrsachse möglichst schnell wiederherzustellen und gleichzeitig die wirtschaftlichen Schäden für die Region so gering wie möglich zu halten. Dabei geht es sowohl um kurzfristige Entlastungsmaßnahmen im Verkehrsnetz als auch um eine langfristig leistungsfähige und zukunftsfeste Infrastruktur. Insgesamt positioniert sich die IHK damit als koordinierende und vermittelnde Stimme der Wirtschaft, die zwischen Unternehmen, Verwaltung und Politik aktiv auf tragfähige Lösungen hinwirkt.

Ersatzmaßnahmen - Linderung der Auswirkungen

Ergänzend zur politischen Arbeit setzt sich die IHK Bonn/Rhein-Sieg auf Basis der laufenden Abstimmungen intensiv für kurzfristig wirksame Ersatzmaßnahmen ein, um die Folgen der Brückensperrung für die Wirtschaft abzufedern. Im Mittelpunkt steht dabei ein pragmatischer Ansatz zur Stabilisierung des Verkehrsflusses: Durch die gezielte Bündelung von Verkehren, etwa über Park-and-Ride-Systeme, optimierte ÖPNV-Angebote und eine stärkere Nutzung gemeinschaftlicher Mobilitätsformen, sollen vorhandene Kapazitäten effizienter genutzt werden. Entsprechende Maßnahmen wie der Ausbau von P+R-Flächen, Shuttleverkehre sowie die Priorisierung leistungsfähiger Achsen werden in den Austauschprozessen aktiv eingebracht und unterstützt.

Darüber hinaus wird angestrebt, durch digitale und organisatorische Lösungen – etwa Mitfahrangebote oder betriebliche Mobilitätsnetzwerke – zusätzliche Entlastung zu schaffen. Parallel dazu setzt sich die IHK dafür ein, klare und leistungsfähige Ausweichrouten zu definieren und diese transparent zu steuern, um Verkehrsüberlastungen im nachgeordneten Netz zu reduzieren. Ziel all dieser Aktivitäten ist es, die Erreichbarkeit von Betrieben zu sichern, Lieferketten stabil zu halten und zusätzliche Kosten sowie Zeitverluste für Unternehmen möglichst gering zu halten. Insgesamt verfolgt die IHK damit einen wirtschaftsorientierten Ansatz, der kurzfristige Funktionsfähigkeit des Verkehrsnetzes sicherstellt und so die negativen Effekte der Sperrung auf den Standort deutlich begrenzen soll.

Verkehrspolitisches Lobbying

Die IHK agiert dabei aktiv im Lobbying, indem sie Forderungen nach einem schnellen Ersatzneubau, nach beschleunigten Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie nach finanzieller Beteiligung übergeordneter Ebenen adressiert. Dies geschieht sowohl im direkten Austausch mit Entscheidungsträgern als auch über koordinierte Stellungnahmen und gemeinsame Positionspapiere mit regionalen Partnern. Ergänzend werden konkrete wirtschaftspolitische Anliegen eingebracht, etwa zur Abfederung von Mehrkosten im Verkehrssektor oder zur Verbesserung der infrastrukturellen Rahmenbedingungen während der Übergangsphase.

Unterstützung für Unternehmen im Krisenfall

In Krisenfällen wie der Sperrung einer wichtigen Autobahnbrücke wie der Bonner Nordbrücke stehen den Unternehmen die folgenden Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung:

BAFA - Förderung von Unternehmensberatungen für KMU

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können für eine professionelle Unternehmensberatung einen Zuschuss des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erhalten. Gefördert werden Beratungen zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragestellungen, die dazu beitragen, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.

Voraussetzung für die Förderung ist die Beauftragung eines Beraters oder einer Beraterin, der bzw. die in der Beraterdatenbank des BAFA registriert ist.

Die Förderrichtlinie wurde im Jahr 2023 grundlegend überarbeitet und gilt derzeit bis Ende 2026. Unternehmen können pro Kalenderjahr bis zu zwei Förderanträge stellen, insgesamt jedoch maximal fünf Anträge während der Laufzeit der Richtlinie.

Die Beratungsinhalte sind nicht mehr an bestimmte Themenfelder gebunden. Gefördert werden vielmehr individuelle Fragestellungen der Unternehmensführung, beispielsweise in den Bereichen Organisation, Personal, Strategie, Digitalisierung, Finanzierung oder Unternehmensentwicklung.

Die Förderquote beträgt 50 Prozent der Beratungskosten. Die maximale förderfähige Bemessungsgrundlage liegt bei 3.500 Euro, sodass ein Zuschuss von bis zu 1.750 Euro möglich ist.

Für Unternehmen, die bereits länger als zwölf Monate am Markt tätig sind, ist keine vorgeschaltete Beratung mehr erforderlich. Lediglich Jungunternehmen innerhalb ihres ersten Geschäftsjahres müssen vor der Antragstellung ein Informationsgespräch mit einer regionalen Anlaufstelle, beispielsweise der IHK, führen und sich dessen Durchführung bestätigen lassen.

Weitere Informationen zu den Förderungen unter www.bafa.de und www.dihk.de/beratungsfoerderung

Webcode: @3163

Krisenhotline – Krisenmanagement für Selbstständige

Die Schuldnerhilfe Köln gGmbH berät Selbstständige und Kleinunternehmern in finanziellen Krisen. Ziel der Beratung ist es, gemeinsam Lösungen zur Stabilisierung des Unternehmens zu entwickeln. Je nach Situation kann dies von der Erstellung eines Sanierungsplans bis hin zur Begleitung einer geordneten Unternehmensabwicklung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens reichen.

Für Mitgliedsunternehmen der Industrie- und Handelskammern Aachen, Arnsberg, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Köln, Mittlerer Niederrhein und Siegen sowie der Handwerkskammer Aachen bietet die Schuldnerhilfe Köln gGmbH eine kostenlose telefonische Krisenberatung an.

Hotline für Unternehmen in der Krise: 0800 6997998 

Sprechzeiten: 

  • Montag: 15:00 - 18:00 Uhr
  • Donnerstag: 9:00 - 12:00 Uhr

Die weiterführende Beratung erfolgt in vertraulichen Einzelgesprächen. Für die ausführliche Erstberatung sowie für Folgeberatungen wird derzeit ein Kostenbeitrag von jeweils 95 Euro erhoben.

Weitere Informationen: Krisenhilfe für Kleinbetriebe

Webcode: @2081

Krisenberatung der Wirtschaftssenioren-NRW e.V.

Die Wirtschaftssenioren-NRW e.V. sind ein Verein von ehemaligen Führungskräften aus Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung. Nach einem erfolgreichen Berufsleben stellen die ehrenamtlich arbeitenden Berater ihr Wissen und ihre Erfahrungen gerne all denen zur Verfügung, die unternehmerisch erfolgreich sein und bleiben wollen.

Folgende Themen stehen dabei im Fokus:

- Krisenberatung und Restrukturierung
- Analyse der betriebswirtschaftlichen Situation
- Zukunftsperspektive des Waren- oder Dienstleistungsangebotes
- Existenzsicherung
- Coaching auf Augenhöhe

Weitere Informationen unter: Entwicklung | Sicherung

Webcode: @4196